Wirbel um Farben Neuer will bei WM in Katar spezielle Kapitänsbinde tragen – wie reagiert die FIFA?

Manuel Neuer präsentiert seine neue Kapitänsbinde.

Klare Botschaft: Manuel Neuer wird bei der WM in Katar diese besondere Kapitänsbinde tragen.

Um ein klares Zeichen gegen Diskriminierung und für Vielfalt zu setzen, wird Manuel Neuer bei der WM in Katar eine besondere Kapitänsbinde tragen.

Eigentlich wollte Manuel Neuer (36) am Mittwoch (21. September 2022) selbst seine neue Kapitänsbinde präsentieren und diese dann auch im Nations-League-Duell gegen Ungarn am Freitag (20.45 Uhr, live im ZDF) tragen. Doch seine Corona-Infektion durchkreuzte die Pläne.

Nun wird wohl Thomas Müller (33) in Leipzig als Spielführer das Signal gegen Diskriminierung und für Vielfalt setzen. Neuer kann dann erst während der Weltmeisterschaft in Katar seine spezielle Kapitänsbinde tragen.

DFB: Kapitänsbinde eine gemeinsame Aktion von zehn Nationen

Die Binde ziert ein Herz in bunten Farben, die für Vielfalt stehen, sowie die Aufschrift „One Love“. Neben Deutschland machen die Spielführer von England, den Niederlanden, Belgien, der Schweiz, Wales, Frankreich, Dänemark, Norwegen und Schweden mit – auch wenn nicht alle Nationen für die Wüsten-WM (20. November bis 18. Dezember) qualifiziert sind.

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Katar steht – neben zahlreichen anderen Aspekten – wegen seiner Gesetze gegen Homosexuelle heftig in der Kritik. Die Idee dazu entstand innerhalb einer Arbeitsgruppe, die sich auf Initiative einiger europäischer Nationalverbände mit Fragen zu Menschenrechten in Katar bis zur Weltmeisterschaft 2022 und darüber hinaus befasst. Vom DFB war Generalsekretärin Heike Ullrich (52) Teil der Gruppe.

Manuel Neuer sagt zu der Aktion: „Die Liebe zum Fußball verbindet uns alle. Egal, wo wir herkommen, wie wir aussehen und wen wir lieben. Fußball ist für alle da. Und der Fußball muss für alle da sein, die sich diskriminiert und ausgeschlossen fühlen, überall auf der Welt.“

Thilo Kehrer und Jonas Hofmann zeigen die neue Kapitänsbinde der Nationalmannschaft.

Thilo Kehrer und Jonas Hofmann präsentierten die neue Kapitänsbinde stellvertretend bei der Pressekonferenz am 21. September 2022 in Frankfurt.

Daher will der Münchner Keeper bei der WM das klare Signal am Arm präsentierten: „Ich bin stolz darauf, diese Botschaft gemeinsam mit meinen Kapitänskollegen aus anderen Nationen zu senden. Denn jede Stimme zählt.“

In den sozialen Netzwerken gab es trotz der gut gemeinten Aktion auch Kritik, weil eben nicht die Regenbogenflagge verwendet wurde. „Uns, aber auch anderen Nationen ist es wichtig, ein Statement zu setzen“, sagte Gladbachs Jonas Hofmann (30) auf EXPRESS.de-Nachfrage.

„Ein paar Farben von den Regenbogenfarben sind schon drin“, sagte er. „Daher sollte man es nicht so in den Vordergrund rücken, dass es nicht genau die Regenbogenfarben sind. Jeder weiß, was damit gemeint ist. Wir geben ein klares Statement ab, das ist das wichtige. Das wird nicht die einzige Aktion sein, die wir in den nächsten Wochen und Monaten noch erleben werden.“

Schon bei der EM 2021 trug Neuer eine Regenbogen-Binde

Spannend wird die Frage, wie Weltverband FIFA auf diese Kampagne reagieren wird. Eigentlich sind bei der WM keine Binden im individuellen Design oder mit politischen Botschaften erlaubt. Da werden Erinnerungen wach an die EM 2021, als Neuer eine Regenbogen-Binde trug und die UEFA dies zumindest geprüft hat.

Hofmann blickt der Debatte entspannt entgegen. „Da wird es ganz wichtig, dass man das trotzdem durchzieht, egal was da gesagt wird. Einfach wegzublicken, wäre für mich das schlimmere Übel. Deshalb wird das so durchgezogen“, kündigte er gegenüber EXPRESS.de an. „Wir als Mannschaft wollen unseren Beitrag dazu leisten, hoffentlich etwas verändern zu können.“

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