Was würde den Bundestrainer Jürgen Klopp ausmachen? Darüber hat Thomas Müller am Dienstag bei der WM gesprochen – während Klopp direkt daneben stand.
„Ist schon Quatsch“Müller spricht über Bundestrainer Klopp – der reagiert genervt

Plötzlich war er wieder da: Thomas Müller hat am Dienstagabend bei MagentaTV ein Comeback als WM-Experte gefeiert. Der Austragungsort des letzten Achtelfinals machte es möglich: Die Schweiz und Kolumbien kämpften in Müllers derzeitiger Heimat Vancouver um das letzte Viertelfinal-Ticket, das sich schließlich die Eidgenossen im Elfmeterschießen holten.
Und so gab es ein Wiedersehen zwischen dem Profi der Vancouver Whitecaps und dem designierten Bundestrainer Jürgen Klopp, der nach wie vor als MagentaTV-Experte im Einsatz ist, während er hinter den Kulissen mit dem DFB verhandelt.
Muss Thomas Müller Jürgen Klopp jetzt siezen?
„Mir ist natürlich gleich in den Kopf geschossen, ob ich überhaupt noch Jürgen zu ihm sagen darf“, eröffnete Müller die Übertragung mit einem seiner Sprüche und nahm den Vorschlag von Moderator Johannes B. Kerner auf: „Jürgen und Sie!“ „Dürfen Sie“, so Klopps Antwort. „Ja, Herr Trainer“, erwiderte Müller. „Ex! Immer noch“, betonte Klopp.
Doch dann wurde es ernster. Natürlich wurde der Rio-Weltmeister auch zu seiner Meinung zu einem möglichen Bundestrainer Jürgen Klopp gefragt. „Die Wahl mit Jürgen ist insofern interessant, dass er nicht nur erfolgreicher Trainer war, sondern dass er jetzt in seiner aktuellen Tätigkeit auch mit Strukturierung zu tun hat. Worum es mir geht, ist, dass wir Strukturen aufbauen“, sagte Müller.
Der langjährige Bayern-Profi betonte: „Es wurde in den letzten Jahren nach dem letztmaligen Scheitern schon viel angestoßen, aber es kommt jetzt nicht nur ein neuer Trainer rein, der die Namen auf der Taktiktafel hinschreibt. Sondern es geht darum, Strukturen aufzusetzen, dass die Dinge auch umgesetzt werden können, die nötig sind – natürlich aus Sicht des Chefs, wenn es denn dann so kommt.“
Er erinnerte daran, dass ein Trainer in England mehr als nur ein Trainer sei. Während Müller sprach, verfinsterte sich der Gesichtsausdruck von Klopp ein wenig. Erst recht, als Jürgen B. Kerner dann keine Anstalten machte, ihn nochmal zu Müllers Ausführungen zu befragen.
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„Das ist ein bisschen komisch. Wenn ich zwischendrin stehe und dazu nichts sage, ist das schon Quatsch“, so Klopp leicht genervt. „Wir wollen ja, dass du was sagst“, erwiderte Müller. „Anscheinend ja nicht“, so Klopp, der dabei auf Kerner verwies. „Wir können auch gerne so weitermachen, als wäre ich nicht da. Ich bin da. Es ist nichts entschieden“, betonte der Erfolgscoach: „Aber ich habe in meinem Leben viele Sachen gemacht. Ich war lange bei Vereinen und mir war nie nur die erste Mannschaft wichtig.“
Klopp weiter: „Natürlich geht es um Struktur. Aber um etwas zu verändern, muss man zuallererst wissen, was wirklich passiert. Wir von außen haben ja gar keine Ahnung, was passiert. Wer auch immer dahin kommt, muss sich das angucken.“
Es müsse sich „keiner da draußen Gedanken machen, sollte ich das machen“, so Klopp: „,dass ich mich hinsetze und das einzige, was mich interessiert, ist das erste Spiel gegen Holland. Aber bis zum Spiel gegen Holland wäre es wahrscheinlich genauso. Es ist doch vollkommen klar, dass es keine Rolle ist, wo man sich alle vier Wochen hinsetzt und hat ein Spiel vor der Nase. Es geht um viel. Wer es auch immer machen wird, hat einen Haufen zu tun.“
