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S04 abgeschossen Winkt die Bundesliga? Das macht Zweitliga-Spitzenreiter Regensburg so stark

Steve Breitkreuz und Andreas Albers bejubeln einen Treffer von Jahn Regensburg.

Steve Breitkreuz und Andreas Albers bejubeln einen Treffer von Jahn Regensburg beim Sieg am 21. August gegen chalke 04.

Volle Ausbeute aus vier Spielen, Schalke 04 und Holstein Kiel abgeschossen: Tabellenführer Jahn Regensburg fegt aktuell durch die 2. Bundesliga. Doch was macht den Klub und das Team von Mersad Selimbegovic so stark?

Regensburg. Der Schock nach der 1:4-Abreibung bei Jahn Regensburg stand Schalke-Trainer Dimitrios Grammozis (43) und seinen Spielern am Samstag (21. August) ins Gesicht geschrieben. „So dürfen wir uns nicht präsentieren“, polterte der Knappen-Coach nach Schlusspfiff.

Allerdings war der schwache Schalker Auftritt längst nicht der Hauptgrund für das für viele überraschende Ergebnis. Denn schon vor dem Spiel war klar: S04 gastiert beim formstarken Tabellenführer der 2. Bundesliga. Und dass Jahn Regensburg aktuell zu Recht ganz oben steht, wurde am Samstagmittag mehr als deutlich.

Jahn Regensburg setzt auf der Trainerbank auf Kontinuität

Doch was macht die Oberpfälzer, die sich erstmals seit den Siebzigern wieder fünf Zweitliga-Spielzeiten in Folge im Unterhaus halten konnten, aktuell so stark? EXPRESS.de  erklärt vier entscheidende Faktoren.

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Der Trainer: Kontinuität ist einer der Schlüssel. Der frühere Jahn-Profi Mersad Selimbegovic (39) geht aktuell in seine dritte Saison an der Seitenlinie, zuvor hatte er im Verein bereits als Co-Trainer von Achim Beierlorzer (53) gearbeitet. Direkt nach seinem Karriereende 2012 fing er als Assistent und Koordinator im vereinseigenen Unterbau an, wurde 2017 zu den Profis befördert.

Mersad Selimbegovic gibt Anweisungen am Spielfeldrand.

Mersad Selimbegovic steht für klare Anweisungen am Spielfeldrand. So auch am 21. August beim Sieg von Jahn Regensburg gegen Schalke 04.

„Mersad steht für unsere Herkunft, verkörpert unsere Werte und hat unsere Spielidee mitentwickelt“, lobte ihn Sport-Geschäftsführer Christian Keller (42) im Dezember 2020 bei der vorzeitigen Vertragsverlängerung bis 2023. Der Bosnier setzt stets auf eine 4-4-2-Formation, steht für einen Mix aus hohem läuferischem Aufwand und spielerischen Mitteln. Das hielt Regensburg zuletzt zuverlässig von den Abstiegsrängen fern.

Bayern-Talent Sarpreet Singh blüht bei Jahn Regensburg auf

Die Mannschaft: Gegen Schalke standen mit Konrad Faber (23), Steve Breitkreuz (29), Sarpreet Singh und David Otto (beide 22) vier Neuzugänge in der Startelf, viele andere Leistungsträger sind bereits seit Jahren dabei. Der Mix aus Neuen und Alten sowie zwischen Jung und Alt passt. „Der Jahn ist das, was ich gesucht habe. Es gibt Wertschätzung hier, ein Konzept, gute Organisation und Kommunikation“, schwärmte Innenverteidiger Breitkreuz schon nach seinen ersten Wochen beim Jahn.

Die Spieler von Jahn Regensburg jubeln ihren Fans zu.

Bei Jahn Regensburg herrscht beste Stimmung. Hier feiert die Mannschaft mit den Fans den Sieg am 21. August über Schalke 04

Talente wie Max Besuschkow (24) im Mittelfeld oder Linksverteidiger Erik Wekesser (24) gehen in ihr drittes Jahr im Klub und zeigen Potenzial für höhere Aufgaben. Am auffälligsten war in den ersten Spielen jedoch Bayern-Leihgabe Singh. Der neuseeländische Nationalspieler konnte sich in der vergangenen Rückrunde nicht beim 1. FC Nürnberg durchsetzen. In Regensburg ist der Offenivspieler gleich gesetzt, dankte das Vertrauen mit fünf Scorerpunkten (zwei Tore, drei Vorlagen) in den ersten vier Spielen.

Jahn Regensburg seit 2015 in der neuen Arena

Das Stadion: 2015 wurde das schmucke Jahn-Stadion fertiggestellt. Die Arena mit rund 15.000 Plätzen war schon lange im Gespräch, doch erst als sich Regensburg als Gründungsmitglied ab 2008 in der 3. Liga etablierte, wurde der Neubau beschlossen. Eine Erweiterung der Gesamtkapazität auf 18.000 Zuschauer ist möglich, der Schnitt in den drei Zweitliga-Jahren vor Corona lag bei jeweils rund 11.000 Besuchern.

Ein Blick ins Jahn-Stadion von Jahn Regensburg.

Ein Blick ins Jahn-Stadion, wo aktuell durch die Corona-Beschränkungen nur rund 5000 Zuschauer erlaubt sind.

Neben über 6000 Stehplätzen gibt es im Stadion auch einen Business-Bereich für gut 1000 Besucher, der dem Verein neue Einnahmequellen bescherte. Auch diese Gelder halfen dem Klub, einigermaßen glimpflich durch die Corona-Krise zu kommen. Während andere Klubs Löcher durch Spielerverkäufe stopfen mussten, zehrte der Jahn vom Polster vergangener Jahre, um die sportlichen Einschnitte so gering wie möglich zu halten.

Jahn Regensburg marschierte aus der Regionalliga in Liga zwei

Der Strippenzieher: In der Saison 2014/2015 stürzte der Jahn in die Regionalliga ab, schaffte anschließend aber den Durchmarsch und hält sich seitdem in der 2. Bundesliga. Ein Grund für die sportliche Beständigkeit ist auch eine Konstante hinter den Kulissen.

Christian Keller und Mersad Selimbegovic posieren mit dem Trikot von Jahn Regensburg.

Christian Keller (r.) im Mai 2019 bei der Vorstellung von Trainer Mersad Selimbegovic.

Geschäftsführer Keller ist seit 2013 im Amt und zeichnet sich durch seinen kühlen Kopf aus – gerade im Umgang mit Trainern. Selimbegovic ist erst der vierte Trainer seit 2014, seine beide Vorgänger Beierlorzer und Heiko Herrlich (49) gingen nach zwei beziehungsweise anderthalb Jahren nur, weil ihnen Angebote vom 1. FC Köln und Bayer Leverkusen aus der Bundesliga vorlagen.

Spielt Regensburg auch weiter so furios, könnte dieses Szenario schon bald auch bei Selimbegovic drohen. Vom Aufstieg oder gar der oberen Tabellenhälfte will in Regensburg zunächst aber noch niemand etwas wissen. Die bisher geholten zwölf Punkte gelten vor allem als Polster nach unten, Abheben ist streng verboten. „Da lauert die Gefahr, dass man denkt, dass man besser ist, als man wirklich ist“, weiß Selimbegovic auch den aktuellen Höhenflug bescheiden einzuordnen.

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