Pierre Littbarski gerät beim Blick auf den FC-Kader nicht ins Schwärmen. Mehrere Personalien sieht der Weltmeister dabei besonders kritisch.
„Mitläufer“-VorwurfScharfe Littbarski-Kritik: Wagner verteidigt FC-Profi

Der 1. FC Köln befindet sich nicht nur tabellarisch in der Findungsphase. Während nach den ersten sechs Spielen noch nicht abzusehen ist, in welche Richtung die Reise in dieser Saison geht, befindet sich auch die Mannschaft auf Orientierungssuche.
Nach einem größeren Umbruch im Sommer sind viele Positionen in der ersten Elf neu besetzt, Führungsspieler müssen sich erst noch herauskristallisieren. FC-Legende Pierre Littbarski (66) ist mit dem Status quo nicht einverstanden und hat nun Kritik am Kölner Kader geäußert.
Littbarski beklagt zu viel Mittelmaß im FC-Kader
„Wir haben zu viel Mittelmaß“, sagte der Weltmeister von 1990 am Dienstag (20. Oktober) bei einem Talk im Deutschen Sport & Olympia Museum in Köln. Gegenüber „Bild“ wurde er sogar noch deutlicher und nannte konkrete Namen, von denen er sich deutlich mehr erwartet.
„Thielmann muss sich strecken, finde ich. Er kann viel mehr, ist aber ein totaler Mitläufer. Wir haben vorne Waldschmidt, der nie mehr als ein Ersatzspieler ist. Maina hat tolle Anlagen, ist aber nicht so torgefährlich“, so das klare Litti-Urteil.
Während Maina zuletzt immerhin zum Stammpersonal gehörte, zählen Waldschmidt und Thielmann mit weniger Einsatzzeit als erwartet zu den Sorgenkindern im Kader. Nachdem beide in der Vorbereitung überzeugt hatten, ist besonders der Mitläufer-Vorwurf für Thielmann ein hartes Urteil.
Trainer René Wagner (38) wollte sich den Littbarski-Sätzen naturgemäß nicht anschließen und verteidigte seine Schützlinge: „Wir haben Spieler, die vielleicht noch nicht geschafft haben, Spiele zu entscheiden, die aber definitiv in der Lage sind, Spiele in der Zukunft zu entscheiden.“
Später ging Wagner dann auch lobend auf Thielmann ein, der nur in einem der jüngsten vier Spiele zum Einsatz kam und sich selbst dabei mit einem Kurzeinsatz in der Derby-Schlussviertelstunde begnügen musste.
An Einstellung mangelt es dem Flügelspieler zwar bekanntermaßen nicht, doch seine schon länger stagnierende Entwicklung hat Thielmann auch mit großem Trainingseifer bislang nicht wieder vorantreiben können.

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Jan Thielmann (2.v.l.) sitzt beim FC aktuell nur auf der Bank.
„Jan ist einer, der in jedem Training 100 Prozent gibt und er weiß natürlich auch, dass das eine seiner ganz, ganz großen Stärken ist, sich jeden Tag reinzuhauen“, sagte Wagner. Und das, obwohl Thielmann über seine aktuelle Lage berechtigterweise ordentlich Frust schiebt.
„Er ist natürlich nicht zufrieden mit den Einsatzminuten“, stellte Wagner klar: „Das wäre aber auch schlimm, wenn er es wäre. Nichtsdestotrotz ist er ein Spieler, der für den 1. FC Köln alles geben wird, der sich in jedem Training reinschmeißen wird, der jede Sekunde, die er in der Bundesliga auf dem Platz stehen darf, sein Herz zerreißen wird für den Verein. Und das ist das Wichtigste für mich.“
Spieler und Trainer befinden sich im offenen Austausch, berichtete Wagner. Er konnte Thielmann kurzfristig allerdings keine Besserung seiner Einsatzchancen in Aussicht stellen.

