Das Borussia-Zeugnis Starke Fohlen-Saison: Der beste Mann der Rückrunde wird nur 15.

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Eine erfolgreiche Saison liegt hinter Borussia Mönchengladbach – mit entsprechend gutem Abschneiden der Spieler beim großen Abschlusszeugnis.

Mönchengladbach – Der Mann der Rückrunde ist nur knapp an der Relegation vorbeigeschrammt. Mit einem Notenschnitt von 2,71 war Florian Neuhaus (23) nach dem Jahreswechsel der beste Borusse. Dennoch belegt er im Saison-Ranking nur den 15. Platz.

Insgesamt 18 Fohlen schafften den Cut, indem sie in mindestens zehn Pflichtspielen bewertet wurden. Will heißen: Die Gladbacher waren in ihrer zweitbesten Saison seit 1984 auf ganz hohem Niveau unterwegs.

Notenbester: Patrick Herrmann verteidigt Spitzenposition bei Borussia Mönchengladbach

Neuhaus‘ Hinrunde war ja alles andere als katastrophal verlaufen. Gesetzt war er unter Marco Rose (43) schon damals. Dem zentralen Mittelfeldspieler fehlten nach der U21-EM lediglich der Rhythmus und die optimale Position. Nach der Winterpause fühlte sich Neuhaus frisch genug, um anzugreifen – was er schließlich als Sechser-Achter-Hybrid eindrucksvoll tat. So wurde aus einer 3,75 noch eine 3,32.

Ganz vorne rettete Patrick Herrmann (29/2,68) seinen Vorsprung vor Yann Sommer (31/2,71) ins Ziel. Während der Keeper 42-mal durchspielte, kam „Flaco“ nur auf 19 bewertete Partien, obwohl er fast nie fehlte. Borussias Kaderdichte war ihr Trumpf in dieser Saison. So spielte Herrmann seine beste Saison seit Jahren, erhielt nie eine Fünf, nur viermal eine Vier und wurde bis Anfang Oktober trotzdem nur einmal bewertet, genauso zwischen Ende Januar und Ende Mai.

Noch aufs Treppchen schaffte es der „Capitano“: In der Hinrunde war Lars Stindl (31) nach langer Verletzungspause erst spät eingestiegen, in der Rückrunde mauserte er sich zum „Mr. Doppelpack“. Als Borussia mit drei Siegen in Folge noch in die Champions League stürmte, ging Stindl voran. Ein Schnitt von 2,80 bedeutet Platz drei im GladbachLIVE-Notenranking.

Lars Stindl überzeugte bei Borussia Mönchengladbach mit starker Rückrunde

Patrick Herrmann 2,68 (19 benotete Spiele): So gut war „Flaco“ zuletzt 2014/15, als Borussia erstmals die Königsklasse schaffte und er Nationalspieler wurde. Privates Glück (Sohn Leonard wurde geboren) schien ihn zu beflügeln. Auf dem Weg zur Vereinslegende.

Yann Sommer 2,71 (42): War schwankender als in der überragenden Hinrunde. Doch selbst wenn der Keeper mal patzte (wie in Leipzig, Bremen oder München), zeigte er meist im selben Spiel noch überragende Paraden. Als ein Gesicht der Fohlen ganz wichtig für den Klub.

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Kapitän Lars Stindl überzeugte bei Borussia Mönchengladbach vor allen Dingen zum Saisonabschluss.

Lars Stindl 2,80 (20): Mit fast 32 Jahren im Herbst seiner Karriere, aber noch lange nicht müde. Stellte seine Vollstrecker-Qualitäten und seine Spielintelligenz gleichermaßen unter Beweis. Mag kein klassischer Rose-Fußballer sein, aber so einen Stindl kann jeder Trainer gebrauchen.

Tony Jantschke in der Rückrunder seltener bei Borussia Mönchengladbach im Einsatz

Denis Zakaria 2,90 (30): Bis zum fatalen Zusammenstoß mit Sommer Anfang März war „Zak“ unfassbar stabil unterwegs – auf höchstem Niveau. Brillierte in der besten Halbzeit der Saison gegen Leipzig als Mittelmann in der Dreierkette. Ihn halten zu können, wäre so wichtig.

Tony Jantschke 2,93 (15): Die personifizierte Zuverlässigkeit. Wurde in der Rückrunde seltener gebraucht als in der Hinrunde, war aber bis auf einen schwachen Auftritt auf Schalke immer voll da. Unter Rose war sogar noch eine Entwicklung erkennbar im Vorwärtsverteidigen.

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Tony Jantschke kam in der Rückrunde nicht mehr allzu häufig bei Borussia Mönchengladbach zum Zug.

