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„Haben versucht, den Fußball zu töten“ UEFA-Chef Ceferin wettert gegen Bosse von Real, Juve & Barca

Florentino Perez und Aleksander Ceferin applaudieren.

Am 15. August 2018 sitzen Real-Präsident Florentino Perez und UEFA-Boss Aleksander Ceferin noch friedlich nebeneinander.

Das Tischtuch zwischen UEFA und den Super-League-Verfechtern ist zerschnitten. Dennoch treten Klubs wie Real, Juve und Barca in der Königsklasse an. Das ärgert Aleksander Ceferin.

Nyon. Am Dienstag (14. September 2021) startet die neue Champions-League-Saison mit der Gruppenphase. Dabei sind auch Real Madrid, Juventus Turin und der FC Barcelona. Ungewöhnlich ist die Teilnahme dieser Klubs grundsätzlich nicht, schließlich spielen sie seit Jahren ununterbrochen in der Königsklasse. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin (53) hätte auf die zwei spanischen Teams und den italienischen Verein allerdings verzichten können.

Ceferin wettert gegen Super-League-Verfechter

Sergio Ramos hält den Henkelpott in den Händen, im Hintergrund steht Ceferin.

Am 3. Juni 2016 überreicht Ceferin Real Madrids Sergio Ramos den Henkelpott.

Der Grund für seinen Missmut: Real, Juve und Barca waren im April dieses Jahres an den Plänen zur Super League beteiligt. Die Super League war als Gegenentwurf zur Champions-League, die von der UEFA ausgerichtet wird, angedacht. Die involvierten Vereine erhofften sich damit unter anderem höhere Einkünfte durch Fernsehgelder. Nach nicht einmal zwei Tagen war das Projekt allerdings wieder Geschichte: Von allen Seiten gab es Proteste.

Neun der zwölf Vereine, die der Super League beitreten wollten, zogen sich aus den Planungen zur neuen Super League zurück. Drei Vereine hingegen halten weiterhin mit Vehemenz an dem Vorhaben fest. Es sind jene Klubs, die Ceferin im Interview mit dem ,,Spiegel‘‘ nun heftig attackierte.

Ceferin gibt Manuel Neuer den Henkelpott.

Ceferin überreicht Bayerns Manuel Neuer die CL-Trophäe am 23. August 2020.

Ceferin: „Diese Typen haben versucht, den Fußball zu töten“

„Ich finde es lustig, dass sie gehen wollen und sich gleichzeitig für die neue Saison angemeldet haben. Die können doch nicht in unserem Wettbewerb spielen und dann noch ihren eigenen hochziehen“, sagte Ceferin höhnisch und machte klar, was er von den Klubbossen der jeweiligen Vereine hält: „Es macht mir überhaupt nichts aus, wenn die sich abspalten. Diese Typen haben versucht, den Fußball zu töten. Manche Klubs haben einfach inkompetente Chefs.“

Kürzlich sagte Barcelonas Präsident Joan Laporta selbstsicher: „Das Super-League-Projekt lebt. Die drei Vereine werden alle Ziele erreichen. Die UEFA kann sie nicht aufhalten.‘‘ Auch Real-Chef Florentino Perez zeigte sich „weiterhin zuversichtlich, dass ein Projekt erfolgreich sein wird, welches den Gesetzen der EU entspricht. Unser Ziel ist es, das Projekt Super League konstruktiv und kooperativ weiterzuentwickeln.‘‘

Im Gegensatz zu Teams wie dem FC Liverpool, Manchester United, Atletico Madrid oder dem AC Mailand lehnte der FC Bayern München die Pläne zur Super League seit Beginn an ab. Bayerns Präsident Herbert Hainer (67) sieht einen Erfolg des verbleibenden Super-League-Trios in absehbarer Zeit nicht kommen.

Champions-League-Reform 2024

Die riesigen Gräben zwischen UEFA und den Super-League-Verfechtern sind offenkundig, und das letzte Wort in Sachen Super League ist mit Sicherheit noch nicht gesprochen. Es geht um Macht und vor allem um viel Geld. Wie der europäische Klubfußball in ein paar Jahren aussehen wird, ist offen.

Klar ist nur, dass weder die reformierte Champions League, die ab 2024 auf 36 Teilnehmer aufgestockt und im Liga-System nach dem sogenannten „Schweizer Modell“ gespielt wird, noch die Einführung der Conference League als drittem Wettbewerb die angespannte Lage beruhigen dürfte.

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