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FC-KommentarKwasniok muss sich neu erfinden, um die Kabine nicht zu verlieren

Der 1. FC Köln befindet sich in einer gefährlichen Situation. Die Stimmung innerhalb der Mannschaft ist mächtig angespannt. Trainer Lukas Kwasniok muss jetzt aufpassen – ein Kommentar.

Nach sechs Spielen hatte der 1. FC Köln schon zehn Punkte auf dem Konto. In den folgenden neun Partien kamen nur noch sechs Zähler dazu – der Trend geht Richtung Keller. Entsprechend angespannt ist die Lage vor dem 16. Spieltag.

Am Samstag (10. Januar 2026) muss der 1. FC Köln beim Tabellen-17. Heidenheim ran (15.30 Uhr, Sky und Liveticker auf EXPRESS.de). Die Mannschaft reist direkt aus dem spanischen Trainingslager an. 

Ständige Wechsel: FC-Spieler wirken verunsichert

In La Nucia bereitet sich der FC auf die harte Aufgabe vor – alle müssen nach den letzten Misserfolgen jetzt voll in den Abstiegskampf-Modus schalten. Doch innerhalb der Mannschaft knirscht es gewaltig, das Verhältnis einiger Spieler zu Trainer Lukas Kwasniok (44) könnte wesentlich besser sein. Anzeichen dafür gibt es einige: Jan Thielmann sagte Ende Dezember schon, angesprochen auf die Standardschwäche, dass dafür „das Trainerteam da oben im Büro“ zuständig sei. Ein Miteinander klingt anders. 

Thielmann forderte auch, dass sich ein Stamm an Spielern einspielen müsse. Die Kollegen Luca Waldschmidt oder Ragnar Ache können die ständigen Wechsel ebenfalls nicht nachvollziehen. Einigen Profis fehlen die Rückendeckung und das Vertrauen.

Kapitän Marvin Schwäbe möchte den Laden zusammenhalten und betont, dass jeder wisse, woran er ist. Der Trainer sei klar in seiner Kommunikation. Doch Schwäbe sagte auch, dass man dem Team eins nicht vorwerfen könne: fehlender Wille oder fehlende Einstellung. Im Trainingslager polterte Kwasniok dann nach dem knappen Testspielsieg gegen FC Lugano (2:1), dass ihm an den ersten Trainingstagen die nötige Hingabe gefehlt habe. Er richtete einen klaren Appell an die Mannschaft, dass die Spieler endlich einen Zahn zulegen müssen.

Im Innenverhältnis knirscht es also gewaltig. Eine gefährliche Situation! Denn vor den Spielen in Heidenheim, gegen den FC Bayern und dem Rückrundenauftakt gegen Schlusslicht Mainz ist eine Einheit gefordert. Kwasniok muss aber stattdessen aufpassen, dass er große Teile der Kabine nicht gänzlich verliert.  

Aktuell sieht es so aus, als ob Kwasniok mit seiner Mannschaft in einen Teufelskreis geraten ist: Die ständigen personellen Wechsel des Trainers sorgen für verunsicherte Spieler – verunsicherte Spieler zeigen schwache Leistungen – schwache Leistungen spiegeln sich in Ergebnissen wider – nach Niederlagen werden die Spieler dann noch mehr kritisiert – die Profis wirken noch verunsicherter.

Findet Kwasniok keinen Ausweg aus diesem Teufelsstrudel, wird sein Köln-Abenteuer schon schneller enden, als allen lieb ist. Bleiben Punkte aus, könnte es gegen Mainz schon ein Endspiel für den Trainer sein.

Vielleicht muss Kwasniok sich in den kommenden Tagen in gewisser Hinsicht neu erfinden: Zum einen darf seine direkte Art in der Kommunikation mit den Spielern keine Einbahnstraße sein, einige Profis müssen mitgenommen werden und benötigen Vertrauen. Zum anderen sollte Kwasniok schnell dafür sorgen, dass es eine eingespielte Mannschaft auf dem Platz gibt. Allerdings sollten sich die Spieler auch an die eigene Nase fassen: nicht klagen und jammern, sondern abliefern! Zu Beginn der Saison hat es schließlich funktioniert.

Am Ende bleibt die Fußball-Weisheit von Otto Rehhagel (87): „Wer gewinnt, hat immer recht!“ Kwasniok und den Spielern helfen nur Siege, um sich aus der gefährlichen Situation zu befreien. Anstatt auf persönliche Eitelkeiten zu schauen, sollten alle im Blick haben, dass es um die Zukunft des 1. FC Köln geht. Zusammenhalt ist da im Abstiegskampf elementar! Man kann nur hoffen, dass der FC als Einheit aus dem Trainingslager kommt und den Negativ-Trend der letzten Wochen in 2025 nicht mit ins neue Jahr nimmt.