Tobias Strobl 3,00 (10): Zahlreiche Borussen hatten Phasen, in denen sie plötzlich und unverhofft wichtig wurden. Strobl profitierte von Kramers und Zakarias Blessuren, lieferte noch mal ab auf der Sechs. Augsburg darf sich auf einen „Mr. Zuverlässig“ freuen.

Breel Embolo mit dem besten Notenschnitt aller Gladbacher

Ramy Bensebaini 3,00 (21): Einen Flügelverteidiger mit diesen defensiven wie offensiven Fähigkeiten würden sich viele Trainer gerne schnitzen können. An guten Tagen macht sich Bensebaini schon interessant für große Klubs, die schwachen müssen noch weniger werden.

Breel Embolo 3,04 (24): In der Rückrunde hatte er den besten Notenschnitt aller Borussen, wurde aber zu selten bewertet. Als hängende Spitze eine Wucht, ist im Zweikampf nicht nur ein Schrank, sondern eine Schrankwand. Muss seine Chancen aber noch besser nutzen.

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Matthias Ginter 3,06 (36): Hätte in dieser Form vermutlich eine starke Europameisterschaft gespielt. Bleibt er so stabil, wird er das 2021 definitiv nachholen. An einen Ginter-Bock kann man sich kaum noch erinnern. Sein soziales Engagement abseits des Rasens gibt Extrapunkte.

Alassane Plea mit großen Schwankungen bei seinen Auftritten

Marcus Thuram 3,06 (36): Der Neun-Millionen-Mann von Absteiger Guingamp ist mittlerweile ein 30-Millionen-Mann kurz vor dem Königsklassen-Debüt. Im ersten Bundesligajahr waren auch Formschwankungen dabei. Die Ausschläge nach oben machten sie beinahe vergessen.

Nico Elvedi 3,15 (39): An guten Tagen hat nur der FC Bayern ein besseres und ausgewogeneres Innenverteidiger-Duo. Und wie bei Nebenmann Ginter waren auch bei der Schweizer Bank aus Zürich jede Menge gute dabei. Eigentlich hat Borussia zwei Abwehrchefs.

Alassane Plea 3,17 (30): Sechs Einsen, sechs Fünfen – für den Franzosen ging es ganz schön auf und ab in dieser Saison. Auf der einen Seite war er Borussias Bundesliga-Topscorer, auf der anderen Seite blieb er oftmals unsichtbar. Diesmal konnten die Kollegen es besser auffangen als 2018/19.

Florian Neuhaus empfiehlt sich als möglicher Ersatz von Denis Zakaria

Stefan Lainer 3,21 (39): Er läuft und läuft und läuft und läuft. Nur Sommer kam auf mehr Minuten als „Super-Ösi“ Lainer. Dem fehlten in der Rückrunde zwar die Ausschläge nach ganz oben, als Vorarbeiter des neuen Stils ist und bleibt er jedoch ganz wichtig für Rose.

Jonas Hofmann 3,26 (23): In der Hinrunde lange verletzt, dann sehr schwankend. Wie gut seine Rückrunde war, fiel erst so richtig auf, als Hofmann am Ende auch Tore schoss. Stand 2020 in 14 von 17 Spielen in der Startelf. War Sechser, Achter, Zehner, Linksaußen, Rechtsaußen.

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Auch wenn Florian Neuhaus und Jonas Hofmann im Noten-Ranking nur im letzten Drittel landeten, hatten beide mit Borussia Mönchengladbach viel Grund zum Jubeln.

Florian Neuhaus 3,32 (34): Gehörte mit seinen Leistungen nach der Winterpause in den fiktiven EM-Kader von Joachim Löw. Seine Qualitäten zwischen den Strafräumen dürften Max Eberl und Co. deutlich ruhiger schlafen lassen, falls Zakaria dieses oder nächstes Jahr geht.

Oscar Wendt trotz solider Leistungen Schlusslicht im Gladbacher Noten-Ranking

Christoph Kramer 3,40 (20): Zeigte besonders nach dem Restart, dass man ihn nie abschreiben sollte. Überzeugte als Saugroboter vor der Abwehr und mit seinem guten Auge. In wichtigen Spielen lebt er inzwischen auch von seiner Erfahrung.

László Bénes 3,50 (14): Der Verlierer der Rückrunde. Im ersten Halbjahr unter Rose war der Slowake noch nahezu gesetzt. Mehr als Kurzeinsätze gewährte der Trainer seinem besten Standardschützen nicht mehr.

Oscar Wendt 3,67 (24): Einer muss im Notenranking den letzten Platz belegen. Wendt war am besten, als Bensebaini nach der Winterpause ausfiel. Die abermalige Vertragsverlängerung spricht für sich und ist verdient.

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