Kommentar nach Zittersieg gegen Rumänien Hansi Flick hat Jogis Problemzonen geerbt

Deutschlands Timo Werner liegt auf dem Rasen.

Timo Werner liegt nach einer vergebenen Chance im Spiel gegen Rumänien am 8. Oktober 2021 enttäuscht am Boden.

Hansi Flick ist mit der Nationalmannschaft auf Kurs. Dennoch wird auch der neue Bundestrainer einige Probleme nicht so leicht lösen können. Ein Kommentar zur Lage bei der DFB-Elf in der Nach-Löw-Ära.

Hamburg. So hat sich Hansi Flick (56) seinen Start in die neue Aufgabe sicher vorgestellt. Der frühere Bayern-Trainer siegt auch bei seinem neuen Job bei der Nationalmannschaft einfach weiter in Serie. So hat er die Münchner zu sechs Titeln in Folge geführt, so wird er nun vorzeitig die WM-Qualifikation eintüten. Aber eine Titelgarantie auch mit der DFB-Elf, die kann selbst der so erfolgsverwöhnte Flick nicht geben.

Denn auch wenn die Länderspiele in der Nach-Löw-Ära wieder etwas mehr Freude bereiten, hat Flick trotzdem Jogis Problemzonen geerbt. In München konnte sich der Coach auf der linken Seite am pfeilschnellen Alphonso Davies erfreuen und wusste, dass im Strafraum immer auf Robert Lewandowski Verlass ist. Aber beide können nicht für Deutschland spielen. Und die aufgebotenen Varianten in den Trikots mit dem Adler auf der Brust überzeugen noch nicht wirklich.

Timo Werner hatte zwar in den ersten drei Länderspielen unter Flick geknipst. Aber seine Vorstellung gegen Rumänien war nicht nur aufgrund des fehlenden Tores unglücklich. Werner kam oft einen Schritt zu spät und vergab aussichtsreiche Chancen. Dann wurde ihm auch noch der erst  zugesprochene Elfmeter verweigert.

Seit Rücktritt von Miroslav Klose fehlt ein richtiger Mittelstürmer

Auch wenn Flick die Debatten über einen fehlenden Mittelstürmer nicht hören will und auf Werners Torquoten in der Vergangenheit hinweist: Deutschland hat keinen Knipser der Top-Klasse wie Lewandowski, wie Erling Haaland.

Seit dem Rücktritt von Miroslav Klose 2014 gibt es so einen Typ Stürmer nicht mehr bei der DFB-Elf. 85 Prozent der Tore werden in einer „Goldenen Zone“ zentral zwischen Torlinie und Elfmeterpunkt erzielt. In diesem Bereich fehlt Deutschland ein eiskalter Vollstrecker.

Thilo Kehrer zeigt als Linksverteidiger auch noch Schwächen

Auch die Experimentiererei auf der Linksverteidigerposition ist nicht neu. Beim WM-Sieg 2014 improvisierte Löw dort mit Benedikt Höwedes. Auch Flick will den Stamm-Innenverteidiger Thilo Kehrer gerne an die neue Aufgabe gewöhnen. Doch da zeigen sich noch Hürden auf dem Weg zum internationalen Top-Außenverteidiger. Im Spiel nach vorne fehlt ihm links die Klasse des verletzt fehlenden Robin Gosens.

Unter Flick zeigt das deutsche Team wieder mehr Spielfreude, vollen Einsatz und Pressing. Aber letztlich wird auch der neue Bundestrainer spätestens im kommenden WM-Jahr spüren, dass die Personalauswahl begrenzt ist. Wenn’s dann trotzdem zum großen Wurf reichen sollte, dann kann sich Flick endgültig ein Denkmal setzen lassen.

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