Nico Schlotterbeck und Felix Nmecha glänzen im DFB-Trikot – und wecken Begehrlichkeiten. Droht dem BVB der Ausverkauf?
BVB-Beben nach WM-GalaVerliert Dortmund jetzt seine beiden DFB-Helden?

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Nico Schlotterbeck und Felix Nmecha vertreten Borussia Dortmund bei der WM.
Normalerweise bildet der FC Bayern das Rückgrat der Nationalmannschaft, doch bei diesem Turnier rücken zwei Dortmunder Profis in den Fokus.
Beim spektakulären 7:1-Erfolg über Curacao haben sich Abwehrmann Nico Schlotterbeck (26) und Mittelfeld-Akteur Felix Nmecha (25) ins Scheinwerferlicht gespielt. Den Führungstreffer zum 1:0 markierte Nmecha, während Schlotterbeck seinen Patzer beim zwischenzeitlichen Ausgleich mit dem entscheidenden Kopfball zum 2:1 wieder ausbügelte.
Schreckt Dortmunds Schmerzgrenze Interessenten ab?
Beide Akteure lieferten eine Top-Leistung ab. Nmecha provozierte obendrein den Strafstoß, der zum 3:1 führte, und erntete dafür viel Anerkennung. Diese Glanzvorstellung der zwei BVB-Profis war ein Triumph für die überschaubare Dortmunder Abordnung im DFB-Team. Die Begeisterung darüber wird jedoch gedämpft, denn jede herausragende Performance nährt die Spekulationen, wie lange die beiden überhaupt noch das Trikot von Borussia Dortmund tragen werden. Das berichtet „SPOX“.
Die Anhänger von Borussia Dortmund werden sich noch an das Aufatmen im Frühjahr erinnern, als sowohl Schlotterbeck als auch Nmecha ihre Arbeitspapiere langfristig ausdehnten. Aber kaum ist die Unterschrift unter Schlotterbecks neuem Vertrag bis 2031 getrocknet, steht ein Abschied im Raum. Sein Kontrakt enthält nämlich eine besondere Klausel für die Weltmeisterschaft.
Für einen Betrag von 50 bis 60 Millionen Euro darf er bis eine Woche nach dem Endspiel am 19. Juli zu einem von drei bestimmten Spitzenvereinen gehen. Laut Medienberichten zählen Real Madrid und der FC Liverpool zu diesem elitären Zirkel, der FC Bayern jedoch nicht.
Es heißt, der neue Real-Trainer Jose Mourinho sei sehr an dem Verteidiger interessiert. Antonio Rüdiger, der bei Real Madrid unter Vertrag steht, äußerte sich am Mittwoch dazu: „Gute Spieler sind immer willkommen. Ich würde mich sehr freuen“.
Ebenso besitzt Felix Nmecha eine Klausel zum Vertragsausstieg in seinem bis 2030 gültigen Papier. Der kleine, aber wichtige Unterschied ist: Sie wird erst im Sommer 2027 für 80 Millionen Euro wirksam, ein Jahr darauf dann für 70 Millionen. Das heißt, Borussia Dortmund könnte in der aktuellen Transferperiode über eine Offerte für Nmecha frei verhandeln.
Und die potenziellen Käufer scheinen bereits Schlange zu stehen. Die „Bild“ berichtet, dass die finanzielle Schmerzgrenze für den BVB bei heftigen 120 Millionen Euro liegt. Somit könnte Nmecha nach Ousmane Dembélé (2017 für 148 Millionen zum FC Barcelona) und Jude Bellingham (2023 für 127 Millionen zu Real Madrid) zur drittteuersten Transfereinnahme in der Klub-Historie aufsteigen. Zusätzlich zu Real wird auch dem FC Chelsea und den beiden Vereinen aus Manchester Interesse nachgesagt. Bei City war Nmecha schon von 2008 bis 2021 im Nachwuchs aktiv.
Dabei war ihr Weg in die WM-Startformation keineswegs vorgezeichnet. Im internen Konkurrenzkampf konnte sich Schlotterbeck gegen den lange Zeit etablierten Rüdiger behaupten. Dass Nmecha in der Anfangsformation stand, war eine noch gewaltigere Überraschung, denn er schob Leon Goretzka auf die Ersatzbank. Nationaltrainer Julian Nagelsmann hatte Goretzka im März einen WM-Startplatz in Aussicht gestellt, wohingegen Nmecha aufgrund eines Außenbandrisses eine lange Pause einlegen musste und erst am finalen Spieltag der Bundesliga seine Rückkehr feierte.
Für den BVB stellt diese Situation eine Medaille mit zwei Seiten dar. Ein doppelter Transfer der beiden Akteure würde dem Verein zwar Einnahmen von circa 180 Millionen Euro bescheren. Zugleich würde jedoch die gesamte Mittelachse des Teams zusammenbrechen und die komplette Planung des Kaders für die kommende Spielzeit über den Haufen werfen. (red)
