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Ohne Zielspieler Nummer einsWagner sucht FC-Lösung mit lauten Kommandos

Beim 1. FC Köln muss in den verbleibenden vier Spielen ein ganz wichtiger Profi ersetzt werden. Zuletzt war das Spiel regelrecht auf Ragnar Ache zugeschnitten. Doch der Stürmer fällt aus. Findet der FC Lösungen?

Für den 1. FC Köln ist die Messe noch nicht gelesen. Vier Spieltage vor dem Saisonende sieht es zwar mit Platz zwölf und 31 Punkten gut aus in der Tabelle, doch die Rettung ist bisher nicht perfekt.

Vor Relegationsplatz 16 (St. Pauli) sind es fünf Punkte. Vor Wolfsburg auf Platz 17 sind es sieben Zähler. Der FC ist nicht das einzige Team mit 31 Punkten. Mönchengladbach, der Hamburger SV und Werder Bremen liegen nur wegen des schlechteren Torverhältnisses hinter Köln.

1. FC Köln: Lange Bälle Richtung Sturmzentrum im Saisonfinale keine Lösung

Der FC benötigt also noch dringend den ein oder anderen Punkt. Doch ausgerechnet im heißen Saisonfinale muss Stürmer Ragnar Ache ersetzt werden. Der 27-Jährige ist neben Jakub Kaminski (23) zweitbester Scorer der Kölner (beide sieben Tore und fünf Vorlagen). Nur Youngster Said El Mala (19) war an mehr Treffern des FC beteiligt (elf Tore und vier Assists).

Während Kaminski als Allzweckwaffe variabel einsetzbar ist, war Ache im Zentrum gesetzt. Er war sogar der absolute Zielspieler des FC – dank seiner herausragenden Fähigkeiten in der Luft. Lange Bälle aus der Abwehr oder von Torhüter Marvin Schwäbe (30) gingen auf Ache, der sie festmachte und dann verteilte. Einen Ersatz mit entsprechendem Kopfballspiel gibt es im Kader nicht. 

Also muss Trainer René Wagner (37) jetzt andere Lösungen finden. Im Training am Dienstag ließ er in einer intensiven Spielform auf vier große Tore spielen. So sollte auch das Zusammenspiel der Profis im Ballbesitz und gegen den Ball auf engem Raum geschult werden.

Wagner brüllte klare Forderungen über den Platz: „Noch mehr miteinander sprechen im Ballbesitz!“ Oder: „Gegen den Ball zusammenbleiben!“ Und: „Nach jedem Ball sofort umschalten!“ Lange Bälle gab es quasi gar nicht in der Einheit, lediglich bei Flügelwechseln.

Zwei Spieler dürften vorwiegend in den Fokus rücken, wenn es am Samstag gegen Bayer Leverkusen geht: Luca Waldschmidt (29) und Linton Maina (26). Waldschmidt könnte in der Offensive mit seiner Finesse für die nötigen Pässe in die Tiefe auf Said El Mala sorgen.

Maina hat in den letzten Duellen mit Bayer oft seine beste Form gezeigt. Mit seinem Tempo ist er prädestiniert für Kontersituationen und schnelle Umschaltmomente nach Ballgewinnen.

Waldschmidt glänzte zuletzt aber nur als Joker: „Es geht um den Verein und dass wir erfolgreich sind. In der Phase ist wichtig, dass jeder seine Stärken bestmöglich ins Spiel bringt. Wenn die bei mir aktuell hinten raus sind, dann ist das so. Es ist aber kein Geheimnis, dass ich gerne lange auf dem Platz stehe. Ich bin bereit, wenn ich gebraucht werde“, sagte er nach seinem Elfmetertor zum 1:1 auf St. Pauli.

Trainer Wagner wollte öffentlich nichts zu seinen Plänen mit Waldschmidt sagen, er bespricht das lieber intern mit dem Spieler. Weitere Alternativen in der Offensive sind Marius Bülter (33) und Youssoupha Niang (20).

Bülter hat in dieser Saison ebenfalls schon fünf Torvorlagen auf dem Konto, ist da genauso erfolgreich wie Kaminski und Ache. Er traf allerdings nur dreimal. Seine Formkurve im Training zeigt jedenfalls nach oben, er ist voll engagiert und bereit für das Saisonfinale. Auf St. Pauli machte er sich zudem als Retter auf der Linie verdient, verhinderte ein Tor per Kopf im eigenen Strafraum.

Ob Wagner auf Youngster Niang setzt, wird sich zeigen. Unter dem neuen Trainer gehörten er und Sturmkollege Fynn Schenten (18) bisher nicht zum Profikader. Niang hat auf jeden Fall die Qualitäten, um im gegnerischen Strafraum für Wirbel zu sorgen. Zuletzt traf er doppelt beim 3:0 gegen Regionalliga-Spitzenreiter Fortuna Köln.

Training beim 1. FC Köln.

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