Abo

Von Köln-Legende trainiertFC-Eigengewächs überraschender Europapokal-Held

Lukas Kübler hat den SC Freiburg mit zwei Toren ins Finale der Europa League geschossen. Beim 1. FC Köln durchlief der Bonner einst mehrere Jugendmannschaften, schaffte den Durchbruch jedoch nicht.

Als er den 1. FC Köln vor 13 Jahren ablösefrei zum SV Sandhausen verließ, war der Weg zum großen Helden in einem Europapokal-Halbfinale definitiv noch nicht vorgezeichnet: Ohne Ablöse ließ der FC Eigengewächs Lukas Kübler damals nach Sandhausen in die 2. Liga ziehen.

Bei den Profis hatte es für das Abwehr-Talent zuvor gerade mal zu einem zehnminütigen Kurzeinsatz gereicht. Am 7. Mai 2026 schoss sich der inzwischen 33-jährige Kübler nun in die Geschichtsbücher des SC Freiburg, hievte den Bundesligisten mit einem überraschenden Doppelpack beim 3:1 gegen Sporting Braga ins Finale der Europa League.

Lukas Kübler konnte sich beim FC einst nicht durchsetzen

„Unglaublich“, sagte der überwältigte Kübler im Interview nach seinem 237. Spiel für den SCF immer wieder: „Ich habe die ganze Entwicklung beim SC Freiburg miterlebt. Das jetzt so zu erleben, hätte ich mir nie erträumen können, als ich hergekommen bin.“ 2015 war er aus Sandhausen in den Schwarzwald gewechselt und seitdem Stück für Stück mit den aufstrebenden Freiburgern mitgewachsen.

Beim ersten Tor am historischen Halbfinal-Abend hatte er den Ball mit viel Glück und dank Mithilfe des Innenpfostens zur Führung über die Linie gemurmelt, das zwischenzeitliche 3:0 gelang ihm per Kopf nach einem Freist0ß von Standard-Spezialist Vincenzo Grifo (33).

Auch wenn Kübler seine Qualitäten in der Offensive – besonders nach ruhenden Bällen – schon nachgewiesen hat: Als entscheidenden Doppeltorschützen hatten ihn vor dem Spiel gegen die Portugiesen nur die allerwenigsten auf der Rechnung.

„Ich habe lange drauf hingearbeitet und bin total froh, dass es auch so geklappt hat“, sagte Kübler über seine Gala. Wie üblich ging er dabei als unermüdlicher Arbeiter voran. Eine Qualität, die auch FC-Legende Stephan Engels (65) imponiert.

Lukas Kübler und Jonas Hector beim Spiel des 1. FC Köln.

Copyright: imago sportfotodienst

Lukas Kübler (l.), hier neben Jonas Hector, bei seinem einzigen Profi-Spiel für den FC: Beim 0:2 in Aue am 27. August 2012 wurde er in der Schlussphase eingewechselt.

„Schon irre, was der Luki aus seinen Fähigkeiten gemacht hat. Da sieht man, was man durch Engagement, Ehrgeiz und Wille erreichen kann. Dafür ist Lukas Kübler ein Paradebeispiel“, lobte Engels seinen früheren Schützling vor der Saison im Freiburger Stadionmagazin.

Am Geißbockheim hatte er Küblers Weg in verschiedenen Rollen im Nachwuchsbereich begleitet, doch an den großen Durchbruch im Profi-Bereich glaubten die Verantwortlichen letztlich nicht.

Beim FC spielte der gebürtige Bonner jahrelang in der Jugend, regelmäßige Einsätze im Seniorenbereich gab es dann allerdings nur bei der U21 in der Regionalliga, für die er 54 Mal auf dem Rasen stand. Ein Treffer gelang ihm damals nicht. Auch das zeigt, wie speziell der Abend mit dem erst dritten Karriere-Doppelpack für Kübler war.

Das Pingpong-Tor zum 1:0 war bezeichnend für Küblers und seine Karriere: Der Rechtsverteidiger gehört auch im Freiburger Kader nicht zu den feinsten Füßchen, ist in Sachen Einstellung aber ganz vorne dabei. „Es war ein Tor des Willens, dass ich einfach reingehe“, sagte er über den Treffer, bei dem er dem Ball zweimal mit vollem Eifer nachgegangen war.

Für das Endspiel in Istanbul am 20. Mai setzte Kübler dann auch direkt den Ton und stellte klar: „Wenn du im Finale stehst, willst du auch gewinnen.“ In Köln dürfte ihm dabei längst nicht nur Stephan Engels die Daumen drücken.

Jonas Reckermann mit Schal des 1. FC Köln im Rhein-Energie-Stadion.

„Hat leider nicht funktioniert“

FC-Edelfan über Kessler, Profis & Bayern-Duell