Vorne zu harmlos, hinten durch ein Traumtor düpiert: Der 1. FC Köln fährt mit leeren Händen aus Augsburg nach Hause.
Harmlos-Pleite in AugsburgHacken-Tor stürzt den FC in tiefe Nöte
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Der 1. FC Köln hätte sich mit einem Sieg beim FC Augsburg etwas Luft im Abstiegskampf verschaffen können. Stattdessen setzte es zum Start des 24. Bundesliga-Spieltags nach einem schwachen Auftritt eine verdiente 0:2-Niederlage – und die Luft wird dünner.
„Da haben wir echt dran zu knabbern“, sagte FC-Trainer Lukas Kwasniok nach der Pleite. „Wir holen zu wenig Punkte. Am heutigen Tag wäre ein Sieg völlig vermessen gewesen, aber ich glaube schon, dass du hier einen Punkt entführen kannst. Aber dann darf das 1:0 einfach nicht fallen.“
Angeschlagener El Mala kommt von der Bank
Aufgrund des Streiks im öffentlichen Nahverkehr hatten einige FC-Fans im Vorfeld Sorge, ob sie es pünktlich zum Stadion in Augsburg schaffen würden. Die meisten ICE-Verbindungen von Köln hatten nur wenig Verspätung. Dann ging es in der Fuggerstadt reibungslos über die Bühne, weil der FCA Shuttle-Busse vom Bahnhof zum Stadion (ca. sieben Kilometer Entfernung) eingesetzt hatte. Viele Kölner setzten sich mit ihren Bierkisten ganz gemütlich in die Busse und wurden zum Spiel chauffiert.
Lukas Kwasniok verzichtete auf Said El Mala in der Startelf, der Youngster war unter der Woche angeschlagen. Insgesamt wechselte der FC-Trainer im Vergleich zum Hoffenheim-Spiel dreimal, brachte Marius Bülter, Luca Waldschmidt und Jahmai Simpson-Pusey für El Mala und die verletzten Joel Schmied und Sebastian Sebulonsen. „Es ist kein entscheidendes Spiel, aber ein wichtiges Spiel“, betonte Kwasniok vor dem Anpfiff.
Die formstarken Augsburger, die zuletzt sieben Mal in Folge zu Hause ohne Niederlage geblieben waren und zudem vier ihrer vergangenen fünf Spiele gewonnen hatten, spielten von Beginn an selbstbewusst auf, der FC stand in der ersten Viertelstunde unter Dauerdruck. Rodrigo Ribeiro (4., 11.) und Noahkai Banks (10.) vergaben gute Chancen für die Fuggerstädter, die in ihrem 500. Bundesliga-Spiel im Sondertrikot aufliefen.
Dem FC waren zunächst nur vereinzelte Entlastungsangriffe vergönnt. Im Offensivspiel fehlte den Kölnern mit Ball der nötige Mut – und vor allem Bewegung. Die Kwasniok-Truppe war auf Konter aus, nach ihrem rasanten Auftakt machten aber auch die Gastgeber erst einmal keine Anstalten mehr, viel fürs Spiel zu tun. Die Folge war ein Belauern auf äußerst überschaubarem Niveau und ohne großen Unterhaltungswert.
Erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit wurde es wieder interessant, bezeichnenderweise nach zwei Standardsituationen. Nach einer Ecke von Jakub Kaminski klatschte ein Kopfball von Eric Martel an die Latte (38.), die beste Chance des Spiels.
Auf der Gegenseite geriet auch Köln bei einem Augsburger Eckball etwas ins Schwimmen, bevor Ragnar Ache den Ball schließlich aus der Gefahrenzone bugsierte (42.). Zuvor hatten die Augsburger wegen eines vermeintlichen Handspiels von Tom Krauß auf Elfmeter reklamiert, den es aber völlig zu Recht nicht gab.
Kwasniok brachte zur zweiten Halbzeit Isak Johannesson für den mit Gelb vorbelasteten Martel. Der Isländer stand auch direkt im Mittelpunkt, als er Kristoffer Lund bediente. Augsburg-Keeper Finn Dahmen war zur Stelle (49.). Auf der Gegenseite wurde es durch einen haarsträubenden Ballverlust von Rav van den Berg brenzlig. Immerhin: Der Niederländer bügelte seinen Patzer durch eine starke Grätsche gegen Alexis Claude-Maurice selbst wieder aus (52.).
Wenig später musste Marvin Schwäbe dann aber hinter sich greifen. Bülter und Lund verteidigten zu halbherzig gegen Banks, im Fünfmeterraum schloss der von Simpson-Pusey eigentlich eng gedeckte Ribeiro sehenswert mit der Hacke ab (55.). Nach dem Fallrückzieher-Treffer durch Ache in der Vorwoche war diesmal dem Gegner das Traumtor vorbehalten.
Der FC reagierte: El Mala und Youssoupha Niang kamen nach rund 65 Minuten für die insgesamt wirkungslosen Bülter und Waldschmidt in die Partie. Köln drückte nun zwar, ließ aber die nötige Durchschlagskraft vermissen. Daran änderten auch die Einwechslungen von Bayern-Leihgabe Felipe Chávez und Youngster Fynn Schenten nichts.
In der Nachspielzeit hatte der FC dann Pech, als Augsburg in höchster Not bei einem Kopfball von Özkacar klärte. Keven Schlotterbeck wäre beinahe ein Eigentor unterlaufen, auf der Linie rettete Torhüter Dahmen für den Verteidiger. Für einen letzten Eckball kam auch Schwäbe nach vorne. Augsburg konnte klären und Claude-Maurice (90.+5) zum 2:0 ins leere Tor abschließen.
Der FC bleibt nach der Niederlage zwar vorerst auf Platz zwölf, doch der Vorsprung auf die Abstiegsränge könnte am Wochenende gefährlich zusammenschmelzen.


