Said El Mala schoss sich zum Derbyhelden. Zehn Minuten vorher sorgte er in einer Szene für ordentlich Unmut. Trainer René Wagner sieht ein allgemeines Problem.
„Müssen wir dran arbeiten“El-Mala-Szene sorgt für Gesprächsstoff

Dass über diese Szene im Nachhinein nicht viel mehr gesprochen wurde, hat sich Said El Mala (20) in erster Linie selbst zu verdanken.
Beim Derbysieg schoss er den 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach in der 67. Minute mit seinem Schlenzer zum 2:1 ins Glück – genau zehn Minuten vorher sorgte er dafür noch für großen Ärger bei den FC-Fans.
Said El Mala vergibt Riesenchance
In der 57. Minute spielte Gladbachs Daiki Hashioka, dessen Zusammenprall mit Tom Krauß für Diskussionen sorgte, einen haarsträubenden Rückpass auf seinen Keeper Moritz Nicolas. Der Pass war viel zu kurz geraten, El Mala schnappte sich die Kugel und lief alleine auf Nicolas zu.
Der FC-Star überlegte aber zu lange, Gladbach-Verteidiger Jan Leszczynski eilte zurück und anstatt auf den völlig freistehenden Marius Bülter querzulegen, entschied sich El Mala für einen Haken. Sein Schuss wurde schließlich von Leszczynski geblockt.
Diese Szene machte der 20-Jährige mit seinem umjubelten Siegtreffer wieder gut. Trotzdem wurde Bülter nach der Partie bei DAZN zur El-Mala-Szene gefragt. Der Stürmer verriet: „Er kam eben auch schon zu mir ... Am Ende ist es mir aber egal. Wir haben das Spiel gewonnen und das ist das, was zählt.“
In der 72. Minute war El Mala dann schon wieder alleine auf dem Weg zum Gladbacher Kasten. Dieses Mal hatte er Leszczynski an der Seitenlinie im Laufduell abgekocht und kam für ihn ungewohnt von rechts in den Strafraum.
Kevin Diks war in der Mitte zwar noch rechtzeitig zur Stelle, konnte El Malas Schuss mit dem schwächeren linken Fuß aber nicht mehr verhindern. Am Ende ging der Ball knapp am Tor vorbei. Linton Maina war von links noch in den Strafraum geeilt. In dieser Szene konnte man El Mala allerdings verstehen, dass er alleine den Abschluss suchte.
Trotzdem: Ab und an wirkt es so, dass El Mala mit Scheuklappen aufs Tor zuläuft und seine Mitspieler nicht sieht. Dieses Problem kennt auch Trainer René Wagner (38), wie er nach dem Spiel verraten hatte: „Said hat immer so ein bisschen das Thema, wenn er den Ball am Fuß hat, dann geht es für ihn nur noch vorwärts. Er sagt, er sieht da keinen. Da müssen wir dran arbeiten, dass er da mal einen sieht.“
El Mala selber wurde zwar nicht konkret auf die beiden Szenen angesprochen, der FC-Profi wusste aber immerhin, dass die Aktionen nicht ganz so glücklich waren: „Wenn ich ein bisschen konsequenter vor dem Tor gewesen wäre ... Aber so ist es. Ich habe in den letzten Wochen ein bisschen Scheiße am Schuh gehabt, ich weiß nicht warum. Aber es war jetzt ein Befreiungsschlag.“

