DFB-Irrsinn: Meister Leipzig steigt schon wieder nicht auf.
Das bittere Meister-TripleLok Leipzig wird zum dritten Mal Champion, steigt aber nicht auf

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Frust in Gelb: Lok Leipzig bleibt viertklassig.
Ein Drama um Lok Leipzig sorgt für Tränen und Wut: Während in Würzburg der Party-Hit «We are the Champions» aus den Boxen dröhnte, fühlten sich die Spieler und Bosse des Klubs wie im falschen Film. Zum dritten Mal binnen sieben Jahren haben die Sachsen die Meisterschaft in der Regionalliga Nordost geholt, doch der Aufstieg in die 3. Liga bleibt ihnen wieder verwehrt. Der Nachfolger des legendären VfB Leipzig, des ersten deutschen Fußball-Meisters, schaut wie schon 2020 und 2025 erneut in die Röhre.
Wütende Lok-Anhänger: «Euer System ist krank»
Ein trauriger Hattrick des Scheiterns, für den Lok Leipzig keine Schuld trägt. Die Verantwortung liegt stattdessen klar beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). Der Grund für das Drama: Aus den fünf Regionalliga-Staffeln steigen nur vier Mannschaften in den Profibereich auf. Und zum dritten Mal hat es nun die Leipziger erwischt, was die 3. Liga zunehmend zu einer reinen West-Angelegenheit werden lässt.
In der nächsten Spielzeit kicken 19 Vereine aus dem Westen und nur noch Hansa Rostock in der dritthöchsten Spielklasse. Dies ist eine direkte Konsequenz der Regeländerung: Seit 2021 steigen die Meister der Staffeln Südwest und West automatisch auf. Leipzig musste seither zweimal den Umweg über die Relegation gehen und zog schon 2020 den Kürzeren. Auf einem Transparent der gelb gewandeten Lok-Fans war nach Spielende zu lesen: «Euer System ist krank».

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Leipzigs Jubel in Würzburg währte nur kurz.
Der Zorn kocht diesmal besonders hoch. Das hat nicht nur mit der Wiederholung des Dramas für die Leipziger zu tun. Der eigentliche Skandal: Die Würzburger Kickers schaffen nach vier Jahren Abwesenheit die Rückkehr in die 3. Liga nicht als Champion, sondern als Tabellenzweiter. Der Meister, 1. FC Nürnberg II, hatte auf den Aufstieg verzichtet. Toni Wachsmuth, Sportdirektor von Leipzig, brachte die Fassungslosigkeit auf den Punkt: «Wir holen in zwei Jahren knapp 150 Punkte und steigen zweimal nicht auf. Das ist extrem bitter.»
Ziane am Boden zerstört: Jeder ist traurig
Sinnbildlich für diese verkorkste Aufstiegsregelung stand der weinende Leipziger Kapitän Djamal Ziane in den Gängen des Stadions. Der 34-Jährige ist seit 2014 im Club und hat jede dieser Tragödien hautnah miterlebt. Sein Treffer zum 1:2 in Würzburg war am Ende zu wenig für die große Wende. «Jeder ist traurig von uns. Du kannst die Gefühle auch nicht einfach unterdrücken», erklärte Ziane mit glasigen Augen. Seine Teamkollegen zu trösten? Für den niedergeschlagenen Angreifer war das in diesem Augenblick eine unlösbare Aufgabe.
Das eigentlich als Drittliga-Werbung gedachte Shirt von DFB-Mitarbeitern mit der Aufschrift «Die 3. Liga zeigt's uns» dürfte die Lok-Profis nicht gerade aufgemuntert haben. Der Verband selbst steckt bei der 2013 geschaffenen und später angepassten Regelung seit Langem in der Klemme und gestand eigene Versäumnisse ein. Sogar DFB-Präsident Bernd Neuendorf konstatierte: «Ja, Meister müssen aufsteigen».

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Trainer Michael Schiele und Würzburg feiern den Aufstieg.
Wie sieht die Zukunft der Reform aus?
Doch wie geht es nun weiter? Zwei Vorschläge werden diskutiert: das Regionenmodell, was das Aus für die Regionalliga Nordost bedeuten könnte, und das Kompassmodell, bei dem ein Algorithmus jährlich die vier Staffeln neu zusammenstellt. Beide Konzepte sehen eine Verringerung der Ligen vor. Eine Erweiterung der 3. Liga auf 22 Teams schließt der DFB aus. Laut der zuständigen Arbeitsgruppe könnte eine neue Regelung frühestens zur Spielzeit 2028/2029 in Kraft treten.
Das bedeutet im Klartext: Das jetzige System wird wohl noch mindestens zwei Saisons lang bestehen bleiben. Es hat nicht nur für krasse Ungerechtigkeit bei der Aufstiegsfrage gesorgt, sondern auch eine unausgewogene Zusammensetzung der Drittligisten bewirkt. Aus dem Nordosten Deutschlands ist nur noch Hansa übrig.
Rostock vor Mammut-Reisen
Für Hansa Rostock stehen daher in der kommenden Saison keine kurzen Wege auf dem Programm. Es geht stattdessen auf weite Reisen durch die ganze Bundesrepublik, etwa nach Ingolstadt, Regensburg, Saarbrücken oder Hoffenheim. Rostock ist damit der einsame Außenposten im Osten der dritten Liga.

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Weite Reisen: Hansa ist der letzte Ost-Club in Liga drei. (Archivbild)
Eine kuriose Geste gab es noch vor dem großen Jubel in Würzburg: Der Stadionsprecher sprach direkt zu den angereisten Leipzig-Anhängern und erklärte, dass man das aktuelle System ebenfalls für ungerecht halte. Umso deplatzierter erschien es, nur Augenblicke danach «We are the Champions» zu spielen, während die Leipziger Spieler noch vor ihrer Fankurve mit den 2.000 mitgereisten Unterstützern standen.
Immerhin: In Würzburg weiß man, wie sich die Leipziger am späten Montagabend auf dem Nachhauseweg fühlten. Die Unterfranken sammelten vor zwei Jahren selbst 82 Punkte und sicherten sich den Meistertitel in der Regionalliga. Gereicht hat es damals nicht, da man in der Relegation gegen die Reserve von Hannover 96 im Elfmeterschießen scheiterte. Und es gibt noch einen Hoffnungsschimmer für Leipzig: In der nächsten Spielzeit hat der Nordost-Meister einen festen Aufstiegsplatz. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
