Drei Spiele, zwei Unentschieden, ein Sieg - mit Trainer René Wagner steuert der 1. FC Köln auf das Ziel Klassenerhalt zu. Doch damit der Trainer auch über die Saison Chef bleiben darf, muss noch einiges passieren. Ein Kommentar.
Bisher nur StimmungsaufhellerFür FC-Job muss Wagner mehr liefern

Copyright: IMAGO/Oliver Ruhnke
René Wagner holte in seinem dritten Spiel als Trainer des 1. FC Köln ein Unentschieden auf St. Pauli.

Der 1. FC Köln bleibt unter dem neuen Trainer René Wagner ungeschlagen. Nach dem Punkt in Frankfurt und dem Sieg gegen Werder Bremen folgte am Freitagabend (17. April 2026) ein 1:1 am Millerntor.
Es war zwar nicht der erhoffte Riesenschritt Richtung Klassenerhalt, doch der Vorsprung auf St. Pauli auf dem Relegationsplatz konnte bei fünf Punkten gehalten werden.
Wagner hat beim FC das nötige Spielglück
1,67 Punkte im Schnitt – kein schlechtes Ergebnis für die ersten Gehversuche in der Bundesliga als Chefcoach. Der Trainerwechsel beim 1. FC Köln darf durchaus als Erfolg verbucht werden. Unter Lukas Kwasniok fehlten die Ergebnisse. Mit Wagner kamen fünf wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt dazu.
Die Kommunikation stimmt. Die Einstellung stimmt. Die Chemie passt. Und endlich kehrte mit Wagner auch das nötige Glück zurück. Gegen Bremen spielte der FC lange in Überzahl, wobei sich Werder über die Rote Karte beschwerte und selbst einen Platzverweis für FC-Profi Ragnar Ache forderte.
Und auf St. Pauli hätte man höher zurückliegen müssen, als der VAR nach dem Einsteigen gegen Jakub Kaminski auf Elfmeter korrigierte. Pauli-Trainer Blessin war danach mehr als wütend.
Der FC nimmt das VAR-Glück natürlich dankend an, schließlich hat man in dieser Saison auch schon viel VAR-Mist schlucken müssen. Doch was kann Trainer Wagner dafür, dass der FC wieder in die Erfolgsspur gefunden hat?
Als Stimmungsaufheller hat er bislang einen hervorragenden Job gemacht. Fußballerisch zeigt die Mannschaft jedoch keine Steigerung. Gegen St. Pauli konnte Wagner erstmals seit Monaten wieder aus dem Vollen schöpfen. Nur die Langzeitverletzten Luca Kilian und Timo Hübers (beide Knieverletzungen) fehlten.
Doch auch mit allen Top-Spielern war beim FC kein System erkennbar. Von gutem Fußball ist man meilenweit entfernt. Lange Bälle von Marvin Schwäbe versandeten oft in der gegnerische Hälfte. Das Aufbauspiel, wenn überhaupt vorhanden, war behäbig, die Fehlerquote in allen Mannschaftsteilen hoch.
In der Defensive agierte der FC teilweise wie ein Hühnerhaufen. Das Gegentor fiel mal wieder nach einem Eckball, nachdem man die Schwäche eigentlich im Griff haben wollte. Aufgaben und Arbeit gibt es im Abstiegskampf genug! Doch anstatt daran zu arbeiten, gab Wagner den Spielern erst einmal drei Tage frei. Die Vorbereitung auf Bayer Leverkusen startet am Dienstag um 11 Uhr.
Fakt ist: Auf Glück sollte sich der FC in den letzten vier Spielen der Saison nicht verlassen. Wenn spielerisch nicht mehr Lösungen kommen, dann sind gegen Leverkusen, Union Berlin, Heidenheim und beim FC Bayern München auch vier Niederlagen denkbar.
Die aktuell 31 Punkte könnten nicht zum Klassenerhalt reichen. FC-Geschäftsführer Thomas Kessler hat Wagner zwar einen Vertrag über die Saison hinaus in Aussicht gestellt. Aber er hat auch gesagt, dass er sich mit anderen Trainern auseinandersetzt. In den verbleibenden vier Spielen muss Wagner zeigen, dass er mehr draufhat, als nur ein Stimmungsaufheller zu sein.
Drei freie Tage sorgen bei den Spielern im Abstiegskampf zwar sicherlich für gute Laune, aber ein ordentliches Standard-Training würde auch nicht schaden. Es muss definitiv mehr kommen, wenn Wagner als Cheftrainer durchstarten will.
