„Vielleicht als Werbeperson bei Nivea?“ „Waldi“ mit Macho-Kommentar zur Löw-Nachfolge

Neuer Inhalt

Das Bild von Waldemar Hartmann entstand 2018 bei einem Pressetermin im Cafe Einstein in Berlin.

Köln – Nach der 0:6-Klatsche gegen Spanien gerät der Trainerstuhl von Joachim Löw (60) immer mehr ins Wanken. Die Rufe nach einem Rauswurf wurden in den vergangenen Tagen lauter. Zuletzt allerdings gaben Franz Beckenbauer (75) und Reiner Calmund (71) dem Bundestrainer Rückendeckung. Auch der Deutsche Fußball-Bund hält vorerst an Löw fest.

Als Experte in der Debatte um Joachim Löw war bei der Deutschen Welle der Moderator Waldemar Hartmann (72) zugeschaltet, um eine Einschätzung zu möglichen Löw-Alternativen zu geben. Dabei wurde Hartmann von einer Nachfrage überrumpelt.

Eine Frau als Bundestrainerin?

Alles zum Thema Joachim Löw

„Welche Frau könnten Sie sich vielleicht als Löws Nachfolgerin vorstellen?“, wollte der Journalist vom Experten wissen. Der sichtlich irritierte Hartmann fragte nach: „Als Bundestrainer?“ In den folgenden 30 Sekunden verstrickte sich der Experte in Aussagen, für die er nun massive Kritik einstecken muss. „Ich weiß ja nicht, vielleicht als Werbeperson bei Nivea? Aber als Bundestrainerin? Keine.“

Journalist Matthias Steinbrecher hakte nach, ob Deutschland „noch nicht soweit“ sei, dass eine Frau die Nationalmannschaft der Herren trainieren könne. Daraufhin gab Hartmann eine weitere vielsagende Antwort. „Nicht nur Deutschland – ich auch nicht.“ 

Wenige Frauen im deutschen Trainergeschäft

Hartmann muss nun für die Antworten viel Kritik einstecken. Ihm werden veraltete Ansichten und Machogehabe vorgeworfen. Einige Twitter-User hingegen finden die Frage überflüssig. Internationale Erfahrungen konnten bei den Frauen bisher hauptsächlich Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg (52) und Ex-Bundestrainerin Silvia Neid (56) sammeln. Mit Inka Grings (42/bis Juni SV Straelen) und Imke Wübbenhorst (31/aktuell SF Lotte) gibt es auch zwei Trainerinnen, die in der Regionalliga an der Seitenlinie standen. 

Vielleicht ist die Antwort von Waldemar Hartmann also ein weiterer – wenn auch unrühmlicher – Schritt in Richtung Gleichberechtigung im Fußball. 

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.