Dreiklassengesellschaft!FC-Abwehr in Stuttgart wie Kräuterbutter

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Der 1. FC Köln musste am Freitagabend beim VfB Stuttgart antreten. Beim vierten der Vorsaison war nichts zu holen. Köln überzeugt nur in einer kurzen Phase nach der Pause.

Da war nichts zu holen für den 1. FC Köln! Beim VfB Stuttgart unterlag der FC am Freitagabend (4. September 2026) mit 1:4.

Nach 20 Minuten hätte es schon 0:3 stehen müssen, Stuttgart kam zu zahlreichen Chancen, vergab sie zunächst noch leichtfertig. Doch am Ende war es beim 4:1 der Schwaben eine klare Sache! Gegen einen Champions-League-Teilnehmer hat Köln noch keine Waffen. Vor allem nicht, wenn es in der Abwehr nicht stimmt.

Köln in Stuttgart mit haarsträubenden Fehlern

Schon nach neun Minuten traf Josha Vagnoman aus drei Metern nur die Latte. Auch Dzenan Pejcinovic setzte seinen Kopfball nur ans Gebälk (16.). Einen Abschluss von Deniz Undav konnte dann Marvin Schwäbe in höchster Not entschärfen (20.).

Nach einer halben Stunde waren es 7:2-Torschüsse für den VfB. Besonders der Ex-Kölner Chris Führich drehte über die linke Seite auf, da war Kölns Alessio Castro-Montes oft zu langsam unterwegs. Die Kölner Spieler produzierten dagegen viele individuelle Fehler – hier ein Fehlpass, da ein Annahmefehler oder ein schwacher erster Kontakt. Die Gastgeber konnten es zunächst aber nicht ausnutzen.

Dann kam Bilal El Khannouss! Der marokkanische Nationalspieler ließ gleich vier Kölner stehen, schwang sich durch die FC-Abwehr wie ein heißes Messer durch warme Butter (39. Minute). Tom Krauß, Jan Thielmann, Luka Lochoshvili standen da nur als Beiwerk wie die Kräutergarnitur, auch Gideon Mensah kam zu spät.

Ausgerechnet El Khannouss! Am Deadline-Day hätte der VfB ihn für 40 Millionen Euro an Al-Ittihad verkaufen können. Doch der 22‑Jährige wollte nicht nach Saudi-Arabien – beim VfB sorgt er jetzt für Genussmomente.

FC-Trainer René Wagner packte nach dem Gegentor an der Seitenlinie die Wut, er schlug sich auf die Brust und forderte die Spieler so auf, wach zu werden. Oder wenigstens etwas Selbstvertrauen zu zeigen. Breite Brust war trotz des Auftaktsiegs gegen Hoffenheim Fehlanzeige beim FC.

Mit dem 1:0 ging es in die Kabine, wo es bei den Kölnern sicherlich Gesprächsbedarf gab. Auch beim 3:2 gegen Hoffenheim war die erste FC-Hälfte eher grottig. Ob jetzt wieder eine Wende gelingen würde?

Zum Wiederanpfiff brachte Wagner Ellyes Skhiri und Mikey Moore für Paul Okon-Engstler und Jan Thielmann. Und Skhiri fälschte gleich beinahe einen Schuss von Mensah ins Tor ab. Da hatte VfB-Keeper Fabian Bredlow Glück. Der FC kam in der Anfangsphase wirklich gut ins Spiel, holte einige Eckbälle raus.

Mikey Moore mit starkem erstem FC-Auftritt

Moore scheiterte zweimal an Bredlow, Krauß traf nur das Außennetz, Aches Schuss wurde geblockt, Johannesson schob nur knapp daneben – jetzt war der FC voll da!

Als der VfB-Keeper zu lange mit einem Abschlag wartete, gab es eine Ecke für den FC. Stuttgart war ein wenig von der Rolle. Doch nicht lange. Die Kölner Drangphase wurde jäh durchbrochen, denn die FC-Abwehr war wieder weich wie Kräuterbutter. 

Über die linke Seite wurde der FC nach 60 Minuten regelrecht düpiert: Castro-Montes ließ El Khannous viel Platz, er schickte Mittelstädt zur Grundlinie, der mit einem Pass in den Rückraum Grischa Prömel bediente. 2:0! Die Kölner Spieler um Krauß und Lochoshvili streckten die Hände hadernd in den Himmel – da stimmte beim FC hinten einiges nicht.

Schwäbe machte in der 71. Minute seinen eigenen Fehler bei einem Katastrophenpass wieder gut und parierte stark gegen Pejcinovic. Das hätte das 0:3 sein können. Wagner reagierte nochmals und brachte Marius Bülter und Reigan Heskey für Maina und Ache (75. Minute). Doch nur Sekunden später klingelte es erneut: Der kurz zuvor eingewechselte Ermedin Demirovic schloss zum 3:0 ab (75.). 

Immerhin gelang dem FC noch der Ehrentreffer (81.): Bülter zwang Gegenspieler Ramon Hendriks zum Eigentor, die Vorlage kam von Moore. Rondic durfte noch für Krauß ein paar Spielminuten sammeln. Spätestens mit dem 4:1 von Vagnoman in der Nachspielzeit stand die Erkenntnis: Die Liga ist eine Dreiklassengesellschaft!

Der FC Bayern München fertigte Stuttgart am ersten Spieltag mit 5:1 ab. Gegen Köln zeigten die Schwaben dann, wie groß die Unterschiede zu einem Klub wie dem FC, der gegen den Abstieg spielt, sind.

Schon vor dem Spiel musste Köln in den sauren Apfel beißen. Said El Mala hatte bis zuletzt gehofft, trotz seiner Erkältung fit zu werden. Doch am Morgen des Spieltags entschied man sich dagegen, ihn nachreisen zu lassen. Auch Thijs Dallinga, Doppelpacker beim 3:2 gegen Hoffenheim, blieb mit einem Magen-Darm-Virus in Köln.

So musste der FC offensiv umplanen. Coach Wagner setzte auf Erfahrung und brachte Linton Maina für El Mala in die Startformation. Mickey Moore blieb vorerst auf der Bank. Ansonsten gab es keine Änderungen im Vergleich zur Startelf gegen Hoffenheim. 

So startete der FC in Stuttgart: Schwäbe – Castro-Montes, Simpson-Pusey, Lochoshvili, Mensah – Krauß, Okon-Engstler – Thielmann, Johannesson, Maina – Ache. Zunächst auf der Bank: Zieler, Schmied, Sosa, Skhiri, Heskey, Rondic, Bülter, van den Berg, Moore.

Paul Okon-Engstler im Duell mit Dzenan Pejcinovic.
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