Der 1. FC Köln hat die Klasse gehalten. Beim Blick auf die Saison gibt es in Summe also mehr positive als negative Dinge. Doch die letzten Wochen haben auch viele Schwächen offengelegt. Das kann dem FC für die Zukunft nur helfen. Ein Kommentar.
Nach KlassenerhaltEin Warnschuss, der dem FC nur helfen kann

Am Ende gab es in zwei Spielen deftige Niederlagen und acht Gegentore! Der 1. FC Köln verabschiedet sich mit einem 1:3 gegen Absteiger Heidenheim und einem 1:5 bei Meister FC Bayern München aus der Saison. Nimmt man nur die beiden Spiele, heißt es: Gegen die unten zu wenig, gegen die oben viel zu wenig!
Der Klassenerhalt war glücklicherweise aufgrund der schwachen Konkurrenz schon vor den beiden abschließenden Spielen perfekt. Feiern darf sich dafür beim 1. FC Köln keiner. Darüber freuen schon. So wurde die Saisonabschlussfeier am Montagabend (18. Mai 2026) in der Flora ein fröhliches Fest.
Der 1. FC Köln will kein Fahrstuhlklub mehr sein
Die letzten Wochen tun dem FC jedenfalls bei den Planungen für die Zukunft gut – schließlich wurden zahlreiche Schwächen offengelegt. Man stelle sich nur mal vor, der FC hätte unter Interimstrainer René Wagner (37) mehr als sechs Punkte geholt und wäre am Ende vielleicht sogar auf Platz zehn gelandet.
In Köln hätten viele für die neue Saison einen einstelligen Tabellenplatz ausgerufen. Oder sogar das Wort Europa wieder in den Mund genommen. Dass der FC und seine Fans von Höherem träumen, ist natürlich legitim. Aber die Realität in den vergangenen Jahren sah anders aus: Köln war nicht mehr als ein Fahrstuhlklub.
Oft wurde bei kleinen Höhenflügen der zweite oder dritte vor dem ersten Schritt gemacht. Und prompt ging es wieder abwärts. Jetzt hat der FC in einer turbulenten Saison mit Ach und Krach die Klasse gehalten. Die Aufstiegseuphorie hielt dabei nur wenige Wochen.
Nach dem gelungenen Saisonstart gab es zwar relativ gute Spiele, aber nicht die nötigen Ergebnisse und viele Verletzte. Trainer Lukas Kwasniok wurde im März freigestellt, Wagner sicherte mit der Mannschaft mit mageren 32 Punkten den Klassenerhalt. Das klappte, weil die Konkurrenz mitspielte.
Es gibt also für niemanden am Geißbockheim einen Grund, abzuheben. Genau das spielt Sportgeschäftsführer Thomas Kessler (40) in die Karten. Er hat in seiner FC-Historie viele Träumereien hautnah miterlebt. Er hat gesehen, wie Verantwortliche nach kurzen Erfolgen wie Sternschnuppen verglühten. Er kennt das Auf und Ab des FC wie kaum ein anderer.
Die letzten Wochen und die gezeigten Leistungen sind für den FC ein Warnschuss. Für Kessler geht es nur darum, den Klub über einige Jahre in der 1. Liga zu etablieren. Die erste Saison ist geschafft. Die zweite wird kein bisschen einfacher.
Ab Dienstag beginnt für Kessler und sein Team die harte Arbeit: Trainerfrage klären, Kader verstärken, Führungsstruktur in der Mannschaft verbessern, Torjäger verpflichten, El-Mala-Entscheidung fällen, Ursachen für die zwischenzeitliche Verletzungsseuche suchen.
Und dann darf man nach dem 34. Spieltag 2027 hoffentlich wieder glücklich sein, wenn man die Klasse gehalten hat. Selbst wenn das wieder nur mit Ach und Krach gelingt.

