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„Sieht ganz übel aus“Ex-Bundesliga-Schiri hätte Messi Rot gezeigt

Lionel Messi in einem Duell um den Ball.

Copyright: IMAGO/Agencia EFE

Lionel Messi sorgte nach 30 Minuten für einen Aufreger im Spiel gegen Algerien.

Aktualisiert:

Lionel Messi glänzte gegen Algerien sportlich, hatte bei einer heiklen Szene aber großes Glück. Magenta-Experte Patrick Ittrich erklärte danach, warum für ihn zwei von drei Rot-Kriterien erfüllt waren.

Lionel Messi zauberte gegen Algerien, legte eine Gala hin. Doch nach gut einer halben Stunde gab es eine Szene, die dem Auftritt des Superstars beinahe eine ganz andere Richtung gegeben hätte.

Der Weltmeister trat einem Gegenspieler von hinten in die Achillessehne. Brisant: Der Schiedsrichter beließ es nicht nur bei einem Platzverweis-Verzicht, sondern zeigte Messi nicht einmal die Gelbe Karte!

Ittrich über Messi-Aufreger: „Chance, den Ball zu spielen, hat er null“

Eine Entscheidung, die bei „Magenta“-Experte Patrick Ittrich für großes Staunen sorgte. Der frühere Bundesliga-Schiedsrichter machte deutlich, dass er den Argentinier in dieser Situation vom Platz gestellt hätte.

„Für den Schiedsrichter ist das völlig unerwartbar. Das ist ein toter Raum und du rechnest als Schiedsrichter null damit, dass da irgendwas passiert. Deswegen, glaube ich, schaltest du ein bisschen ab“, erklärte Ittrich.

Damit lieferte der TV-Experte zunächst eine Erklärung dafür, warum der Unparteiische die Szene auf dem Feld offenbar lediglich als Foulspiel wertete.

Doch bei der eigentlichen Bewertung wurde Ittrich deutlich. „Wenn wir die Szene jetzt ein bisschen sezieren, sehen wir, dass Messi schon irgendwie versucht, erstmal zum Ball zu gehen und dann mit der offenen Sohle in die Achillessehne tritt.“

Besonders spannend: Der 46-Jährige erklärte danach ein Regel-Detail, das vielen Fans kaum bekannt sein dürfte. Demnach gibt es bei übermäßiger Härte drei entscheidende Kriterien: Chance, den Ball zu spielen, Trefferbild und Dynamik.

Ittrich führte aus: „Wenn zwei dieser drei Merkmale erfüllt sind, dann kannst du eigentlich immer eine rote Karte geben. Es ist besser, wenn drei erfüllt sind. Jetzt sind hier locker zwei erfüllt.“

Aus Sicht des Ex-Referees sprach vor allem die fehlende realistische Ballchance gegen Messi. „Die Chance, den Ball zu spielen, hat er null, weil er von hinten reinrennt.“ Auch das Trefferbild sei problematisch gewesen: „Das sieht ganz übel aus. Das ist die offene Sohle in die Achillessehne rein.“

Nur bei der Dynamik sah Ittrich Einschränkungen. Genau das könnte aus seiner Sicht der Grund gewesen sein, warum der Videoassistent nicht eingriff. „Das ist der einzige Grund, weswegen sich der Videoassistent nicht reingegangen ist“, sagte der TV-Experte und gab zugleich einen Einblick in die Gedankenwelt im WM-Pendant zum Kölner Keller, dem „Video Operation Room“.

„Dann hast du erstmal ein paar Schweißbänder auf der Stirn und denkst: Boah, was mache ich jetzt?“, schilderte der frühere Bundesliga-Referee die besondere Brisanz der Situation um Superstar Messi.

In seiner Bewertung blieb Ittrich dennoch eindeutig: „Für mich ist das eine rote Karte.“ Es gebe genügend Vergleichsfälle aus der Bundesliga, die ähnlich geahndet worden seien. Auch dass Messi seinen Gegenspieler womöglich nicht absichtlich so hart treffen wollte, ändere daran für den TV-Experten nichts.

„Das ist kein Grund, um hier keine rote Karte zu geben“, stellte Ittrich klar. Sein Fazit: Regeltechnisch hätte Messi vom Platz gemusst.

Besonders brisant im Nachhinein: Wäre der Weltstar tatsächlich des Feldes verwiesen worden, hätte es seine spätere Gala in dieser Form nicht gegeben. Nach der umstrittenen Szene legte der Ausnahmekönner noch zwei weitere Tore nach.

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