Abo

Hand-ÄrgerFC schießt gegen den  VAR: „Ich will keine Erklärung dafür“

Der 1. FC Köln hat das Topspiel gegen den BVB mit 1:2 verloren. Dabei haderte der FC mal wieder mit dem VAR. Grund für den Ärger war eine strittige Szene in der Nachspielzeit.

Es ist nicht das erste Mal in dieser Saison, in der die Emotionen beim 1. FC Köln in puncto VAR hochkochen. Auch bei der bitteren 1:2-Niederlage gegen Borussia Dortmund kochten die Emotionen bei den Kölner Beteiligten hoch.

Der Grund: In der vierten Minute der Nachspielzeit bekam BVB-Verteidiger Couto eine Flanke an den ausgestreckten Arm. Anders als bei der Rot-Entscheidung gegen Jahmai Simpson-Pusey und dem zurückgenommenen Elfer gegen Cenk Özkacar schaltete sich Videoschiedsrichter Benjamin Cortus in dieser Situation nicht ein.

Kwasniok und Kessler toben auf der FC-Bank

Das brachte die Kölner Bank so richtig auf die Palme, die wild gestikulierend auf den Vierten Offiziellen einredete. „Befriedigend ist es für mich nicht. Ich glaube, man sieht ja auch die Emotionen. Das muss vielleicht auch nicht sein von mir hinter der Bank, aber ich habe die Szene sofort auf dem iPad gesehen. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich verstehe es nicht. Ich weiß nicht, was Benjamin Cortus in diesem Moment im Keller gemacht hat“, schimpfte Thomas Kessler.

Er schob hinterher: „Ich will ehrlicherweise auch keine Erklärung dafür hören. Es ist eine klare Vereitelung einer Torchance. Und dass man das nicht sieht, dafür habe ich absolut kein Verständnis.“

Nicht nur der Geschäftsführer kämpfte damit, seine Emotionen unter Kontrolle zu behalten. Auch Tom Krauß war (mal wieder) auf 180. Es war nämlich nicht das erste Mal in dieser Saison, dass der FC-Profi mit dem VAR haderte. „Für mich ist das ein ganz klares Handspiel. Und wenn das ein 50:50-Ding ist, muss man rausgehen und sich das wenigstens anschauen. Der Schiedsrichter hat es vielleicht nicht gesehen, aber die im Keller. Es ist unfassbar bitter“, haderte Krauß.

Der umfunktionierte Rechtsverteidiger ergänzte: „Es ist schwierig, das mit einem Wort zu beschreiben, denn es ist so unfassbar bitter. Wir sind auch nur Menschen, wir geben auch alles jede Woche, um irgendwie hier die Punkte zu holen. Wir brauchen jetzt Punkte, das ist ganz klar. Und mit so einer Entscheidung ist das schon Wahnsinn.“

Dortmunds Yan Couto war im Topspiel gegen den 1. FC Köln kurz vor Schluss im Strafraum mit der Hand am Ball.

Copyright: Screenshot Sky

Dortmunds Yan Couto war im Topspiel gegen den 1. FC Köln kurz vor Schluss im Strafraum mit der Hand am Ball.

Sky-Experte Lothar Matthäus konnte den Kölner Frust, der sich bei Trainer Lukas Kwansiok in Galgenhumor äußerte („Der liebe Gott ist im Tiefschlaf. Er meint es nicht gut mit uns“), verstehen. Auch für den Weltmeister war es eine klare Fehlentscheidung, in dieser Situation nicht einzugreifen.

Er sagte: „Das Handspiel war genauso keine Absicht, wie das Foulspiel keine Absicht war. Da schreitet Keller ein, da schreitet er nicht ein. Und deswegen hat man Köln im Endeffekt vom Keller einen Elfmeter verweigert, der für mich ein hundertprozentiger Elfmeter gewesen wäre.“

Für den FC war es ein klarer Elfer, für die TV-Experten wäre ein Pfiff nötig gewesen und selbst der Gegner gab am Ende zu, dass man sich nicht hätte beschweren dürfen. „Ich kann die Reaktion durchaus verstehen. Den hätte man durchaus pfeifen können“, sagte Lars Ricken.

Trainer Niko Kovac ergänzte: „Wenn es bei uns passiert wäre, hätte ich mich natürlich genauso aufgeregt wie Lukas. Also von daher kann ich das total verstehen.“ Doch davon kann sich der FC zum wiederholten Male nichts kaufen und steht am Ende mit leeren Händen da.

Said El Mala schlägt die Hände über dem Kopf zusammen.

Gegen den BVB

FC hadert und rätselt: „Und keiner weiß, warum“