Abo

„Ganze Zeit der Technik vertraut“Kwasniok bringt DAZN-Experten ins Grübeln

Strittige Handszene beim Spiel des FC gegen Leipzig: Die Trainer reagieren äußerst unterschiedlich – und der DAZN-Experte muss die Regeln erklären.

Es war DER Aufreger bei der Niederlage des 1. FC Köln gegen RB Leipzig: der nicht gegebene Elfmeter für die Gastgeber nach Handspiel von Christoph Baumgartner.

Der Österreicher hatte beim Stand von 2:1 für die Sachsen einen Ball direkt vor dem Tor zunächst mit den Füßen abgewehrt. Den Abpraller berührt er entscheidend mit der linken Hand, die Kugel wäre sonst ins Tor gegangen.

Petersen erklärt Leipzig-Coach die Hand-Regel

Doch den Handelfmeter gab es nicht, weil vorher aus Sicht von Schiedsrichter Frank Willenborg und dem VAR eine Abseitsposition vorlag. Die war allerdings nicht nur extrem knapp, sondern auch aus anderem Grund strittig. Denn aus Sicht von FC-Trainer Lukas Kwasniok hatte David Raum einen kontrollierten Kopfball gespielt, bevor der im Abseits stehende Sebastian Sebulonson an den Ball kam. Für Kwasniok lag demnach eine neue Spielsituation vor.

„Das ist einfach ein ganz klarer Kopfball und er kann einfach nicht gut köpfen in dem Moment“, sagte Kwasniok bei DAZN. „Das ist ein toller Spieler, Nationalspieler und wenn das kein kontrollierter Kopfball ist, dann haben wir einfach in der Wahrnehmung ein Thema.“

Mit diesem Hinweis brachte Kwasniok auch den DAZN-Experten Nils Petersen ins Grübeln. Der hatte die hauchzarte Arbeitsstellung mit Blick auf die halbautomatische Abseitserkennung bis dahin als Begründung für den Nicht-Elfmeter akzeptiert. 

„Ich habe natürlich die ganze Zeit der Technik vertraut“, gab der ehemalige Bundesliga-Stürmer zu. „Aber wenn man die Szene so sieht, sagt man schon, er kommt frei zum Kopfball. Aber vielleicht nimmt das dann so ein Schiedsrichter auch dankend an und sagt: ‚Okay, 50:50, dann muss ich nicht über diese Aktion entscheiden und nehme einfach das Abseits‘. Aber wenn man es so sieht, er kann schon frei köpfen, klar.“

Wie knifflig die Szene war, offenbarte sich wenig später auch im DAZN-Interview mit Leipzigs Trainer Ole Werner. Der stand zunächst noch auf einem ganz anderen Standpunkt. „Der Kopfball sei mal dahingestellt, aber für mich ist es auch eigentlich gar kein Handspiel“, sagte er.

Warum, erklärte er direkt danach: „Also ich habe mal gehört, wenn du versuchst, den Ball zu klären und aus technischem, ich nenne es mal Unvermögen – wobei das halt dann aus der Distanz auch schwer ist – schießt du dir den Ball selber an die Hand, dann ist es kein Handspiel.“ Vielleicht habe er „auch den Zug verpennt und da sind wir längst schon drüber hinaus“, schränkte er ein.

Daraufhin klärte Petersen den Leipzig-Coach auf: „Ohne die Hand geht der Ball einfach ins Tor.“ Deshalb liege in diesem Fall ein Handspiel vor. „Okay, das ist der Unterschied?“, fragte Werner. „Dann ist es dann doch so? Okay, gut.“ Die Handspiel-Regeln und der VAR bleiben in der Bundesliga ein Dauerthema ...

Die Kölner Spieler reklamieren ein Handspiel von Christoph Baumgartner (RB Leipzig). Schiedsrichter Frank Willenborg aus Osnabrück entschied später aber auf Abseits zu Ungunsten des FC.

VAR-Frust

Kölner toben – Kessler mit Privataudienz beim Schiri