FC-Start, Neuzugänge & Heldt-Aus  Baumgart: „Können mit der Mannschaft Erfolg haben“

Steffen Baumgart lächelt während des Testspiels vom 1. FC Köln gegen den SV Elversberg.

Steffen Baumgart am 24. Juli beim Testspiel des 1. FC Köln gegen den SV Elversberg in Bad Dürrheim.

Steffen Baumgart spricht im EXPRESS-Interview über seinen Start beim 1. FC Köln, die Entlassung von Horst Heldt und den FC-Kader. 

Köln. Steffen Baumgart (49) ist angekommen beim 1. FC Köln. Daran besteht nach dem Trainingslager kein Zweifel mehr. Der neue Chefcoach sorgt nach der Dauer-Krise in der Vorsaison endlich wieder für Euphorie – und spricht auf und neben dem Platz Klartext. EXPRESS traf Baumgart zum Interview. Lesen Sie hier den zweiten Teil.

Steffen Baumgart im EXPRESS-Interview

Steffen Baumgart, Sie sind jetzt drei Wochen Kölner Trainer, hat sich der Eindruck, den Sie vorher vom Klub hatten, bestätigt?

Baumgart: Alles, komplett – und das meine ich kein bisschen negativ. Im Moment läuft alles positiv.

Die Gespräche mit Ihnen hat noch Horst Heldt geführt. Wie war Ihre Reaktion auf seine Entlassung?

Baumgart: Es gab eine Reaktion, aber das ist abgehakt. Ich glaube, es waren alle überrascht. Ich habe danach noch zwei-, dreimal mit Horst telefoniert und wir sind auch jetzt noch unregelmäßig in Kontakt. Da geht es aber nicht um den FC. So eine Entscheidung ist im Fußballgeschäft normal. Dass Horst mit seiner Überzeugungsarbeit einen großen Anteil daran hatte, dass ich zum FC gekommen bin, ist klar. Die Zusammenarbeit mit Jörg Jakobs, Thomas Kessler und Alex Wehrle ist aber genauso gut und sehr klar. Jörg und Alex waren bei den Gesprächen ja auch dabei.

Steffen Baumgart spricht mit Fans des 1. FC Köln.

Steffen Baumgart war im Trainingslager in Donaueschingen (hier am 21. Juli 2021) ein gefragter Mann bei den Fans.

Die Fan-Euphorie um Ihre Person ist riesig. Im Trainingslager wurde zweimal nach lauten Ansagen von Ihnen geklatscht.

Baumgart: Und das fand ich nicht gut. Wir Trainer sind nicht dafür da, um beklatscht zu werden, sondern um die Jungs auf Sachen aufmerksam zu machen. Ich will mir keinen Beifall abholen. Als Spieler früher hätte ich ganz anders als meine Jungs jetzt reagiert. Da wäre mir der Trainer auch egal gewesen, ich hätte mich umgedreht und gesagt: „Ruhig da draußen.“ Es geht nicht darum, die Jungs anzuscheißen – sie sollen in Zukunft etwas besser machen. Die Leute klatschen, weil sie das Gefühl haben, ich trete den Jungs in den Arsch. Aber darum geht es nicht.

Hat der FC genug Führungstypen? Auf dem Platz ging es in der Vorsaison oft leise zu.

Baumgart: Diese Diskussion kommt nur von draußen. Am Ende ist der Trainer derjenige, der führt. Ich habe die Verantwortung. Die Spieler können auf dem Platz laut oder leise sein – es gibt verschiedene Arten zu führen. Ich habe viele Spieler in dieser Mannschaft, die das Team anführen können und das auch werden.

Passt der Kader zu Ihrem Fußball oder wünschen Sie sich noch Neuzugänge?

Baumgart: Ich bin komplett zufrieden, und ich nehme es auch so, wie es kommt. Wir haben viele junge Spieler, die sich alle entwickeln werden. Dann haben wir Spieler, die vergangene Saison lange verletzt waren, und jetzt Stück für Stück wieder ihr Niveau finden. Wenn einer kommt, freuen wir uns und integrieren ihn. Sie werden von mir aber nie hören: Ich will den und den und den. Ich rede darüber, was wir haben: einen guten, breiten und ausgeglichenen Kader, viel Talent und Spieler, die letztes Jahr nicht am Limit gespielt haben, die wir verbessern wollen. Mit der Mannschaft, die wir haben, können wir Erfolg haben, davon bin ich überzeugt.

Wie gehen Sie mit einem Spieler wie Ellyes Skhiri um, der mit anderen Klubs in Verbindung gebracht wird?

Baumgart: Genauso wie mit allen anderen. Ellyes trainiert und marschiert. Hatten Sie irgendwie mal das Gefühl, dass es anders aussieht?

Nein.

Baumgart: Also, dann muss sich mir doch keine Gedanken machen.

Steffen Baumgart beim Testspiel 1. FC Köln gegen SV Elversberg.

Steffen Baumgart (hier am 24. Juli 2021 gegen die SV Elversberg) fuhr mit dem 1. FC Köln in fünf Testspielen vier Siege ein.

Zwei Spieler durften bereits nicht mit Trainingslager. Verkleinern Sie den Kader jetzt weiter?

Baumgart: Wir ziehen auf jeden Fall eine Bilanz, und es wird auch Gespräche geben, wer im Kader bleibt und wer nicht. Aber das machen wir in Ruhe.

Sehen Sie die Mannschaft auf einem guten Weg?

Baumgart: Die Jungs haben sich sehr gut entwickelt. Ob wir bei 80, 90 oder 100 Prozent sind – so etwas kann ich nicht hören. Wir werden uns jede Woche weiterentwickeln. In den nächsten 14 Tagen geht es darum, Frische zu bekommen. Und dann geht es in Jena los, dann müssen wir bereit sein.

Zum Abschluss eine in Köln nicht ganz unwichtige Frage: Hatten Sie schon Berührungspunkte mit Karneval?

Baumgart: Ich habe einmal den 11.11. in Köln mitgemacht während des Fußballlehrer-Lehrgangs. Ich bin damit nicht groß geworden. Aber ich werde den Karneval kennenlernen.

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