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Brisante Details So lautete die Anklage gegen Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder

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Unser Foto zeigt Christoph Metzelder bei einer Pressekonferenz im Jahr 2013

Düsseldorf – Die Ermittlungen währten gut ein Jahr. Zu brisant schien der Fall, als dass die Justiz nicht alle Eventualitäten abgeklopft hätte: Immerhin ging es hier um eine bekannte Ex-Größe des Profisports.

Die Kinderporno-Vorwürfe gegen den einstigen Fußballnationalspieler Christoph Metzelder (39) schienen so unglaublich, dass die Nachforschungen letztlich durch eine erfahrene Sonderdezernentin der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft durchgeführt wurden. Inzwischen hat die Staatsanwältin den ehemaligen Vizeweltmeister angeklagt.

Christoph Metzelder soll sich vor Gericht verantworten

Allerdings fiel die Pressemitteilung am Freitagmorgen äußerst dürr aus. Einzig der Fakt der Anklageerhebung wurde bestätigt. Weder auf die Vorwürfe noch auf den Namen gingen die Strafverfolger ein. Zu sehr saß der Behördenleitung offenbar die Angst im Nacken, dass die Anwälte des Angeklagten versuchen könnten, mit dem Hinweis auf den Persönlichkeitsschutz eine Berichterstattung über das Ergebnis der Ermittlungen verwaltungsrechtlich untersagen zu lassen.

Am Mittag dann legte zumindest das Amtsgericht Düsseldorf jedwede Zurückhaltung ab und offenbarte die Inhalte der Anklage nebst voller Namensnennung in einem Pressebulletin.

Demnach soll sich Ex-Profi Metzelder wegen der Verbreitung und des Besitzes kinderpornografischer Schriften vor Gericht verantworten. Die Ermittler hätten 297 Dateien mit kinder- und jugendpornografischem Inhalt gefunden.

Fall Metzelder: Ermittler finden 297 Dateien

Zudem soll der Angeklagte zwischen Juli und September 2019 in 29 Fällen an drei Frauen kinderpornografisches Material via WhatsApp verschickt haben.

Inzwischen reicht die Verdachtslage zumindest aus Sicht der Strafverfolger für eine Anklage aus. Das Gericht führt das Verfahren unter dem Aktenzeichen 126 Ds – 71 Js1108/19 – 590/20 und muss nun über die Zulassung der Anklageschrift und die Eröffnung eines Hauptverfahrens entscheiden.

Metzelder-Verteidiger wollte sich auf Anfrage nicht äußern

Rüdiger Deckers, Verteidiger des Angeklagten, wollte sich auf Anfrage nicht äußern und verwies auf Metzelders Medienanstalt. Dieser war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Das Düsseldorfer Verwaltungsgericht hatte NRW-Justizminister Peter Biesenbach (72, CDU) vor einigen Wochen untersagt, den Rechtsausschuss des Landtags in öffentlicher Sitzung über den Stand des Verfahrens zu informieren. Der Minister hatte daraufhin in nicht-öffentlicher Sitzung berichtet.

Nach Bekanntwerden der Ermittlungen gegen Metzelder hatte dieser Positionen und Ämter ruhen lassen und die von ihm mitgegründete PR-Agentur verlassen. Seine Teilnahme am Fußballlehrer-Lehrgang des DFB hatte er ausgesetzt.

So reagiert NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU)

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (59, CDU) sagte am Donnerstag auf Anfrage, das Engagement eines Ex-Nationalspielers bei der Ruhr-Konferenz, eine Initiative der Landesregierung, ruhe seit Monaten.

Auf der Webseite der Konferenz war der Angeschuldigte am Freitag allerdings noch zu sehen.

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