Grimaldo-Beben bei Bayer! Der Linksverteidiger ist sich mit Atlético Madrid einig, doch Leverkusen fordert eine horrende Summe.
Einigung während der WMBundesliga-Star will nach Spanien – viel Luft bei Ablöse

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Alejandro Grimaldo vor dem Abflug bei Bayer Leverkusen? Der Spanien-Star würde gerne nach der WM in seiner Heimat spielen.
Auf der Geschäftsstelle von Bayer 04 ist es ein bekannter Witz. Spricht Alejandro Grimaldo mit spanischen Medien, fällt unweigerlich eine bestimmte Aussage: „Ich will irgendwann zurück nach Spanien und dort bei einem Topklub spielen.“
So oder ähnlich äußerte sich der 30-Jährige in der Vergangenheit immer wieder. Nun deutet vieles darauf hin, dass sein Wunsch diesen Sommer in Erfüllung geht.
Ablöse-Vorstellungen bei Grimaldo noch weit auseinander
Die Nachricht schlug am Freitag ein: Sowohl die spanische Sportzeitung „Marca“ als auch Transferexperte Fabrizio Romano meldeten, dass Grimaldo und der Madrider Klub Atlético eine Einigung erzielt haben. Romano schrieb auf „X“: „Einigung über die persönlichen Konditionen zu 100 Prozent erzielt – Grimaldo sagt Ja zum Projekt von Atlético“
Eine Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ bei Bayer 04 ergab: Der Berater des Spielers hat die Leverkusener Führung über die Übereinkunft zwischen seinem Klienten und Atlético informiert. Die Verhandlungen mit dem Klub aus Madrid sind aber noch nicht gestartet.
Dabei hatte sich der neue Coach von Leverkusen, Carles Martínez, erst am Montag noch hoffnungsvoll gezeigt, was einen Verbleib des Freistoß-Künstlers angeht. „Grima ist ein toller Typ und eine Führungsfigur. Ich habe ihm gesagt, dass ich mich sehr darauf freue, mit ihm hier zu arbeiten“, sagte der 42-Jährige der „Bild“.
Spekulationen über einen Wechsel zu Atlético oder Juventus Turin gab es zuletzt immer wieder. Martínez dazu: „Er ist jetzt bei der WM, Transfergerüchte um solch einen Spieler sind normal. Dass sich auf dem Markt schnell etwas verändern kann, muss man wissen.“ Genau das scheint nun passiert zu sein.
Eigentlich verfolgten Atléticos Sportdirektor Mateu Alemany und Trainer Diego Simeone auf dieser Position andere Ziele. Sie wollten Marc Cucurella, den etatmäßigen Linksverteidiger der spanischen Auswahl, zum Halbfinalisten der letzten Champions-League-Saison lotsen.
Letztendlich wählte der Lockenkopf, der bei der EM 2024 im Viertelfinale gegen die deutsche Mannschaft durch sein Handspiel in der Verlängerung, das nicht geahndet wurde, Berühmtheit erlangte, jedoch den Stadtkonkurrenten Real Madrid.
Laut „Marca“ soll Alemany daraufhin in den vergangenen Tagen den Austausch mit Grimaldo sowie seinem Berater forciert haben. Nach der Verständigung mit dem Spieler stehen nun die Gespräche mit Bayer 04 bevor. Im Raum steht laut „Marca“ und Romano eine Transfersumme von 12 bis 15 Millionen Euro.
Doch nach Informationen dieser Redaktion verlangt Leverkusen eine Summe von 30 Millionen Euro. Die Werkself möchte ihren Topscorer der abgelaufenen Saison (14 Tore, zwölf Vorlagen) nicht für einen Preis abgeben, der ihrer Meinung nach nicht marktgerecht ist. Grimaldos Vertrag beim Bundesligisten läuft noch bis zum Jahr 2027.
Für die Werkself würde ein Transfer von Grimaldo nicht nur einen immensen sportlichen Qualitätsverlust bedeuten, sondern auch das Führungsvakuum weiter vergrößern. Bereits im vergangenen Sommer hatten mit Lukas Hradecky, Jonathan Tah, Granit Xhaka und Florian Wirtz wichtige Persönlichkeiten den Verein verlassen.
Die Neuzugänge und die verbliebenen Spieler konnten diese Lücken auf und neben dem Spielfeld nicht füllen. Grimaldo, der in der vergangenen Saison mehrfach die Binde des Kapitäns trug, wenn Robert Andrich fehlte, galt als einer der wenigen verbliebenen Anführer im Team. Es gibt Berichte über wichtige Ansprachen von ihm in der Umkleide.
Bislang hat Leverkusen fünf neue Spieler für die kommende Saison unter Vertrag genommen – durchweg Talente mit viel Potenzial: Ndjicoura Bomba (19), Aleksa Damjanovic (17), Kerim Alajbegovic (18), Kennet Eichhorn (16) und Afonso Moreira (21). Zugleich wird über einen Abgang von Kapitän Robert Andrich (31, Vertrag bis 2028) spekuliert, für den im von Martínez bevorzugten System mit Viererkette oder auf der Sechserposition womöglich kein Platz ist.
Auch Jonas Hofmann (32, Vertrag bis 2027) hat bei Bayer 04 aller Voraussicht nach keine Perspektive mehr. Sollte auch Grimaldo gehen, stehen Rolfes sowie Kaderplaner Kim Falkenberg vor einer gewaltigen Herausforderung: Sie müssen nicht nur sportliches Talent, sondern auch dringend benötigte Persönlichkeit verpflichten. (red)
