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Wagner-Kniff im SturmFC setzt auf besondere „Gabe“ von El Mala

Nach den Ausfällen im Kölner Sturm setzt Trainer René Wagner auf das taktische Potenzial von Said El Mala. Der überzeugte beim FC bereits in verschiedenen Rollen.

Es läuft die 57. Minute im Derby gegen Borussia Mönchengladbach: Said El Mala ahnt, was kommt. Gladbachs Verteidiger Daiki Hashioka spielt einen missglückten Rückpass, El Mala sprintet dazwischen und hat plötzlich freie Bahn auf das Tor der Gäste.

„Er hat gegen den Ball eine Gabe“, sagte René Wagner vor dem Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt am Freitagabend (20.30 Uhr). Für den Kölner Trainer war das geistesgegenwärtige Verhalten seines Schützlings nichts Neues.

El Mala schon in der Vorsaison auf verschiedenen Positionen wertvoll

Wagner fühlte sich an eine Szene gegen Bayer 04 Leverkusen aus der vergangenen Saison erinnert. Auch damals habe es sich ergeben, dass El Mala „die Situation schnupperte“, so der Coach. Der Neu-Nationalspieler bringt dabei nicht nur gewaltiges Tempo mit.

El Mala hat zudem ein Gespür dafür, wann er seinen Speed ausspielen und den Abschluss suchen kann. Die Zahlen aus dem Derby: acht Torschüsse für El Mala. Kein anderer Kölner gab mehr als zwei Versuche ab.

Dass El Mala im Derby in der Mitte auflief, lag nicht nur an den Ausfällen aus dem Testspiel gegen Viktoria Köln. Dort hatte es die Kölner Mittelstürmer gleich doppelt erwischt: Thijs Dallinga erlitt einen Kreuzbandriss, Ragnar Ache verletzte sich am Oberschenkel. Doch El Mala kann mit den Anforderungen im Sturmzentrum eine Menge anfangen.

Wagner erklärt: „Er hat es letztes Jahr auch schon gespielt, als Ragnar Ache ausgefallen ist. Auch da hatte er schon solche Aktionen. Wenn ich zum Beispiel an das Spiel in Dortmund denke – da ist er zweimal allein aufs Tor zugelaufen. Solche Situationen kriegt er, wenn er aus dem Zentrum kommt.“

Nach der Pause schob Wagner Marius Bülter von der Außenbahn weiter nach vorne. Der sollte mit El Mala die Positionen tauschen – und zwar, „damit Said sich seine Momente schnappen kann“, wie der Trainer sagte. Genau so ein Moment war der Ballgewinn in der 57. Minute.

Nur: El Mala sah seinen Mitspieler nicht. Bülter war völlig frei durchgelaufen, doch El Mala zog selbst ab – und scheiterte an Borussias Keeper Moritz Nicolas.

Bülters Laufweg war in dieser Szene allerdings auch nicht optimal. Er hätte weiter zur Seite ausweichen müssen. Beim Schuss war er El Mala womöglich zu nah, um im vollen Lauf angespielt zu werden. Trotzdem: Mit einem Pass wäre ein Tor wahrscheinlicher gewesen als beim Abschluss im Alleingang.

Im Zentrum ist der 20-Jährige für jeden Gegner trotzdem besonders gefährlich. Das zeigte sich, als er nach vielen vergebenen Chancen doch noch zum 2:1-Siegtreffer einnetzte. Nach dem Spiel verriet El Mala: Ein Freund habe ihm vorher einen Hattrick im Derby prophezeit. Ein wenig habe es ihn schon gewurmt, dass es bei so vielen Möglichkeiten nur ein Tor geworden sei.

El Mala soll Gegenspielern auch im Zentrum entwischen

Mit verpassten Chancen umzugehen, sei nicht leicht, sagte der Angreifer. Aber: „zeichnet es mich aus, nach einer vergebenen Möglichkeit nicht den Kopf in den Sand zu stecken“.

Warum das Zentrum so gut zu ihm passt, erklärt Wagner so: „Wenn er außen glatt verteidigt werden kann, hat er schon mal Probleme, weil er oft gegen zwei Gegner spielen muss, weil er gedoppelt wird.“

Und weiter: „Wenn er aber aus dem Zentrum nach außen schwimmen kann, findet er eher mal einen Moment, wo er frei wird. Wir müssen schaffen, dass er genau diese Freiläufe bekommt, genau diese Freiheiten sich auch erarbeitet.“

Wenn El Mala seine Position anpasst, wird er laut Wagner ein besserer Spieler. Dieser Weg erinnert an einen der größten Fußballer überhaupt: Cristiano Ronaldo. Auch der Portugiese startete als trickreicher Flügelspieler. Und wie der 1,87 Meter große El Mala bringt er eine außergewöhnliche Physis mit.

FC-Trainer René Wagner hat große Pläne mit seinem Stürmer Said El Mala.

Copyright: IMAGO/osnapix

FC-Trainer René Wagner hat große Pläne mit seinem Stürmer Said El Mala.

Es gibt weitere Gemeinsamkeiten: El Malas Umschaltspiel und seine Wucht im Pressing. Das bekam Daiki Hashioka am Sonntag zu spüren. Mit dem jungen Ronaldo teilt der Kölner aber auch das Verbesserungspotenzial – im Kombinations- und Passspiel und beim Überblick gegen den Ball.

Bisher ist El Mala in Köln vor allem eine Ein-Mann-Bedrohung für die gegnerische Abwehr, die mit Einzelaktionen jederzeit ein Spiel entscheiden kann. Bekommt er einen Partner, mit dem er seine Laufwege abstimmt, wäre die nächste Entwicklungsstufe erreicht. El Mala dürfte das klar sein. René Wagner jedenfalls hat es schon lange erkannt. (red)