Nächster VAR-AufregerHeiße Bundesliga-Debatte um Abseits-Treffer: „Klare Fehlentscheidung“

Der Frust bei RB Leipzig und Marco Rose war wegen der ersten Niederlage nach 18 Pflichtspielen groß. Den Trainer ärgerte dabei vor allem eine Schiri-Entscheidung im Spiel gegen Union Berlin.

Kein Bundesliga-Spieltag ohne heiße VAR-Diskussion! Auch die 20. Runde im Fußball-Oberhaus macht in der Schiri-Debatte keine Ausnahme. Am Samstagabend (11. Februar 2023) kochte das Thema Regel-Auslegung nach dem Top-Spiel zwischen RB Leipzig und Union Berlin (1:2) so richtig hoch.

Besonders wortreich ärgerte sich RB-Coach Marco Rose (46), der die erste Niederlage nach 18 Spielen auch Schiri Daniel Schlager (33) und seinem Video-Assistenten Tobias Reichel (37) in die Schuhe schob. Dass der vermeintliche Ausgleich von Yussuf Poulsen (28) in der 78. Minute regelkonform aberkannt worden war, bezweifelte der angefressene Leipzig-Trainer vehement.

RB Leipzig sauer über aberkannten Ausgleichs-Treffer

Um den Torschützen ging es dabei gar nicht, bei den letzten Pässen vor dem Treffer aus kurzer Distanz war alles sauber geblieben. Allerdings meldete sich Reichel aus dem Kölner Keller wegen einer Abseitsstellung von Timo Werner (26), der das Tor eingeleitet hatte. Werner war durch eine unglückliche Verlängerung von Union-Abräumer Aissa Laidouni (26) erst ins Spiel gekommen. Die entscheidende Frage, die anschließend diskutiert wurde: War der Hacken-Pass des Tunesiers kontrolliert oder nicht?

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Der Mittelfeldspieler hatte mit dem Rücken zum Tor das Bein ausgefahren und den über ihn hinweg geflogenen Ball schließlich ohne zu gucken mit dem Absatz zum neben ihm stehenden Werner gespielt. „Mit der Hacke kann man den Ball nicht so kontrolliert spielen“, urteilte Referee Schlager nach dem Spiel und begründete die daraus resultierende Abseits-Entscheidung nach Check der TV-Bilder.  Nehmen Sie hier an der EXPRESS.de-Umfrage teil:

Rose war da ganz klar anderer Meinung. Und tatsächlich: Alleine der Eindruck, dass der Ball kontrolliert weitergespielt wurde, hätte den aberkannten Treffer zu einem regulären Tor gemacht. Rose bemängelte daher eine „klare Fehlentscheidung“ und nannte die Einordnung des Schiedsrichters „für mich null nachvollziehbar“.

Marco Rose wütet über Schiri-Entscheidung gegen RB Leipzig

Am Experten-Tisch von Sky redete sich Rose in Rage. Er sei fest davon überzeugt, dass Fußball-Profis mit ihren technischen Fähigkeiten zweifellos in der Lage seien, den Ball in der entsprechenden Situation kontrolliert zu spielen. Sein Rat an die Schiri-Gilde: „Vielleicht sollte ein Schiedsrichter mal kommen und gucken, was wir so machen.“

„René Higuita – kennt ihr alle, oder?“, verglich Rose die Laidouni-Aktion mit der wohl berühmteste Hacken-Szene der Fußball-Geschichte: „Er ist nicht angeschossen worden aus einem Meter, sondern er will den Ball klären.“

Im Sport1-„Doppelpass“ am Sonntag war Video-Assistent Reichel dann zugeschaltet, sprach über seine Sichtweise und verteidigte die Entscheidung. Die Fußballer-Riege sah das naturgemäß anders: „Für mich völlig unverständlich, wie man da Abseits geben kann“, sagte Max Kruse (34). Stefan Effenberg (54) forderte: „Man müsste eigentlich dieses ,Kontrollierte‘ rausstreichen.“

Schiri-Experte Alex Feuerherdt (53) vom Blog „Collinas Erben“ erklärte bei Sky allerdings, dass der Treffer in der vergangenen Saison noch gezählt hätte, die Regeländerung vor Beginn der laufenden Spielzeit aber entscheidend gewesen sei. Statt „bewusst“ muss ein Pass des Verteidigers nun „kontrolliert“ gespielt werden. Feuerherdt betonte, dass diese Auslegung bei Laidounis Hacken-Pass nicht gegeben sei – auch wenn Marco Rose da deutlich anderer Meinung war. (bc)