Fynn Schenten ist die Entdeckung im Trainingslager in Spanien. Der 18-jährige Stürmer des 1. FC Köln kann sich sogar Hoffnungen auf einen Bundesliga-Einsatz in Heidenheim machen. Seine erste Berufung zu den Profis war kurios.
FC-Youngster packt ausVom Weihnachtsmarkt direkt in den Kader
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Der 1. FC Köln sucht noch nach einem echten Knipser. Ragnar Ache (27) kam bislang nur auf einen Treffer in 14 Bundesliga-Einsätzen. Der Transfermarkt gibt im Winter nicht viel her, Damion Downs (unzufrieden in Southampton) wollte man auch nicht zurückholen, er wechselte jetzt zum Hamburger SV.
Beim FC schaute man dann in die eigenen Reihen – und setzte auf Fynn Schenten (18). Bei den Junioren hat er in dieser Saison in 18 Einsätzen bereits 15 Treffer erzielen können. Im Trainingslager ist er DIE Entdeckung beim FC. Lukas Kwasniok (44) setzte ihn im Test gegen Lugano von Beginn an ein und lobte anschließend: „Er bringt ein anderes Element mit, körperliche Wucht. Er hat sehr viel Tempo, einen sehr guten Abschluss und immer Tiefgang. Das hat bei uns kein Neuner. Ich wollte mir das hier anschauen und das hat er unter Beweis gestellt.“
Fynn Schenten: Feuer wurde noch mehr entfacht
Vier andere Talente wurden am Mittwoch heimgeschickt, doch Schenten bleibt in Spanien, darf sich Hoffnungen auf einen Einsatz in Heidenheim am Samstag (10. Januar 2026, 15.30 Uhr, Sky und Liveticker auf EXPRESS.de) machen. Dabei war seine erste Berufung zu den Profis kurios und äußerst überraschend – zumindest für ihn selbst.
Gegen Union Berlin stand er am 20. Dezember erstmals im Kader, die Stunden davor waren turbulent. „Das war schon echt verrückt. Ich war mit meiner Mutter auf dem Weihnachtsmarkt. Wir wollten dann das Spiel der Profis gucken und waren in der Bahn auf dem Weg zurück. Dort habe ich schon viele FC-Fans getroffen, die mich erkannt haben, und wir haben ein bisschen gequatscht“, erzählte Schenten im klubeigenen Interview.
Dann wurde es plötzlich ernst für Schenten: „Als wir am Stadion vorbeigelaufen sind auf dem Weg zum Internat, um uns ein bisschen aufzuwärmen vor dem Spiel, hat mich Frank Kaspari angerufen und gesagt: ‚Fynn, wo bist Du gerade? Wir brauchen Dich, Du bist im Kader.‘ Dann ging es total schnell. Frank hat meine Fußballschuhe vom Geißbockheim mitgenommen. Ich bin ins Internat gegangen, habe mich umgezogen, noch schnell eine Banane gegessen und war dann als Erster des Teams im Stadion.“
Die Momente auf dem Weg ins Rhein-Energie-Stadion wird der Youngster, der seit seinem achten Lebensjahr beim FC spielt, nie vergessen: „Ich hatte die ganze Zeit Gänsehaut auf dem Weg dahin. Dann haben mich die Trainer begrüßt, der Coach hat noch ein kurzes Gespräch mit mir geführt, mir Mut gemacht und mir ein paar schöne Worte mitgegeben. Und dann ging es auch schon los. Das war ein magischer Moment für mich. Ich bin seit zehn Jahren beim FC und habe davon immer geträumt. Da ging ein Traum in Erfüllung – nur das Debüt hat noch gefehlt. Es war sehr, sehr schön, im Kader zu sein, das war ein mega Erlebnis. Schade, dass wir es nicht mit einem Sieg krönen konnten, aber ich habe mich dennoch sehr gefreut über diesen Tag.“
Jetzt will der junge Angreifer dranbleiben, um den nächsten Schritt zu machen: „Ich war jetzt ganz nah dran und das hat noch mehr dieses Feuer in mir entfacht, in diesem Stadion auf dem Platz zu stehen und Tore zu schießen.“
Seine unbekümmerte Art will er dabei behalten: „Ich will so spielen wie immer und mich nicht groß beeindrucken lassen, auch wenn es gerade eigentlich eine beeindruckende Situation ist. Ich versuche, meine Stärken einzubringen und das umzusetzen, was der Coach sagt und wofür er mich hochgenommen hat. Also mein Tempo, meinen Abschluss, den Tiefgang. Das versuche ich Tag für Tag zu zeigen.“

