Schiedsrichterin Tori Penso bekommt ihren zweiten Einsatz bei der WM beim Deutschland-Spiel gegen Ecuador.
Bauchfrei-Jubel veränderte allesSie leitet DFB-Spiel – viraler WM-Moment mit Bundesliga-Star
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Zum zweiten Mal in der WM-Geschichte pfeift eine Schiedsrichterin ein Spiel der deutschen Männer-Nationalmannschaft. Bei der US-Amerikanerin begann alles mit dem Wunsch nach mehr Taschengeld – und dem mittlerweile legendären Jubel einer amerikanischen Fußballerin.
Tori Penso war 12 oder 13 Jahre alt und ihre Mutter riet ihr, sich als Schiedsrichterin bei Jugendspielen etwas dazuzuverdienen. Fast drei Jahrzehnte später wird Penso in New York am Freitagabend (22.00 Uhr/ARD und MagentaTV) das deutsche WM-Spiel gegen Ecuador leiten.
Patrik Schick löste durch respektlose Geste viralen WM-Moment aus
Der Ausgangspunkt dafür war nicht nur der Rat der Mutter, sondern das WM-Finale im selben Jahr. 1999 besiegten die US-Frauen China, Brandi Chastain zog sich nach ihrem verwandelten Elfmeter das Trikot vom Leib, fiel auf die Knie – und schuf ein heute ikonisches Bild. „Es war das erste Mal, dass ich eine Frau als Athletin wahrgenommen habe. Es veränderte mein ganzes Weltbild“, sagte Penso.
Die Schiedsrichterei wurde zur Leidenschaft der US-Amerikanerin, mit dem Geld kaufte sie sich ihr erstes Auto. Und lernte fürs Leben. „Schnelle Entscheidungen zu treffen, den Mut zu haben, vor schreienden Eltern auf dem Feld zu sein – das hat mir viele Fähigkeiten verschafft“, sagte Penso.
An Wochenenden leitete sie Spiele, von Montag bis Freitag arbeitete sie im Marketing einer Werbeagentur. „Es gab keine hauptberuflichen Schiedsrichterinnen in den USA. Deshalb hatte ich das nie als Beruf in Erwägung gezogen“, erinnerte sich Penso.
Doch das änderte sich. Durch ein olympisches Programm kam sie im Schiedsrichterwesen beruflich voran, privat lernte sie ihren späteren Mann Chris kennen – natürlich ist er auch Schiedsrichter.

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Brandi Chastains ikonischer Torjubel hatte großen Einfluss auf die spätere Schiedsrichterin Tori Penso.
In diesem Jahrzehnt nahm Pensos Karriere Fahrt auf. 2020 leitete sie als erste Frau ein Spiel in der US-Profiliga MLS, 2023 wurde sie erste Schiedsrichterin bei einem WM-Finale, als Spanien bei der Frauen-WM England besiegte. Informiert wurde sie darüber von Schiedsrichter-Legende Pierluigi Collina. An den Moment erinnert sie sich noch genau. „Ich schmolz dahin“, sagte Penso.
Am vergangenen Donnerstag leitete Penso das Gruppenspiel zwischen Tschechien und Südafrika. „Sie hat sehr gute Feld-Entscheidungen getroffen und brauchte bei vielen Szenen den VAR nicht“, sagte der frühere Schiedsrichter Frank Willenborg dem „Kicker“.
Eine Szene ging danach viral: Bei einer Diskussion mit der Unparteiischen winkte Tschechiens Stürmerstar Patrik Schick plötzlich genervt ab und dampfte ab.

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Tebeho Mokoena schaut Schiedsrichterin Tori Penso entgeistert an, weil Patrik Schick abwinkend abgedampft ist. Die Szene ging viral.
Der Südafrikaner Tebeho Mokoena war darüber so ensetzt, dass er den Mund weit aufriss und erst den Profi von Bayer Leverkusen und dann die Schiedsrichtern völlig entgeistert anschaute.
Sie wurde damit die zweite Frau, die bei einer Männer-WM als Schiedsrichterin zum Einsatz kam. Pionierin war die Französin Stéphanie Frappart - sie pfiff 2022 in Katar das Spiel zwischen Deutschland und Costa Rica. Nun ist Penso beim DFB-Spiel gefordert. (are/dpa)
