Nations League Flick spricht über Teroddes DFB-Chancen und den WM-Traum von Florian Wirtz

Bundestrainer Hansi Flick spricht während der DFB-Pressekonferenz im Mannschaftshotel.

Hansi Flick (hier bei einer Pressekonferenz am 25. März 2022) steht mit der deutschen Nationalmannschaft vor vier Spielen in der Nations League.

Bundestrainer Hansi Flick hat sein Aufgebot für die vier anstehenden Spiele in der Nations League verkündet. Ein Neuling hat es dabei nicht ins Aufgebot der Nationalmannschaft geschafft.

Welche Spieler schaffen den Sprung ins Aufgebot für die WM in Katar? Hansi Flick (57) hat am Donnerstag (19. Mai 2022) schon mal viele Karten auf den Tisch gelegt. Für die bevorstehenden vier Spiele in der Nations League hat der Bundestrainer 26 Spieler nominiert. Dieser Kreis dürfte auch beste Chancen auf die WM-Teilnahme haben.

Am Montagabend (23. Mai 2022) versammelt Flick seine Mannschaft in Marbella zum Kurz-Trainingslager. Nach einer Woche zieht der Tross ins ehemalige EM-Camp in Herzogenaurach, von dort geht es zu den vier Partien in Italien (4. Juni), nach München gegen England (7. Juni), nach Ungarn (11. Juni) und zum Abschluss nach Mönchengladbach zum Spiel gegen Italien (14. Juni).

„Es ist eine schwierige Situation, nach der Saison noch einmal vier Spiele zu machen. Da kann man auch geteilter Meinung sein“, sagt der Bundestrainer. „Andererseits ist das für uns auch eine Chance, sich als Mannschaft zu schärfen. Das ist eine Herausforderung, auch unter Druck zu bestehen. Wir spielen gegen die zwei besten Teams der EM. Wir haben die Weltspitze im Blick und wollen alles dafür tun, dass wir den Weg dahin konsequent weitergehen. Nach den Spielen sehen wir ganz genau, wie weit unser Weg noch sein wird.“

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Beim Blick auf den Kader fällt auf, dass Hansi Flick komplett auf Neulinge verzichtet. „Jede Position ist sehr gut besetzt. Ich versuche, immer transparent zu sein und mit den Spielern zu sprechen. Das ist kein endgültiger Kader für die WM, die Tür ist da geöffnet. Wir haben noch vier Monate, wo sich jeder noch mal in Szene setzen kann. Wir schauen genau hin und freuen uns auf diese Beobachtungen. Es gibt schon noch Spieler, die bei uns im Fokus sind“, sagte Flick am Donnerstag (19. Mai 2022). „Man kann aber auch verstehen, dass der eine oder andere Spieler enttäuscht ist.“

Kader für die Nations-League-Duelle

  • Tor: Manuel Neuer, Kevin Trapp, Oliver Baumann
  • Abwehr: Benjamin Henrichs, Thilo Kehrer, Lukas Klostermann, David Raum, Antonio Rüdiger, Niklas Süle, Nico Schlotterbeck, Jonathan Tah
  • Mittelfeld/Angriff: Karim Adeyemi, Julian Brandt, Serge Gnabry, Leon Goretzka, Ilkay Gündogan, Kai Havertz, Jonas Hofmann, Joshua Kimmich, Jamal Musiala, Thomas Müller, Lukas Nmecha, Marco Reus, Leroy Sané, Anton Stach, Timo Werner

Keine Rolle in seinen Überlegungen spielt bisher beispielsweise Schalkes Torjäger Simon Terodde (34). Trotz seiner 30 Zweitliga-Treffer ist er bei der Nationalmannschaft (noch) kein Thema. „Er ist ein Stürmer, der sehr viele Tore in der zweiten Liga macht. Wir werden sehen, wie es nächste Saison aussieht“, sagte Flick auf EXPRESS.de-Nachfrage.

Hansi Flick spricht über Schalkes Torjäger Simon Terodde

„Wenn er auf einem Top-Niveau spielt – und das ist die erste Liga – und auch da seine Tore macht, dann sind alle Türen und Tore offen. Für mich ist es herausragend, wie er in den vergangenen Jahren die Tore erzielt hat. Er hat eine gute Quote. Ich würde mich freuen, wenn er in der Bundesliga auch so seine Tore macht.“

Dennoch müsste schon viel zusammen kommen, damit Terodde noch auf den WM-Zug aufspringen könnte. „Wir erwarten, dass die WM-Kandidaten Spielpraxis haben, im Rhythmus sind, dass sie eine Entwicklung machen. Im Großen und Ganzen muss man schon sagen, dass dieser Kader vom Stamm her das Maß aller Dinge ist. Trotzdem hat jeder noch die Chance, sich reinzuspielen“, sagt Flick und verdeutlicht seinen harten Kurs, indem er beispielsweise EM-Entdeckung Robin Gosens (27) oder die beiden Gladbacher Matthias Ginter (28) und Florian Neuhaus (25) nicht berufen hat.

Flick: Bei Wirtz wird kein Druck erzeugt, Kimmich bleibt im Mittelfeld

Auch Leverkusens Mittelfeld-Juwel Florian Wirtz (19) muss nach seinem Kreuzbandriss mehr denn je um die WM bangen. Schon Bayer-Trainer Gerardo Seoane (43) hatte in Sachen Comeback eher von 2023 gesprochen. Flick deutete auch an, dass die Turnier-Teilnahme keinesfalls erzwungen werden soll. „Wir sind in Kontakt und hoffen, dass es so läuft, wie er es sich vorstellt. Die WM ist für ihn ein ganz großes Ziel. Er ist ein junger Spieler, der noch eine fantastische Zeit vor sich hat. Wichtig ist, dass er absolut zu hundert Prozent fit ist und dass da kein Risiko besteht. Da werden wir genau hinschauen und drauf achten, dass nichts passiert. Am Ende ist alles möglich, aber es wird zugunsten des Spielers und natürlich des Vereins entschieden.“

Eine andere Diskussion beendete Flick schon jetzt – ein halbes Jahr vor der WM: „Ich sehe Joshua Kimmich auf der Sechs, das wird bei uns so sein. Er wird nicht auf der Außenverteidiger-Position eingesetzt.“

Und auch die ersten Debatten, die Frankfurts Kevin Trapp (31) nach seinen Gala-Vorstellungen zuletzt als inzwischen besten deutschen Torhüter sehen, wollte Flick nicht befeuern. „Kevin hat eine herausragende Form und hat die richtige Entwicklung gemacht. Das registrieren wir natürlich auch. Aber wir nehmen uns jetzt erst mal die Zeit, die wir im Training haben.“

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