Finale im DFB-Pokal Packender Elfer-Thriller in Berlin: Leipzig schreibt gegen Freiburg Geschichte

Leipzigs Torhüter Peter Gulacsi (r) feiert den Sieg.

Peter Gulacsi (r.) freut sich mit seinen Teamkollegen über den Gewinn des DFB-Pokals am Samstag (21. Mai 2022).

Packender Pokal-Thriller! Leipzig hat das DFB-Pokal-Finale mit 4:2 im Elfmeterschießen gegen den SC Freiburg gewonnen und damit den ersten Titel der Vereinsgeschichte geholt.

Elfer-Thriller in Berlin! Grenzenloser Jubel auf der einen, hängende Gesichter auf der anderen Seite. Leipzig hat mit dem Sieg im DFB-Pokal-Finale gegen den SC Freiburg am Samstagabend (21. Mai 2022) Geschichte geschrieben (4:2 i.E.).

Es ist der erste große Titel des Brause-Klubs seit Vereinsgründung. Und dieser Titel war hart umkämpft. Nach 120 Minuten stand noch kein Sieger fest, erst im Elfmeterschießen holten sich die Sachsen den Pott!

DFB-Pokalfinale: Strittiges Handspiel bringt Freiburg in Führung

Ohrenbetäubende Kulisse gleich zu Beginn! Die Zuschauer und Zuschauerinnen heizten den Teams ordentlich ein. Vor allem die Fans der Breisgauer peitschten die Mannschaft von Coach Christian Streich lautstark nach vorne. Das Contraire dazu: Das Spielgeschehen auf dem Platz. Denn dort sahen die Fans in den ersten zehn Minuten vor allem eins: das berühmt-berüchtigte, zaghafte Abtasten.

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Die Fans des SC Freiburg sorgten beim DFB-Pokalfinale in Berlin am 21. Mai 2022 für eine aufgeheizte Stimmung.

Die Fans des SC Freiburg sorgten beim DFB-Pokalfinale in Berlin am 21. Mai 2022 für eine aufgeheizte Stimmung.

Nach rund einer Viertelstunde zeigte sich RB erstmals vor dem Kasten von SCF-Keeper Mark Flekken. Und gleich wurde es gefährlich! Offensiv-Motor Emil Forsberg wollte zunächst am linken Strafraumeck ablegen, kam allerdings unerwartet selbst wieder an die Murmel. Der Schwede zögerte keine Sekunde und schloss aus spitzem Eck ab. Flekken ließ den Ball nach vorne abklatschen. Dort lauerte RB-Superstar Christopher Nkunku, dessen Abschluss im Gewühl abgefälscht wurde und über den Kasten flog (14.).

Völlig aus dem Nichts kam dann Freiburgs Maximilian Eggestein (25), der das Breisgauer Fan-Lager in der 19. Minute in Ekstase versetzte. Der 25-Jährige wuchtete die Kugel aus gut 20 Metern links unten zum 1:0 ein. Zuvor hatte der VAR ein strafbares Handspiel von Freiburgs Roland Sallai geprüft, der die Kugel deutlich erkennbar mit besagtem Körperteil spielte. Allerdings entschied der Video-Assistent zugunsten der Freiburger. Demnach handelte es sich um eine unabsichtliche Berührung. In jedem Fall keine unstrittige Szene.

DFB-Pokalfinale: RB Leipzig tobt auf Twitter – „Das ist Wahnsinn!!!“

RB Leipzigs Social-Media-Abteilung platzte daraufhin der Kragen. „Freiburg führt, trotz eines klaren Handspiels vor dem Treffer. Das ist Wahnsinn“, polterten die Sachsen, die inmitten des Handspiel-Regel-Wirrwarrs des DFB die Contenance zu verlieren schienen.

ARD-Experte Bastian Schweinsteiger widersprach den aufgebrachten Sachsen im Halbzeit-Talk mit Moderatorin Jessy Welmer allerdings inbrünstig: „Wenn Sallai das Tor gemacht hätte, hätte es nicht gezählt. Da aber Eggestein das Tor geschossen hat, ist es ein reguläres Tor. Sallai wollte den Ball ganz klar nicht mit der Hand spielen. Es war unabsichtlich. Die Regeln werden so gemacht. In diesem Fall hat der Schiri richtig entschieden.“

DFB-Pokalfinale: RB Leipzig rettet sich in Unterzahl in die Verlängerung

RB Leipzig hatte in der Vergangenheit schon glücklicherer Tage erwischt. Nachdem schon der VAR nicht unbedingt in die Karten des Brause-Klubs gespielt hatte, war es nun Schiedsrichter Sascha Stegemann, der RBs drittes DFB-Pokalfinale in vier Jahren in den blanken Horror verwandelte.

Nach langem Ball von Freiburgs Vincenzo Grifo gelang es Angreifer Lucas Höler sich im Rücken des Leipziger-Abwehrspielers Marcel Halstenberg davonzuschleichen. Der Stürmer lief dem deutschen Nationalspieler ohne Probleme weg und rannte unbedrängt auf RB-Keeper Peter Gulacsi zu. Halstenberg wusste sich im Anschluss nicht anders zu helfen: Der Innenverteidiger zog die Notbremse. Rot in der 57. Spielminute. Leipzig lag nun also nicht nur mit 0:1 hinten, sondern war ebenfalls nur noch mit zehn Mann auf dem Feld.

Aber: Dass RB Leipzig in dieser Saison besonders einen Ausnahmespieler in den eigenen Reihen hat, der Spiele im Alleingang entscheiden kann, ist bekannt. Christopher Nkunku war bis auf seine Chance zu Beginn der Partie eigentlich kaum zu sehen. Ein misslungener Freistoß von Dominik Szoboszlai (61. Spielminute für Forsberg ) in der 76. Spielminute landete bei Konrad Laimer, dessen Flanke in den Sechzehner landete bei RB-Verteidiger Willi Orban. Der Abwehr-Hühne entschied das Kopfball-Duell gegen Philipp Lienhart für sich und beförderte die Kugel zu Nkunku, der am zweiten Pfosten den Ball zum Ausgleich in Unterzahl über die Linie drückte und seine Leipziger damit in die Verlängerung rettete.

Mega-Aufreger: In der 115. Minute sägte SCF-Spieler Nicolas Höfler Dani Olmo (69. für Kampl) im eigenen Sechzehner um. Der VAR prüfte auf Foulspiel. Doch entschied sich wieder gegen die Sachsen. Das Spiel fand auch nach 120 Minuten keinen Sieger. Leipzig und Freiburg zitterten im Elfmeterschießen um den ersten Titel der Vereinsgeschichte. Und hier zeigte Freiburg Nerven. Christian Günter schob den Ball als zweiter Schütze über den Kasten. Auch Ermedin Demirovic traf nur die Latte. Aller guten Dinge sind drei: Leipzigs Final-Fluch ist beendet!

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