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Wildes 2:6 in HoffenheimFehlentscheidung und Cerci-Gala: FC verliert vor Highlight-Spiel

Selina Cerci mit Ball am Fuß.

Copyright: IMAGO/foto2press

Selina Cerci war gegen Köln die alles überragende Spielerin – auch wenn ihr erster Treffer niemals hätte zählen dürfen.

Aktualisiert:

Deftige Niederlage für die FC-Frauen in Hoffenheim. Der früheren Kölnerin Selina Cerci hatte die FC-Defensive wenig entgegenzusetzen.

Deutlicher Dämpfer vor dem großen Highlight-Spiel: Das Frauen-Team des 1. FC Köln hat in einer chaotischen Partie am 23. Spieltag eine 2:6 (1:3)-Niederlage bei der TSG Hoffenheim kassiert.

Fünf Tage vor dem Heimspiel gegen Werder Bremen im Rhein-Energie-Stadion wurde die Mannschaft von Trainerin Britta Carlson am Montagabend vor deutlich kleinerer Kulisse im Dietmar-Hopp-Stadion Opfer einer krassen Fehlentscheidung des Schiedsrichterinnen-Teams, leistete sich aber auch selbst zu viele Patzer.

Ex-Kölnerin Cerci an fünf Hoffenheim-Toren beteiligt

Zum ersten Mal pennte die FC-Defensive bereits nach rund 90 Sekunden. Nach einem langen Ball war Marie Steiner auf links frei durch, gab den Ball weiter auf Selina Cerci. Die frühere Kölnerin drang in den Strafraum ein und legte zurück auf Meier, die vom Elfmeterpunkt zur Hoffenheimer Führung abschloss (2.).

Eine ganz frühe kalte Dusche für die Gäste aus Köln, die wenig später fassungslos das 0:2 durch Cerci hinnehmen mussten (7.). Die Nationalstürmerin tauchte nach einem üblen Fehlpass von Pauline Bremer, den Nikee van Dijk blitzschnell auf Cerci weiterleitete, völlig alleine vor FC-Torhüterin Lisa Schmitz auf. Allerdings stand sie beim Zuspiel von van Dijk rund einen Meter (!) im Abseits. Doch die Fahne der Assistentin blieb unten. Ein krasser Fehler, der wegen des fehlenden VARs in der Frauen-Bundesliga nicht mehr nachträglich korrigiert werden konnte.

Ein ähnlich heftiger Patzer von TSG-Keeperin Laura Dick brachte die Kölnerinnen nur wenig später zurück ins Spiel. Nach einem Rückpass schoss Dick die heranstürmende Lydia Andrade an, von deren Körper der Ball zum 1:2-Anschlusstreffer ins Tor prallte (10.). 

Die Kölner Defensive blieb aber äußerst wackelig, was van Dijk nach Vorlage von Cerci in der 19. Minute mit ihrem ersten Bundesliga-Tor zur erneuten Zwei-Tore-Führung für die Gastgeberinnen nutzte. 

Cerci, die in ihren zwei Saisons beim FC verletzungsbedingt nur 17 Spiele bestritten hatte, setzte kurz vor der Pause mit ihrem zweiten Treffer zum 4:1 noch einen drauf (41.). Damit war die Nationalspielerin an allen vier TSG-Toren beteiligt.

Carlson reagierte auf den vogelwilden Auftritt ihrer Elf und brachte zur zweiten Halbzeit Sara Agrez und Anna-Lena Stolze für Adriana Achcinska und Martyna Wiankowska ins Spiel. Und in der Tat zeigte Köln nun ein anderes Gesicht – und witterte früh in der zweiten Halbzeit noch einmal Hoffnung: Top-Torjägerin Sandra Jessen ballerte die Kugel nach einem Abklatscher von TSG-Torhüterin Dick zum 2:4 in die Maschen (50.).

Davon beflügelt drängten die FC-Frauen, bei denen zudem Dora Zeller in der 60. Minute eingewechselt wurde und ihr Comeback nach langer Leidenszeit gab, auf den dritten Treffer. In der 64. Minute vergab Bremer die größte Chance, scheiterte völlig freistehend an Dick. Auf der anderen Seite war es immer wieder Cerci, die die Kölner Abwehr in die Bredouille brachte, unter anderem bei einem Lattenschuss in der 69. Minute.

Köln steckte nicht auf, doch den FC-Frauen lief die Zeit davon. Kurz vor dem Schlusspfiff traf Cerci dann sogar noch zum 5:2 für die TSG (90.). Lediglich am 6:2 durch Laura Grimm (90.+4) war Cerci dann nicht beteiligt.

Trotz der klaren Leistungssteigerung im zweiten Durchgang blieb es also bei der elften Saisonniederlage für den FC. Am kommenden Samstag (13 Uhr) empfängt der Tabellen-Achte dann Werder Bremen. Der FC hofft auf rund 30.000 Fans im Stadion.

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