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Gegen den BVBFC hadert und rätselt: „Und keiner weiß, warum“

Trotz Unterzahl hat der 1. FC Köln kurz vor Schluss gegen den BVB noch am Ausgleich geschnuppert. Am Ende blieb es aber bei der knappen 1:2-Pleite. Hier gibt es die Stimmen zum Spiel.

Der Topspiel-Fluch geht weiter, die Luft im Tabellenkeller wird immer dünner! Der 1. FC Köln hat am Samstagabend (7. März 2026) gegen Borussia Dortmund verloren.

Bei der 1:2-Niederlage musste nicht nur FC-Verteidiger Jahmai Simpson-Pusey (20) nach Foulspiel kurz vor der Pause mit Glattrot vom Platz, kurz vor dem Schlusspfiff wurde den Kölnern auch noch ein Handelfmeter verwehrt. Die FC-Akteure waren nach der Partie dementsprechend bedient. Hier gibt es die Stimmen zum Spiel:

1. FC Köln nach BVB-Pleite: „Was heißt Pech?“

FC-Trainer Lukas Kwasniok (44): „Ich fand, dass wir in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft gewesen sind. Wir haben die ersten 15 Minuten auf ein Tor gespielt, haben fünf, sechs Eckbälle, schenken dann aber dem Gegner einen Eckball, den wir eigentlich auf den ersten Ball sehr, sehr gut verteidigen, dann aber schnell genug rausrücken, Guirassy ist dann knapp nicht im Abseits, auf einmal steht’s 0:1 und keiner weiß in dem Moment eigentlich, warum. Aber die Mannschaft hat sich davon auch nicht irgendwie unterkriegen lassen. Wir hatten jetzt keine hochkarätigen Torchancen, aber es waren schon Einschussmöglichkeiten da.“

Kwasniok über den Platzverweis: „Mit der Roten Karte war das natürlich ein völlig anderes Spiel. Ich habe in der Halbzeit darauf hingewiesen, dass die Wahrscheinlichkeit, das Spiel zu gewinnen oder einen Punkt zu holen, gering ist. Aber sie ist da, und solange eine Möglichkeit gegeben ist, werden wir uns bis zum Schluss hier aufopfern. Leider kassieren wir dann das 0:2 ein bisschen zu früh mit der ersten Aktion in der zweiten Halbzeit. Ich hatte dann nicht das Gefühl, dass die Dortmunder uns an die Wand gespielt haben. Aber uns war schon klar, wenn eine Aktion mal im Netz landet, dass hier das Stadion nochmal explodiert, und so war es dann. Am Ende, warum auch immer, meint es irgendwie der gute Mann da oben aktuell nicht ganz so gut mit uns.“

FC-Kapitän Marvin Schwäbe (30): „Das macht die Mannschaft aus. Wir versuchen immer, alles reinzuhauen. Natürlich funktioniert und gelingt nicht immer alles, so wie wir uns das vorstellen. Aber ich glaube, heute hat man wieder gesehen, gerade in Unterzahl über diese lange Strecke, dem BVB so die Stirn zu bieten, ist top. Am Ende ist es natürlich schade, dass nichts dabei rumkommt.“

Schwäbe über das fehlende Spielglück: „Was heißt Pech? Es ist eine unglückliche Situation, ganz klar. Da ist man hier einen Schritt zu spät, da ist man hier ein Stück weit unkonzentriert. Aber insgesamt kann ich der Mannschaft natürlich wieder nicht absprechen, dass wir nicht alles gegeben haben. Wir haben in Unterzahl ein richtig gutes Spiel gezeigt. Wir haben am Ende gute Chancen gehabt. Natürlich brauchen wir nicht drumrumreden. Wir hätten gerne mehr Punkte, bessere Leistungen hier und da auch. Wir hätten gerne hier und da ein paar mehr Tore geschossen. Deshalb stecken wir unten drin und wollen uns da aber wieder rausarbeiten. Jetzt kommen in den kommenden Wochen natürlich Mannschaften auf Augenhöhe, gegen die wir gewinnen müssen. Daran gilt es jetzt, alles zu setzen.“

Kölns Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler (40): „Natürlich eine große Enttäuschung jetzt kurz nach dem Spiel. Ich glaube, es ist sehr unglücklich gelaufen für uns. Ich fand, wir sind sehr gut ins Spiel reingekommen, haben gerade in der ersten Viertelstunde ein paar gute Aktionen gehabt. Eigentlich mit der ersten Dortmunder Möglichkeit, die wir leider auch selber einleiten, mit einem Fehlpass, kriegst du den Standard. Wir rücken nicht ganz schnell raus und dass Serhou (Guirassy, Anm. d. Red.) ein guter Stürmer ist, das wissen wir. Der hält den Fuß rein, dann bist du in Rückstand. Und wenn du dann kurz vor der Pause eine Rote Karte bekommst, die sicherlich nicht mit Absicht ist ... Aber wenn man sich die Bilder anschaut, glaube ich, gibt es da keine zwei Meinungen. Er kommt einfach zu spät, tritt ihm hinten drauf.“

FC-Profi Tom Krauß (24): „Manche Mannschaften lassen sich dann vielleicht fallen und verlieren das Ding dann 0:3. Wir versuchen trotzdem alles auf dem Platz zu lassen. Auch wenn es natürlich schwer ist, mit zehn Mann gegen Dortmund, das ist klar. Aber trotzdem, man sieht ja, dass die Mannschaft will.“

Krauß über die brenzlige Lage: „Es ist weiterhin sehr, sehr eng. Wir dürfen uns nicht von anderen Sachen beeinflussen lassen, müssen bei uns bleiben. Wir müssen einfach als Team – das ist ganz, ganz wichtig – zusammenstehen. Die Fehler, die wir vielleicht auch machen, trotzdem weiterhin analysieren und trotzdem weitermachen, weil am Ende haben wir ein Spiel verloren. Es ist nicht befriedigend, aber es bringt jetzt nichts, wenn wir weiter die Köpfe unten haben.“

BVB-Trainer Niko Kovac (54): „Wir waren nicht scharf genug. Die Kölner haben wirklich losgelegt wie die Feuerwehr. Ich habe das erwartet, weil ich ja auch das Spiel gegen die Bayern hier gesehen habe, wo sie am Anfang richtig Betrieb gemacht haben. Sie haben aus der Viererkette agiert, das haben wir vielleicht jetzt so in der Form nicht erwartet. Aber trotzdem: Gegen Bayern haben wir, glaube ich, zwei Ecken zugelassen. Heute haben wir gefühlt zehn Ecken gegen uns gehabt. Das geht nicht. Und das ist das: Wenn jeder einen Meter weniger macht und wenn der Meter fehlt, dann fehlt dir irgendwo das Tackling, da fehlt der Zweikampf, da fehlt dir dann letzten Endes auch irgendwo das, was du brauchst, um im Spiel zu bleiben. Das war nicht gut und das darf ich auch heute sagen.“

Schiedsrichter Daniel Siebert korrigierte auf Rote Karte gegen Jahmai Simpson-Pusey (1. FC Köln).

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