Nach Facebook-Beitrag Ex-Köln-Profi verurteilt: zehn Monate auf Bewährung und 5000 Euro Geldstrafe

Mannschaftsjubel Köln, v.r.: Sebastian Schindzielorz, Albert Streit, Vassilios Tsiartas, Carsten Cullmann, Matthias Scherz und Kostas Konstantinidis.

Am 11. April 2005 jubelte Vassilios Tsiartas (Mitte hinten) mit v.r.: Sebastian Schindzielorz, Albert Streit, Carsten Cullmann, Matthias Scherz und Kostas Konstantinidis.

In Griechenland wurde der ehemalige Fußball-Profi Vasilios Tsiartas zu einer Haftstrafe auf Bewährung und einer Geldstrafe verurteilt.

Vasilios Tsiartas (49) hat als Fußballer viel erreicht: 70 Länderspiele für Griechenland, unter Trainer Otto Rehhagel (84) 2004 sensationell die Europameisterschaft gewonnen, griechischer Pokalsieger sowie Torschützenkönig der griechischen Liga 1996 mit AEK Athen.

Und in Deutschland war er auch aktiv: Tsiartas der 2. Bundesliga für den 1. FC Köln gespielt (2004-2005).

1. FC Köln: Ex-Profi Vasilios Tsiartas in Griechenland verurteilt

Doch jetzt berichten griechische Medien wie „Sport24“ Anfang November 2022, dass Tsiartas zu einer zehnmonatigen Haftstrafe auf Bewährung und 5000 Euro Geldstrafe verurteilt worden ist.

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Der Grund ist ein transphober Beitrag auf Facebook aus dem Jahr 2017. Damals wurde in Griechenland ein Gesetz zur Geschlechteridentität verabschiedet. Tsiartas schrieb damals auf seiner Facebookseite: „Ich wünsche mir, dass die ersten Geschlechtsänderungen an den Kindern derjenigen vorgenommen werden, die für diese Schande gestimmt haben. Mal sehen, mit welchem Stolz sie entlassen werden. PS: Legalisieren Sie auch die Pädophilen, vollenden Sie die Verbrechen.“

Als Tsiartas für seinen Beitrag kritisiert und mit zahlreichen Nachrichten bombardiert wurde, reagierte er erneut äußerst fragwürdig: „In Bezug auf einige Leute, die mir Nachrichten in meinen Posteingang schicken, ohne meine Freunde zu sein, und mir sagen, was für ein Problem ich mit schwulen und gleichgeschlechtlichen Paaren habe, habe ich ihnen Folgendes zu sagen: Jeder kann seine Vorlieben haben, egal ob Mann oder Frau und das respektiere ich voll und ganz. Für mich ist ein Paar jedoch nur ein Mann und eine Frau, der Rest ist EINFACH ZUSAMMEN. Ich werde nicht alle Hochzeiten, Paraden und alles andere, was sie tun, als normal akzeptieren.“

Daraufhin gab es eine Klage der „Transgender Support Association“ um die mittlerweile verstorbene Präsidentin Marina Galanos. Und das Gericht in Athen sprach Tsiartas nun schuldig und verurteilte ihn zu einer Haftstrafe auf Bewährung und einer Geldstrafe.

Laut Anwalt Vassilis Sotiropoulos sei es die erste Entscheidung, das Antirassismusgesetz auf die öffentliche Aufstachelung zu Gewalt oder Hass aufgrund der Geschlechtsidentität anzuwenden.

Den Facebook-Eintrag des Anwalts sehen Sie hier:

Tsiartas ist verheiratet und hat zwei Kinder. Bevor er beim 1. FC Köln unter Vertrag stand, absolvierte er über 130 Spiele für den FC Sevilla in Spanien.

Dort bekam er den Spitznamen „El Mago“ verpasst. 2007 beendete er seine Karriere bei Ethnikos Piräus. In Köln machte er aufgrund von Verletzungen nur vier Pflichtspiele. (ubo)

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