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„Respektlos“FC-Fans wütend auf Klub – droht jetzt eine Massenklage?

Diese Maßnahme sorgte bei Tausenden FC-Fans für Kopfschütteln und Wut! In wenigen Tagen müssen alle Fans, die eine Dauerkarte haben, auch Mitglied beim 1. FC Köln sein. Einige Fans prüfen jetzt eine Klage gegen den Verein.

Für viele FC-Fans war es ein Schlag in die Magengrube! Der 1. FC Köln hat rund 5000 Dauerkarteninhabern gekündigt. Bis zum 15. Juni 2026 können sie entscheiden, ob sie ihre Karte auch in der kommenden Spielzeit behalten wollen. Doch dafür müssen sie Mitglied beim FC werden.

Die betroffenen Fans müssten spätestens bis zum 31. Juli einen Mitgliedsantrag unterzeichnen. Der Beitrag kostet im Jahr 92 Euro. Wenn sie sich dagegen entscheiden, wird ihnen die Karte entzogen und sie geht an Fans, die auf der Warteliste stehen. 

FC-Fans sind wütend nach Kündigung der Dauerkarte

Die Wut der langjährigen und treuen FC-Fans ist groß. Markus Fischer aus Hürth schrieb in einem EXPRESS.de-Gastkommentar, wie er sich fühlt: „Als der FC am Freitagmittag per Mail nach etwa 30 Jahren meine Dauerkarte kündigte, war ich von der emotionalen Wucht des Augenblicks überrascht.“

Fischer erwarb 1995 seine erste Dauerkarte, das Stadion war damals bei den Heimspielen fast nie ausverkauft. Das hat sich mittlerweile geändert, auf der Warteliste für Dauerkarten stehen 45.000 Menschen. Der Klub wollte jetzt alles gleichziehen. Heißt: Dauerkarten gibt es nur noch für Mitglieder.

Fischer schreibt weiter: „Die Entwicklung der Zuschauerzahlen ist vollkommen abgekoppelt von der sportlichen Entwicklung. Hauptsache Kölsch, Höhner und ’ne Wurst. Passend dazu feiert der FC in schöner Regelmäßigkeit die Anzahl der Fans in Müngersdorf und bei Auswärtsspielen ab. Mehr gibt es nur selten zu bejubeln. Zudem reagiert man am Geißbockheim beleidigt, wenn die Kundschaft – als solche werden die Fans nun einmal gesehen – wie nach dem letzten Heimspiel gegen Heidenheim unzufrieden ist.“

Dann wird Fischer deutlich: „Die Art und Weise, wie man nun Menschen nach jahrzehntelanger Loyalität und teilweise nicht unerheblichem finanziellem Engagement – je nach Dauerkartenkategorie – die Pistole auf die Brust setzt, ist empathie- und respektlos.“

Der FC-Fan bringt in seinem Beitrag auch eine rechtliche Komponente ins Spiel: „Ohne eine juristische Prüfung vorgenommen zu haben, stellt sich die Frage, ob es hier nicht um ein verbotenes Kuppelgeschäft gehen könnte. Die Mitgliedschaft gehört zum e.V., während die Dauerkarte über die KGaA bezogen wird. Möglicherweise drohen dem FC hier noch Klagen.“

Nach Informationen von EXPRESS.de gibt es tatsächlich einige Fans, die sich rechtlich beraten lassen. Droht dem FC jetzt eine Massenklage? Dabei geht es auch um weitere Maßnahmen des FC beim Dauerkartengebrauch. Bislang musste die Dauerkarte für mindestens zwölf Heimspiele genutzt werden, ab der kommenden Saison sind es schon 14 Heimspiele. Einige Fans meinen, dass man ein Abo abschließen kann und dann selbst entscheidet, wie oft man hingeht. 

Warum wird kein neues Stadion gebaut?

Der Verein will mit der Maßnahme dafür sorgen, dass weniger Plätze leer bleiben und so auch mehr Fans in den Genuss eines Heimspiels kommen. Durchaus nachvollziehbar – aber auch rechtens?

Nach EXPRESS.de-Recherchen dürfte es für Fans schwer sein, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des FC beim Verkauf von Dauerkarten anzufechten. Der Klub hat alle Maßnahmen geprüft. Theoretisch könnte der Verein nach jeder Saison die Dauerkarten kündigen und neue Allgemeine Geschäftsbedingungen formulieren. Er darf es nur nicht willkürlich und intransparent machen. 

FC-Fan Michael Schmitz schrieb einen Brief an die Klubführung, der EXPRESS.de vorliegt. Er schreibt: „Jetzt traf mich Ihre E-Mail wie ein Blitz, ich dachte, es wäre ein verspäteter Aprilscherz, und ich konnte es überhaupt nicht glauben, was Sie mir da geschrieben haben: Die Kündigung meiner Dauerkarte. Was für ein unvorstellbarer Gedanke. Weiterhin im Besitz der Karte bleibt nur der, der Mitglied ist. Da mein FC wie eine Droge ist, habe ich letzte Nacht natürlich noch eine Mitgliedschaft abgeschlossen. Dies geschah aber nicht freiwillig, ich fühlte mich genötigt, dies zu machen.“

Schmitz fragt sich: „Wie gehen Sie mit den treuesten der treuesten Fans, die den FC seit Jahrzehnten mit ihren Dauerkarten durch Dick und Dünn begleiten und finanzieren, eigentlich um? Warum gibt es keine Ü20-Dauerkarte wie in der Mitgliedschaft?“

Und weiter: „Was hat der 1. FC Köln jetzt damit erreicht? Mit Sicherheit kein Frieden unter den Fans, ich denke, es führt eher zu Unfrieden. Der FC wird also bald 170.000 Mitglieder haben und somit gut eine halbe Million Euro Mehreinnahmen. Aber was ist jetzt mit diesen enttäuschten Leuten, die gehofft haben, sie bekommen endlich ihre Dauerkarte? (....) Nein, das Problem liegt ganz woanders. Anstatt die Dauerkarteninhaber zu verärgern und zu vergraulen, sollte das Problem nach vielen Jahren endlich richtig angegangen werden. Wenn ich lese, dass mittlerweile 45.000 Fans auf einer Warteliste stehen, frage ich mich, warum kein Vorstand in den vergangenen Jahren in der Lage war, auf die Politik so viel Druck auszuüben, dass ein neues Stadion gebaut wird. Man stelle sich nur mal vor, 170.000 Menschen stehen in Köln vor dem Rathaus und üben Druck auf unsere Politik aus. Unvorstellbar. Dass Geld da ist bei der Stadt Köln, zeigt doch der Bau der Oper, die fast eine Milliarde Euro verschlungen hat für wenige Tausend Besucher im Jahr. Aber für ein Stadion mit 100.000 Zuschauern und 170.000 Mitgliedern scheint kein Geld da zu sein – was läuft da schief?“

Schmitz schließt mit den Worten: „Ich freue mich jetzt schon auf die nächste Mitgliederversammlung mit 5000 Dauerkartenbesitzern, die plötzlich alle ein Stimmrecht haben. Das könnte sehr ungemütlich für unseren Vorstand und für die Entscheidungsträger werden, bei ansonsten nur 2000 bis 3000 Besuchern der Mitgliederversammlung. Aber ich denke, so weit hat keiner gedacht. Lassen wir uns überraschen.“

Malek El Mala (l.) und Said El Mala (r.) mit einer weiteren Person im Urlaub in Griechenland im Juni 2026.
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