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„Großer Schock“ bei WM-TeamBrisantes Gespräch beim Training mitgeschnitten

Heung-Min Son bei einer Presserunde.

Copyright: IMAGO/Newscom / Yonhap News

Heung-Min Son steht im Zentrum eines Medien-Skandals bei WM-Teilnehmer Südkorea.

Das Gespräch zweier Reporter sorgt in Südkorea für Empörung. Das WM-Team reagiert mit einem Medienboykott.

Die Nationalspieler von WM-Teilnehmer Südkorea haben mit einem Medienboykott auf Spott über Kapitän Heung-Min Son reagiert.

Wie mehrere Medien, darunter „The Athletic“, berichten, weigert sich das Team, mit südkoreanischen Journalisten zu sprechen. Einzig die offiziellen Fifa-Medientermine werden durchgeführt.

Spott über Son im Fernsehen ausgestrahlt

Auslöser des Streits war, dass sich Journalisten über die Militärdienst-Befreiung von Son lustig gemacht hatten – und dieser Spott seinen Weg ins südkoreanische Fernsehen fand.

Der Starspieler war 2018 nach dem Goldmedaillen-Gewinn bei den Asienspielen von der Pflicht befreit worden und hatte stattdessen nur eine dreiwöchige Grundausbildung absolvieren müssen. In Südkorea gilt für alle körperlich fähigen Männer im Alter von 18 bis 28 Jahren eigentlich eine strikte Wehrpflicht von bis zu zwei Jahren, da sich das Land formal im Kriegszustand mit Nordkorea befindet.

Während einer Trainingseinheit vor der Weltmeisterschaft (7. Juni) hatte ein südkoreanischer Fernsehsender ein Gespräch zwischen zwei Reportern aufgefangen, in dem abfällige Bemerkungen über Sons Sonderregelung fielen. Die Aufnahme wurde im Fernsehen ungeschnitten ausgestrahlt und löste Empörung aus.

Als Reaktion verweigerte der ehemalige Bundesligaprofi nach dem 2:1-Auftaktsieg gegen Tschechien Medieninterviews. Der koreanische Fußballverband (KFA) kritisierte die „unangemessenen Äußerungen“ und sprach von einem „großem Schock und Enttäuschung“ in der Mannschaft.

In einer Erklärung betonte der KFA, man respektiere die Medienarbeit, fordere aber „gegenseitigen Respekt und Vertrauen“. Der Verband rief Reporter zu mehr Rücksicht auf und warnte vor ähnlichen Vorfällen. Ob der Boykott bereits beendet ist, bestätigte der KFA The Athletic nicht. Auch die FIFA wurde um eine Stellungnahme gebeten.

Son, der 145 Länderspiele bestritten hat, spielt aktuell für Los Angeles FC in der US-amerikanischen Major League Soccer (MLS). Zuvor spielte der 33-Jährige in der englischen Premier League bei Tottenham Hotspur und in der Bundesliga bei Bayer Leverkusen und dem Hamburger SV. (sid)

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