Der 1. FC Köln hat das prestigeträchtige Derby gegen den 1. FC Köln gewonnen. Für René Wagner war es auch persönlich ein wichtiger Erfolg, er hat damit im Umfeld erst einmal für Ruhe gesorgt. Der Erfolg gegen den Erzrivalen darf allerdings nur der Anfang sein.
Nach DerbysiegWagner darf nur kurz jubeln: Zwei Schippen drauflegen

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Rene Wagner jubelt über den Derbysieg gegen Borussia Mönchengladbach.

Der 1. FC Köln hat das Derby gegen Borussia Mönchengladbach knapp gewonnen. Eine ganze Stadt liegt sich danach in den Armen, auch wenn es kein glanzvoller Sieg war. Für Trainer René Wagner war er jedenfalls von ganz besonderer Bedeutung. Es sollte ein Startschuss für ihn sein, nicht mehr und nicht weniger. Ein Kommentar.
Die großen Jubelszenen vor der Südkurve überließ René Wagner den Spielern. Nach dem 2:1-Sieg des 1. FC Köln über Borussia Mönchengladbach hielt sich der 38-jährige Trainer eher im Hintergrund auf. Linton Maina nahm er beim Siegerfoto sogar auf die Schultern. Ihm war im Moment des Triumphes klar, bei wem er sich bedanken konnte: seiner aufopferungsvoll kämpfenden Mannschaft.
Wagner verschafft sich Ruhe mit Derbysieg
Die Erleichterung dürfte bei Wagner aber im Vergleich zu allen anderen Kölnern am größten gewesen sein. Das Derby war zwar kein Endspiel für ihn, doch bei einer weiteren Niederlage wären die Kritik im Umfeld und die Skepsis im Klub nicht kleiner geworden.
Mit dem Dreier gegen den Erzrivalen hat sich Wagner als Coach erst einmal Ruhe verschafft. Ein richtiger Befreiungsschlag war es nur vom Ergebnis her – aber mehr auch nicht.
Die Fohlen waren als Tabellenletzter trotz der Ausfälle von Tim Kleindienst, Franck Honorat und Ko Itakura (alle Muskelverletzungen) im Rhein-Energie-Stadion in einigen Phasen besser als der FC.
Mit 119,6 zu 117,5 liefen die Gäste zwei Kilometer mehr. Sie spielten zudem mehr Pässe (422:391), flankten häufiger (18:11) und hatten mehr Ballbesitz (52 Prozent).
Zudem war im Spiel des 1. FC Köln weiterhin vieles Stückwerk, eine klare Spielidee ist kaum zu erkennen. Das wurde besonders deutlich, wenn Mikey Moore den Ball bekam, Platz hatte und in die gegnerische Hälfte rannte. Eine sinnvolle Auflösung der Situation gab es nie.
Was aber für Wagner und seine Mannschaft spricht: Einstellung und Kampfgeist stimmten zu mehr als hundert Prozent. 61 Prozent aller Zweikämpfe wurden gewonnen! Ein Gesicht des Willens war Said El Mala. Seine ganz persönliche Leistung kann dabei auch mit der gesamten Truppe verglichen werden: Es klappte nicht alles, aber es wurde niemals aufgegeben.
Viele Fans verzweifelten fast schon beim Zuschauen. Mal traf El Mala den Ball nicht richtig, mal nahm er den Kopf nicht hoch, mal rannte er sich fest. Doch El Mala probierte es immer und immer weiter – bis ihm der goldene Moment gelang! Siegtorschütze und Derby-Held!
Genau das sind die wertvollen Erkenntnisse, die der FC aus diesem Derby mitnehmen muss: Immer wigger! Doch Wagner sollte wissen, dass man sich nicht in jeder Partie auf Einzelaktionen verlassen kann. Wenn Köln in den kommenden Wochen gegen Gegner wie Frankfurt, Schalke, Union Berlin (in Liga und Pokal) oder Bayer Leverkusen bestehen will, muss man fußballerisch zwei Schippen drauflegen. Ansonsten könnte es nach einem schönen Spätsommer-Derbysieg schnell wieder ein stürmischer Herbst für Wagner werden.

