Der 1. FC Köln kam beim Abstiegskandidaten 1. FC Heidenheim nicht über ein 2:2-Unentschieden hinaus. Die Fans ließen ihrem Frust freien Lauf und schossen erstmals öffentlich Richtung Trainer Kwasniok.
Stimmung kipptPlakat gegen Kwasniok: FC will Gespräch mit Ultras suchen
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Lukas Kwasniok feierte gerade auf dem Rasen den Punkt in Heidenheim, als wäre es ein überzeugender Sieg des 1. FC Köln, da hissten die mitgereisten Fans im Gästeblock ein vielsagendes Banner.
Auf dem Transparent, das der „Wilden Horde“ zuzuordnen war, stand in großen Lettern: „Kwasni Yok“. Zur Erklärung: Yok ist ein türkisches Wort, das in der deutschen Jugendsprache als Ausdruck für „nein“ oder wahlweise „nichts“ steht. In dem Zusammenhang ist es wohl so zu verstehen, dass die FC-Fans die Nase voll von Kwasniok haben.
Kwasniok hatte auf Neustart in Spanien gehofft
Der FC-Trainer hat offenbar seinen anfänglichen Kredit beim Kölner Anhang verspielt. Das Spiel beim Abstiegskandidaten Heidenheim war das siebte sieglose Spiel in Folge.
Nach EXPRESS.de-Informationen hatten sich die Fans mit dem Banner nicht nur aus rein sportlichen Gründen positioniert, sondern sollen den Trainer auch abseits des Platzes immer kritischer sehen.
„Ich habe es nicht wahrgenommen, aber ich wurde darüber informiert, dass es da etwas gab“, sagte Kwasniok auf der Pressekonferenz nach dem Spiel: „Ich weiß nicht genau, warum und weswegen, aber ich nehme es jetzt zur Kenntnis. Wir versuchen, in Kommunikation zu treten, was da Thema ist.“
EXPRESS.de weiß: Es soll zeitnah zu einem Treffen von Kwasniok mit Fan-Vertretern kommen, um Dinge auszuräumen und zu klären, warum es zu dem scharfen Plakat kam. Ziel soll sein, dass die Fans möglichst hinter dem Team und dem Trainer stehen, um im Abstiegskampf eine Einheit zu bilden.

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Das Banner der Wilden Horde gegen Lukas Kwasniok.
In Spanien wollte Kwasniok eigentlich den Reset-Knopf drücken, doch stattdessen war die getrübte Stimmung in der Mannschaft das bestimmende Thema der Woche. Immer mehr Profis sind unzufrieden mit ihrer Rolle, der Kommunikation und dem fehlenden Vertrauen.
Negativer Höhepunkt: Der Kader-Rausschmiss von Luca Waldschmidt. Der Spielmacher hatte im Interview mit EXPRESS.de seine Unzufriedenheit über die mangelnde Spielzeit (370 Minuten) zum Ausdruck gebracht und war dafür aus dem Kader gestrichen worden. Kwasniok wollte ihm damit einen „Denkzettel“ verpassen.
Angespannte Atmosphäre beim 1. FC Köln
Eine Maßnahme, die bei der Mannschaft gar nicht gut ankam. Ohnehin ist die Atmosphäre äußerst angespannt. Ein Vorwurf der Mannschaft: Kwasniok geht mit dem Team allgemein, aber auch mit einzelnen Spielern, in den Analysen äußerst hart ins Gericht. Vor allem nach dem Spiel in Leverkusen soll er die Jungs regelrecht zusammengefaltet haben.
Nach der Fan-Kritik bleibe ihm nur, „mit Leistungen und Punkten voranzugehen“, grübelte Kwasniok: „Das ist eben der 1. FC Köln. Da ist alles etwas dynamischer. Und für mich ist eines wichtig: die Performance der Jungs auf dem Platz. Und ich habe hier eine absolute Einheit gesehen aus Trainer, Trainerteam und Mannschaft. Das ist alles, was ich beeinflussen kann.“
Zum Jahresstart haben sich die Ultras nun klar positioniert. Wie reagiert die Mannschaft? Kapitän Marvin Schwäbe will jedenfalls von dem auffälligen Banner nichts mitbekommen haben. Direkt nach Abpfiff und ohne das Plakat gesehen zu haben, fiel seine Reaktion erwartbar aus.
Der Keeper sagte: „Da habe ich ehrlich gesagt gar nicht so darauf geachtet. Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Wenn die Fans das so sehen oder meinen, sie müssten das preisgeben, am Ende sind wir Spieler auf dem Platz, um unsere Qualität und Leistung zu zeigen.“
