Der 1. FC Köln taumelt Richtung Abstiegszone. Nach nur zwei Siegen aus den letzten 15 Spielen wird es ungemütlich am Geißbockheim. Beim Blick auf die kommenden Wochen wird vielen Fans mulmig.
Gestandene Profis fehlenFC-Rettung wird zum Ritt auf der Rasierklinge
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Mit dieser Dramatik haben nicht viele gerechnet, nachdem der 1. FC Köln in der ersten Saisonphase überzeugt hatte. Doch zuletzt blieben die Ergebnisse aus und der FC ist in akuter Abstiegsgefahr.
Das hat zwei Gründe: Köln konnte nur zwei der letzten 15 Spiele gewinnen. Und die Konkurrenz hat derweil fleißig gepunktet. Jetzt wird die Mission Klassenerhalt zum Ritt auf der Rasierklinge! Zehn Spieltage vor dem Saisonende hat Köln auf Platz 13 der Tabelle 24 Punkte. Der Vorsprung auf Relegationsplatz 16 (Werder Bremen) beträgt nur noch zwei Zähler. Auf Platz 17 liegt Wolfsburg mit 20 Punkten. Nur Heidenheim ist mit 14 Zählern als Schlusslicht abgeschlagen.
Drei gestandene Köln-Spieler fehlen weiter – Krauß droht Sperre
FC-Trainer Lukas Kwasniok (44) bleibt optimistisch: „Bei uns ist ja nicht alles bodenlos. Ganz im Gegenteil, wir sind komplett in der Verlosung dabei. Aber es wird Zeit, am Samstag den Fluch zu beenden und einen Großen zu schlagen.“ In dieser Saison konnte Köln noch kein Samstagabendspiel gewinnen, am 7. März 2026 (18.30 Uhr, Sky und Liveticker auf EXPRESS.de) kommt Borussia Dortmund ins Rhein-Energie-Stadion.
Beim Blick auf das Restprogramm hat Köln durchaus gute Möglichkeiten, die nötigen Punkte einzufahren. Doch es wird ein Nervenspiel. Kwasniok rechnet vor: „Am Ende wirst du ungefähr 35 Punkte benötigen.“ Heißt: vier Siege aus zehn Spielen! Zuletzt gab es nur zwei Siege aus 15 Spielen …
Was die Situation erschwert: Zwar sollen Linton Maina und Alessio Castro-Montes bald ins Training zurückkehren, doch drei gestandene Spieler fallen in den kommenden Wochen weiter aus. Jan Thielmann, Sebastian Sebulonsen und Joel Schmied müssen erst ihre Muskelverletzungen auskurieren. Wenn Sebulonsen und Schmied wieder fit sind, müssen sie aufpassen, denn sie sind mit vier Gelben Karten vorbelastet. Bei einer weiteren Karte werden sie für ein Spiel gesperrt. Auch Mittelfeld-Abräumer Tom Krauß hat vier Gelbe Karten auf dem Konto.
So muss der FC zunächst auf einige Youngster im Abstiegskampf vertrauen: Jahmai Simpson-Pusey ist 20 Jahre alt, Rav van den Berg 21 Jahre, Said El Mala ist 19 Jahre. Als Rechtsverteidiger fuhr zuletzt Cenny Neumann (19) mit nach Augsburg, kam aber nicht zu seinem Profidebüt.
Doch gegen wen kann der FC die nötigen Zähler einfahren? Nach dem Spiel gegen den BVB geht es zum Hamburger SV. Beim heimstarken Mitaufsteiger muss gepunktet werden! Im kommenden Heimspiel gegen Mönchengladbach muss dann ein Sieg her. Es folgt das Spiel bei Eintracht Frankfurt, bevor es daheim gegen den direkten Konkurrenten Werder Bremen geht. Auch hier muss ein Sieg her! Ebenso im Auswärtsspiel beim FC St. Pauli.
Nach dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen folgen weitere Duelle mit Gegnern auf Augenhöhe: auswärts bei Union Berlin und daheim gegen Heidenheim. Am letzten Spieltag muss der FC dann beim FC Bayern München antreten – da sollten die vier Siege längst eingefahren sein, sonst endet es böse.
Kwasniok genießt zehn Spieltage vor dem Saisonende noch die volle Rückendeckung der FC-Bosse. Vizepräsident Ulf Sobek, zuständig für den sportlichen Bereich, sagte: „Wir haben in dieser Saison bereits gezeigt, dass wir konkurrenzfähig sind und Spiele auf diesem Niveau gewinnen können. Die aktuelle Punktausbeute zeigt keinen guten Trend auf. Entscheidend ist jetzt der Umgang damit. Wir analysieren sehr klar und intern sehr kritisch, ohne in Hektik zu verfallen. Am Geißbockheim wird intensiv und fokussiert gearbeitet – mit voller Konzentration auf Lösungen.“
Zum Trainer meint Sobek explizit: „Lukas Kwasniok kennt Drucksituationen und hat in seiner Laufbahn mehrfach bewiesen, dass er Mannschaften stabilisieren und entwickeln kann. Ich erlebe täglich, mit welcher Intensität und Klarheit er mit seinem Trainerteam arbeitet. Wir stehen in einem engen, vertrauensvollen Austausch mit der sportlichen Leitung rund um Thomas Kessler. Jetzt geht es darum, gemeinsam die richtigen Stellschrauben zu justieren und die Mannschaft in die Erfolgsspur zurückzuführen.“


