Am Samstagnachmittag traf der 1. FC Köln auf Borussia Mönchengladbach. Es entwickelte sich ein packendes Derby mit vielen Toren.
Wildes DerbyPlatzverweis, sechs Tore und nur ein Pünktchen Hoffnung
Aktualisiert
Was für ein packendes Derby! Am Samstagnachmittag (21. März 202) bekamen die Fans im Rhein-Energie-Stadion Fußball-Wahnsinn der Extraklasse geboten. Packende Zweikämpfe, ein unglückliches Startelf-Debüt, sechs Tore, einmal Gelb-Rot und fünf Minuten Nachspielzeit.
Am Ende trennten sich der 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach mit 3:3. Was dieser Punkt im Abstiegskampf wert ist, wird sich zeigen. Wie es mit Trainer Lukas Kwasniok (44) weitergeht, auch. Eigentlich hätte der FC einen Sieg benötigt. In den letzten 18 Spielen gab es nur zwei Dreier. Doch am Samstag verlor der VfL Wolfsburg mit 0:1 gegen Bremen. Köln hat auf Platz 15 jetzt 26 Punkte, Wolfsburg ist auf Abstiegsplatz 17 mit 21 Zählern. St. Pauli (Platz 16 mit 24 Punkten) spielt am Sonntag gegen Freiburg. Gladbach ist auf Rang zwölf mit 29 Punkten.
Cenny Neumann bei Startelf-Debüt für Köln etwas überfordert
Hinzu kam wieder Verletzungspech der Kölner. Beim Aufwärmen verletzte sich Tom Krauß, der als rechter Verteidiger starten sollte. Für ihn sprang Youngster Cenny Neumann (19) ein. Gleich nach 29 Sekunden ließ er den Ex-Kölner Jens Castrop ziehen, der das 1:0 für die Gäste erzielte. FC-Keeper Marvin Schwäbe klopfte Neumann auf die Schulter und baute ihn sofort wieder auf.
Köln geschockt? Denkste! Isak Johannesson bediente Said El Mala im Strafraum. Mit einem Schuss aus der Drehung erzielte er den Ausgleich. Da sah Gladbachs Verteidiger Joe Scally ganz alt aus. Und in der siebten Minute folgte das 2:1. Jakub Kaminski flankte, Ragnar Ache drückte den Ball über die Linie. Furios-wilder Derby-Auftakt in Müngersdorf!
Die Fans waren da, der FC am Drücker, doch richtig konsequent drängten die Hausherren in dieser Phase nicht auf den nächsten Treffer. Stattdessen blieb auch Gladbach gefährlich. Nach 20 Minuten der Ausgleich: Neumann ließ Catrop flanken, Philipp Sander konnte letztlich den Ball über die Linie drücken.
Es entwickelte sich ein teils wildes Derby – höchst ansehnlich für die Zuschauer: Kölns Johannesson zog knapp vorbei, der Ball von Gladbachs Diks strich hauchzart am Pfosten vorbei. Mit 2:2 ging es in die Pause.
Dort ging es munter weiter! Emotional wurde es auch mit dem Unparteiischen. Schiedsrichter Sören Storks aus (Velen) zeigte Kapitän Schwäbe Gelb, weil er sich nach einem Foul an Kaminski beschwerte. Nach einem Handspiel von Roco Reitz vor dem eigenen Strafraum, entschied Storks auf Vorteil. Kaminski nutzte den allerdings nicht und schoss aus spitzem Winkel genau auf Keeper Moritz Nicolas. Ein Abspiel wäre wohl sinnvoller gewesen.
Dann verschaffte sich Castrop mit einem Wackler Platz gegen Neumann und hämmerte den Ball in den Winkel! 2:3 nach einer Stunde. Natürlich war das ein Sonntags-Schuss, aber Neumann war wie schon zuvor bei seinem Start-Debüt in einigen Situationen etwas überfordert. Die Frage, warum Kwasniok ihn nicht spätestens zur Pause auswechselte, stellten sich viele. Mit Jan Thielmann saß ein Spieler auf der Bank, der auch schon etliche Partien als Rechtsverteidiger absolviert hatte.
Nach 70. Minuten erlöste Kwasniok den Youngster dann 25 Minuten zu spät. Thielmann kam rein. Und für Joannesson brachte der Coach Felipe Chavez. In der 76. Minute holte Kwasniok dann Ache, El Mala und Linton Maina runter. Für sie kamen Luca Waldschmidt, Marius Bülter und Florian Kainz. Schluss-Offensive mit den Alt-Stars? Jawoll! Waldschmidt holt einen Eckball raus, Kainz brachte den Ball und Eric Martel köpfte den Ausgleich zum 3:3 (84.).
Nur Sekunden später sah Martel nach einem Luftkampf Gelb-Rot, weil er Scally mit dem Arm am Kopf traf. In diesem Derby war wirklich alles drin. Die Unparteiischen wurden mit Pfiffen verabschiedet.
Kwasniok veränderte seine Startformation im Vergleich zum 1:1 beim Hamburger SV somit auf zwei Positionen: Neumann musste Krauß ersetzen und Linton Maina rückte für Youngster Youssoupha Niang in die erste Elf. Es fehlten die verletzten Joel Schmied und Alessio Castro-Montes, die gesperrten Sebastian Sebulonsen und Jahmai Simpson-Pusey und Denis Huseinbasic, der es nach Hüftproblemen nicht in den Spieltagskader schaffte.
Mit dieser Elf startete der FC: Schwäbe – Krauß, Van den Berg, Özkacar, Lund – Martel, Johannesson – Maina, Kaminski, El Mala – Ache
Nach der Länderspielpause geht es weiter für den FC mit einem Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt (5. April, 17.30 Uhr). Dann folgen die restlichen Partien: Bremen (H), St. Pauli (A), Leverkusen (H), Union Berlin (A), Heidenheim (H), FC Bayern München (A).


