Am Sonntag (12. Juli 2026) wurde im Haus Unkelbach über den 1. FC Köln geplaudert. Gastronom Martin Schlüter hatte für die Aufzeichnung eines Live-Podcasts eine illustre Runde zusammengetrommelt.
Illustre RundeFC-Boss verrät im Biergarten fiese El-Mala-Tricks der Konkurrenz

Während Kölns Sportchef Thomas Kessler (40) in der Transferküche kräftig am neuen Kader kocht, brutzelten einige FC-Fans am Sonntag (12. Juli) im Biergarten des Haus Unkelbach in der Sonne. Bei der Aufzeichnung des Live-Podcasts Dreierkette hatten nicht alle ein Plätzchen im Schatten ergattert.
Doch es gab Abkühlung mit diversen Kränzen und kalten Waschlappen. So wurde es für alle ein überaus unterhaltsamer Talk über den 1. FC Köln. Gastronom und Edelfan Martin Schlüter hatte als Moderator mit seinem Spannmann Dan Dickopf auch eine illustre Runde beisammen: Oberbürgermeister Torsten Burmester, Sportausschussvorsitzender Oliver Seeck, FC-Geschäftsführer Philipp Türoff, Christian von Rieff (Reissdorf-Boss) und Musiker Stefan Brings waren dabei.
Philipp Türoff würde El Mala am liebsten behalten
Brings lobte zunächst das soziale Engagement des FC, sprach dann über die WM, auch wenn er eingestand, nicht den absoluten Fußballsachverstand zu haben. Doch er sorgte für reichlich Lacher im Publikum, als er den Trump-Anruf bei Fifa-Boss Infantino thematisch in Köln einordnete: „Wir sind Kölner, wir wissen, wie das läuft! Das war ein Paradebeispiel für kölschen Klüngel. Bei einer Herrensitzung im Gürzenich läuft das auf der Toilette ähnlich.“
Türoff verfolgte die Spiele bei der WM natürlich auch. Er verriet dann die Hoffnung, dass Said El Mala (19) nach dem Turnier auch beim DFB-Team durchstartet. Der mögliche neue Bundestrainer Jürgen Klopp dürfte ihn im September nominieren: „Das Entscheidende ist, dass sich der Junge weiterentwickeln kann. Es wäre natürlich eine Hammerstory gewesen, wenn er jetzt schon hätte mitfahren können. Aber jetzt liegt es auf der Hand, dass wir erwarten dürfen, dass er zu denen gehört, die man im Blick haben muss, wenn man die Mannschaft neu aufstellt.“
Türoff verfolgt auch die DFB-Verhandlungen mit Klopp intensiv und hat da seine eigene Meinung: „Für mich wäre es wichtig, dass die Identifikation wirklich rüberkommt. Wenn man diese Summen liest, die im Spiel sind, bei den Nationaltrainern, die wir hatten, dann stellt sich immer die Frage: Ist das dann auch Berufung? Das sind alles Leute, die schon an anderer Stelle wahnsinnig viel Geld verdient haben. Da denke ich, wenn es Klopp macht, soll er es aus voller Überzeugung machen und nicht, dass man den Eindruck gewinnt, es geht um Geld.“
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Sollte der FC bei Edson Álvarez in die Vollen gehen?
Um Geld geht es bei einem FC-Thema aber auch: Soll Said El Mala bleiben oder verkauft werden? Türoff sprach in der Folge über die eigenen Transferaktivitäten und einen möglichen El-Mala-Abgang. Zehn neue Spieler könnten es am Ende werden, wie Trainer René Wagner (37) schon sagte. Türoff will ihm nicht widersprechen: „Die Transferaktivitäten bei vielen Klubs sind noch nicht so richtig in Gang gekommen. Wir als FC können jetzt nicht mit den ganz großen Scheinen früh Dinge verbindlich machen. Wir sind darauf angewiesen, dass andere Sachen passieren. Es darf damit gerechnet werden, dass wir in der Transferphase bis zum Schluss mitspielen werden.“
Bei El Mala will Türoff maximal gelassen bleiben: „Ich kann natürlich nicht vorhersagen, wie das genau läuft. Was ich aber sagen kann: Wir sind da ganz klar und lassen uns nicht von einer El-Mala-Entwicklung in die eine oder andere Richtung abhängig. Er hat einen langfristigen Vertrag bei uns, er hat super funktioniert, wir sehen eine tolle Entwicklung. Das heißt: Wir sind maximal bereit, diesen Weg mit ihm weiterzugehen. Wir sind aber genauso vorbereitet, wenn sich etwas anders ergibt, wo man eine vernünftige Entscheidung treffen muss. Das Entscheidende ist: Wir sind nicht abhängig. Das ist für eine Verhandlungsposition das, was der FC braucht, um das gut zu managen.“
Beim FC hofft man, dass ein möglicher Verkauf nicht allzu spät in der Vorbereitung über die Bühne geht. Aber Türoff weiß, wie manche Klubs am Markt agieren – und zwar mit fiesen Tricks: „Es gibt Leute, die versuchen dann auch bis zum letzten Moment zu warten, um genau diese Drucksituation, die ich vermeiden möchte, zu erzeugen. Wir wollen da cool bleiben. Wenn sie etwas mit uns besprechen wollen, dann lieber früher als später.“ Ein klarer Hinweis an Klubs wie Borussia Dortmund, Leipzig oder den FC Bayern München oder auch Vereine aus der Premier League, die scharf auf El Mala sind.
Dan Dickopf hakte nach bei Türoff: Ist der FC wirklich nicht abhängig vom El-Mala-Verkauf? Mit den Einnahmen könnte der FC schließlich ganz anders auf dem Transfermarkt agieren. Türoff räumte ein: „Ich will das nicht wegquatschen: Natürlich gibt es da eine Abhängigkeit. Wenn ein El-Mala-Verkauf zu solchen Summen zustande kommt, dann kann man entsprechend reagieren und die Mannschaft anders verstärken. Aber wir können auch nicht auf die letzte Sekunde solch eine Entscheidung treffen und haben dann eine riesige Vakanz im Kader. Das wäre total unseriös. So planen wir nicht, wir bereiten uns darauf vor, dass wir dann nicht in einer Notsituation sind.“

Copyright: Uwe Bödeker
Gastronom und FC-Edelfan Martin Schlüter, Kölns OB Torsten Burmester, Musiker Stefan Brings, FC-Geschäftsführer Philipp Türoff, Oliver Seeck (Sportausschussvorsitzender), Christian von Rieff (Reissdorf) und Moderator Dan Dickopf (v.l.) sprachen am Sonntag, 12. Juli 2026, im Livepodcast Dreierkette im Haus Unkelbach über den 1. FC Köln.
Türoff beteuerte, dass auch ohne El-Mala-Geld eine gute Mannschaft gebaut wird: „Wir haben, was wir haben, und werden davon einen Bundesligakader zusammenstellen, der Spaß macht. Das sage ich aus voller Überzeugung. Aber mit den Summen, die bei El Mala in Aussicht gestellt werden, können wir natürlich in anderen Regalen aktiv werden. Aber am liebsten würde ich Said bei uns spielen sehen, und dann soll er noch einmal einen Schritt machen, dann habe ich auch Spaß.“

