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„Wundert mich jetzt sehr“ARD-Experte ungläubig wegen Deutschland-Szene

Deutschland jubelte gegen Ecuador ganz früh über die 1:0-Führung. Viele Experten waren sich allerdings einig: Dieses Tor hätte nicht zählen dürfen.

Was für ein Blitzstart für Deutschland im Vorrunden-Finale gegen Ecuador! Tagelang wurde diskutiert, wie die DFB-Auswahl das Spiel nach dem bereits feststehenden Gruppensieg bestreiten und ob Julian Nagelsmann (38) womöglich rotieren würde. Und dann legte die deutsche A-Elf am Donnerstag (25. Juni 2026) los wie die Feuerwehr.

Schon nach zwei Minuten traf ausgerechnet der zuletzt so hart kritisierte Leroy Sané (30) zum 1:0 für den vierfachen Weltmeister, der in dieser Szene allerdings ganz großes Glück hatte. Beim Abschluss des Türkei-Legionärs gab es nichts zu meckern, die Vorlage von Aleksandar Pavlovic (22) war allerdings äußerst grenzwertig.

Wagner und Schweinsteiger wundern sich bei DFB-Spiel

Der defensive Mittelfeldspieler erwischte den Ball nach einem Einwurf von David Raum (28) auf Kopfhöhe seines Gegenspielers Pedro Vite (24), traf den Ecuadorianer dabei sogar mit dem Schuh im Gesicht. Als die ARD in ihrer Live-Übertragung die Wiederholung zeigte, dürfte sich bei Millionen Deutschen vor den Fernsehern bereits Sorgen um einen VAR-Eingriff geregt haben.

Doch die US-amerikanische Schiedsrichterin Tori Penso (39) hielt sich mit einem möglichen Check des Treffers gar nicht zu lange auf, gab den Treffer nach kurzer Diskussion mit den ecuadorianischen Spielern auf dem Platz. Ein ausführlicher VAR-Check lag nicht vor.

Der in der ARD zugeschaltete Schiri-Experte Lutz Wagner (63) konnte den Umgang mit der Szene kaum fassen, sagte mit hörbarer Verwunderung: „Aus meiner Sicht eine sehr mutige Entscheidung. Er spielt in einem Bereich, wo man eigentlich mit dem Kopf spielt, den Ball mit dem Fuß. Da kommt es auch zu einem Kontakt.“

Kritisch sei alleine schon „die Höhe des Fußes im Kopfbereich, wenn der Gegner den Ball mit dem Kopf spielen will“, so Wagner weiter. Vite war sofort zu Boden gegangen, zahlreiche Kollegen reklamierten umgehend. Sekunden später schlugen die Reklamationen dann in Ärger um, als Penso den Treffer für gültig erklärte.

Zweikampf beim WM-Spiel Deutschland - Ecuador.

Copyright: Jan Woitas/dpa

Kritische DFB-Szene: Aleksandar Pavlovic trifft Pedro Vite mit dem Fuß im Gesicht. Schiedsrichterin Tori Penso hat freien Blick.

Die Schiedsrichterin hatte sich einmal kurz ans Ohr gefasst und offenbar von ihren Video-Assistenten vermittelt bekommen, dass ihr keine grobe Fehlentscheidung unterlaufen sei – das maßgebliche Kriterium für ein Eingreifen des VAR.

„Das wundert mich jetzt sehr, dass kein Einspruch vom VAR kam. Wir hätten uns nicht beschweren können, wenn dieses Tor zurückgenommen wird“, erklärte Wagner abschließend.

Der frühere Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich bekräftigte dies bei MagentaTV: „Regeltechnisch ist das für mich ein klares Foul. Das Tor hätte nicht zählen dürfen, da lege ich mich fest. Der Kopf ist auch nicht zu tief, der Fuß ist viel zu hoch – und er trifft ihn.“

Ähnlich sah es auch Bastian Schweinsteiger, der bei einer ARD-Schalte im Laufe der ersten Halbzeit berichtete: „Das Tor hat auf der Tribüne für Furore gesorgt. Viele haben mit dem Kopf geschüttelt und sich gefragt: Warum greift der VAR nicht ein?“

Stefan Raab beim WM-Spiel zwischen Deutschland und Ecuador.
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