Der 1. FC Köln kam beim FC St. Pauli etwas glücklich zu einem 1:1. Nach dem Spiel war der Trainer der Gastgeber reichlich angefressen.
Ausbruch in den KatakombenPauli-Trainer rastet neben Kölns Kessler aus

Der 1. FC Köln hat in dieser Saison schon einige leidvolle Erfahrungen mit dem VAR gemacht. Beim 1:1 auf St. Pauli kam dem FC am Freitagabend (18. April 2026) die Videotechnik allerdings mal zugute. Nach einem Zweikampf zwischen Jakub Kaminski und Karol Mets meldete sich Christian Dingert aus dem Keller bei Matthias Jöllenbeck.
Der Schiedsrichter auf dem Feld hatte nämlich zunächst weiterlaufen lassen, korrigierte sich aber, nachdem er sich selbst die Bilder an der Seitenlinie angeschaut hatte. Er entschied auf Strafstoß, den Luca Waldschmidt zum 1:1 verwandelte. Pauli haderte in den Katakomben sehr mit der Entscheidung.
Pauli-Trainer Blessin flippt nach Elferszene komplett aus
Torschütze Mets stellte die entscheidende Szene vor dem Kabinentrakt immer wieder mit verschiedenen Mitarbeitern nach, konnte dabei nicht fassen, dass er den Ausgleich verschuldet hatte. Deutlich aggressiver und lauter trat Alexander Blessin auf.
Der Pauli-Trainer ließ sich die Szene noch mal auf einem Laptop zeigen und flippte dann aus. Er brüllte, fluchte und war kaum zu beruhigen, während Kölns Sportboss Thomas Kessler nebenan erklärte, dass es für ihn ein klarer Elfer gewesen sei.
Kurios: Im TV-Interview räumte Blessin noch ein, dass das Foul an Kaminski unstrittig und der Elfer daher gerechtfertigt gewesen sei. Doch nach seinem Ausbruch in den Katakomben revidierte er seine Meinung auf der anschließenden Pressekonferenz. „Ich war erst ruhig, bin ich auch weiterhin. Ich muss aufpassen. Ich dachte, der Kontakt ist klar und dass es ein Foul von Karol ist. Aber man muss ehrlich sagen: Der Fuß von Kaminski geht zuerst auf die Wade. Deshalb ist es auch kein Foul für mich. Das ist sehr ärgerlich“, sagte Blessin.
Bereits im Hinspiel hatte der Pauli-Coach die Beherrschung verloren. Damals hatte Blessin dem FC fehlendes Fairplay vorgeworfen, weil die Balljungen die Bälle in seinen Augen nicht gut genug zurück ins Spiel geworfen hätten. „In der ersten Halbzeit kamen die Bälle noch raus, zweite Halbzeit waren sie plötzlich weg. Ich verstehe es nicht, dass es einige Mannschaften nicht hinkriegen“, sagte Blessin.
Er forderte: „Macht es doch bitte so wie in England, dass die Bälle jederzeit draußen liegen. Dann gibt es keine Probleme und es ist eine faire Lösung. Ansonsten habe ich ein Problem damit.“ Jetzt hatte er ein anderes Problem.

