Verdacht auf Blindgänger in Köln Größere Evakuierung nicht ausgeschlossen

Kommentar zur Causa Kimmich Impf-Zwang für Profi-Sportler? Es gibt nur eine faire Lösung

Joshua Kimmich greift sich an den Kopf

Nationalspieler Joshua Kimmich vom FC Bayern München sorgt aktuell in der Impf-Debatte für Wirbel. Der DFB-Star und Gründer der „We kick Corona“-Initiative, hier im Länderspiel gegen Nordmazedonien am 11. Oktober 2021 in Skopje, soll selbst nicht geimpft sein.

Immer wieder kommt es im deutschen Profi-Sport zu Corona-Fällen. Gleichzeitig schweigen sich viele Klubs zu ihrer Impfquote aus. Das ist vor allem unfair gegenüber den eigenen Fans, findet unser Autor. Ein Kommentar.

Köln. Mai 2020. Während hierzulande Künstler und Gastronomen mit großer Sorge auf ihren Kontostand blickten und unzählige Angestellte in Kurzarbeit gezwungen wurden, verkündete die DFL stolz die Wiederaufnahme des Spielbetriebs im deutschen Profi-Fußball. Seitdem rollt der Ball, mittlerweile sind deutsche Stadien sogar wieder ausverkauft.

Voraussetzung für die Rückkehr zur Fan-Normalität ist vielerorts die sogenannte 2G-Regelung. Bedeutet: Nur geimpfte oder genesene Anhänger dürfen in die Arenen. Und selbst, wenn sich vereinzelt Kritik bei einigen Unbelehrbaren regt – das aktuelle Modell erfährt von großen Teilen der Anhängerschaft Unterstützung, nicht nur im Fußball.

Dass sich einige Profis nach wie vor nicht impfen lassen wollen, mutet vor diesem Hintergrund völlig paradox an. 2G auf den Rängen – „Wünsch dir was“ auf dem Rasen. Und das geht eben hier und da auch mal schief. Massen-Ausbruch bei den Mainzern vor dem Saisonstart, die jüngsten Fälle beim VfB Stuttgart oder in der DEL bei Red Bull München – und immer sollen ungeimpfte Profis betroffen gewesen sein.

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Corona: Wenige Bundesliga-Klubs vollständig durchgeimpft

Bewiesen ist das alles nicht. Nicht zuletzt, weil die meisten Klubs lieber ein Geheimnis daraus machen, welche ihrer Spieler und Mitarbeiter den – wissenschaftlich erwiesenermaßen effektiven – Impfschutz genießen. Nur sehr wenige Bundesliga-Vereine haben nach eigenen Angaben eine hundertprozentige Quote. Viele schwadronieren öffentlich zwar von „Sensibilisierung“ und „Empfehlungen“ – betonen aber gleichzeitig, dass ja niemand in Deutschland zur Impfung gezwungen werden könne.

Was die Klubs dabei allerdings vergessen: Ihren Fans, die ins Stadion oder die Halle wollen, lassen sie mit 2G eben keine Wahl. Lediglich die eine – und zwar, zu Hause zu bleiben.

Wäre es daher nicht nur konsequent, wenn jene Profis, welche die Regel selbst missachten, ebenfalls außen vor blieben? Zumal sie nicht nur sich selbst der potenziellen Gefahr einer Infektion aussetzen, sondern auch ihre Mit- und Gegenspieler.

Causa Kimmich: „We kick Corona“ nur Image-Pflege?

Noch abstruser wird es dann, wenn hoch bezahlte Fußballer mit Aktionen und Kampagnen für das Thema trommeln – selbst aber eine Impfung verweigern. Aktuell deswegen in den Schlagzeilen: Bayerns Joshua Kimmich, Gründer der „We kick Corona“-Initiative. Ging’s dem Star-Kicker am Ende vielleicht doch nur ums Image?

Julian Nagelsmann während des Trainings des FC Bayern München

Bayern-Coach Julian Nagelsmann, hier am 19. Oktober 2021 während einer Trainingseinheit des FC Bayern München, hat sich trotz doppelter Impfung mit dem Coronavirus infiziert.

Dass eine Impfung eine Infektion natürlich nicht immer verhindern kann, zeigt sich jüngst an den Beispielen des Hoffenheimers Christoph Baumgartner oder aber auch bei Bayern-Coach Julian Nagelsmann. Letzterer betonte aber auch, wie froh er sei, aufgrund des Impfschutzes keinen schweren Krankheitsverlauf zu haben.

Am Ende ist eine Frage somit durchaus berechtigt: Sollten Profi-Vereine eine Impfung bei allen Angestellten nicht doch zur Bedingung machen? Nicht nur, um die im Profi-Zirkus so gern bemühte „Vorbildfunktion“ auch glaubhaft auszufüllen. Sondern vor allem, weil nur das wirklich fair gegenüber all jenen wäre, die Woche für Woche auf der Tribüne die Daumen drücken und für die so lange vermisste Atmosphäre sorgen.

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