Für den Bayer-Trainer wird es eng. Gegen den VfL Wolfsburg muss für Leverkusen ein Sieg her, sonst drohen Kasper Hjulmand sehr unruhige Tage.
Hjulmands Schicksalsspiel?Leverkusen vor Wolfsburg-Duell mit dem Rücken zur Wand

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Kasper Hjulmand ist mit Bayer Leverkusen an 28. Spieltag gegen den VfL Wolfsburg gefordert.
Inmitten der sportlichen Krise griff Kasper Hjulmand am Freitag auf eine philosophische Maxime zurück.
Der Trainer von Bayer 04 Leverkusen beschrieb seine Vorgehensweise mit den Worten: „Man muss versuchen, die Dinge zu ändern, die man ändern kann – und auch den Mut dazu haben. Man muss Frieden finden mit Dingen, die man nicht ändern kann. Und man muss so klug sein, den Unterschied zu erkennen“.
Bayer Leverkusen: Nur ein Sieg aus neun Spielen
Wie dringend der Handlungsbedarf bei der Werkself ist, offenbart die aktuelle Tabellensituation. Vier Punkte beträgt die Lücke zu Platz vier, bei nur noch sieben ausstehenden Spieltagen. Ein Erfolg im Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen den abstiegsbedrohten VfL Wolfsburg ist deshalb alternativlos. Ansonsten dürfte die Diskussion um Hjulmands Position eine neue Dimension erreichen.
Der Coach will davon aber nichts hören. „Es geht nicht um meine Person – es geht um die Mannschaft“, machte Hjulmand deutlich. „Mein Fokus ist hier zu 100 Prozent – jede Stunde, jeden Tag, von morgens bis abends.“ Er schließe sich selbst in die kritische Betrachtung ein: „Wie kann ich der Mannschaft helfen? Wir haben alles mit dem Staff besprochen und haben einen klaren Plan.“ Die Länderspiel-Unterbrechung sei genutzt worden, um das laufende Jahr zu durchleuchten und Korrekturen vorzunehmen.
Die Zahlen für 2026 sind verheerend: In 19 Begegnungen gab es nur sieben Siege, aus den jüngsten neun Matches sprang lediglich ein einziger Erfolg heraus. „Wir haben viele Spiele gut gespielt – aber wir müssen diese Spiele auch gewinnen“, sagte Hjulmand. Er kritisierte die mangelnde Effizienz und Fehler: „In Freiburg hatten wir zwei große Chancen und haben sie nicht genutzt, in Heidenheim haben wir Fehler gemacht.“ Sein Fazit aus der Analyse: „Unsere Prinzipien im Verteidigen müssen klarer sein. (...) Es muss alles ein bisschen schärfer werden.“
Die größte Herausforderung dabei: Dem Trainer blieb fast keine Zeit, seine Erkenntnisse an die Mannschaft weiterzugeben. Neun Nationalspieler stießen erst am Donnerstag und Freitag wieder zum Team, manche nach extremen Reisestrapazen. So absolvierte Christian Kofane ein Länderspiel für Kamerun in Australien, während Exequiel Palacios direkt aus Argentinien anreiste.
Positive Nachrichten gibt es zumindest aus dem Krankenlager: Abwehrspieler Loïc Badé (Muskelverletzung) und Kreativkopf Eliesse Ben Seghir (Bänderverletzung) stehen wieder zur Verfügung. Die beiden kostspieligen Neuzugänge vom Sommer brennen darauf, sich endlich zu beweisen. Badé, für 25 Millionen Euro als neuer Abwehrboss vom FC Sevilla gekommen, wurde seiner Rolle noch nicht gerecht. Ben Seghir, der für mehr als 30 Millionen Euro aus Monaco kam, wurde von Verletzungen zurückgeworfen und war bei 14 Kurzeinsätzen an keinem Tor direkt beteiligt.
Ein herber Rückschlag ist hingegen der Ausfall von Martin Terrier. Der Stürmer zog sich beim 3:3 in Heidenheim eine schwere Muskelverletzung im Oberschenkel zu, was das Saisonende für ihn bedeutet, wie Hjulmand am Freitag mitteilte. Auch Jarell Quansah wird am Samstag fehlen. „Wir haben Hoffnungen, dass er für das Spiel in Dortmund am kommenden Samstag fit wird“, so der Trainer. Im Mittelfeld wird es durch die Sperre von Aleix García zusätzlich kompliziert, die richtige Formation zu finden.
Gleichgültig, welche Elf am Ende aufläuft, die Vereinsführung um Simon Rolfes wird die Leistung genau unter die Lupe nehmen. Der Sport-Geschäftsführer hatte zwar unlängst erklärt, ein Trainerwechsel sei aktuell kein Thema. Eine Niederlage gegen Wolfsburg könnte diese Aussage aber schnell relativieren. (red)
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