Am Sonntag wurde im Brauhaus über den 1. FC Köln gesprochen. Mit am Tisch saß Lionel Souque. Der Aufsichtsratsvorsitzende sprach über El Mala, Investoren und seine eigene Zukunft.
„Nicht pleite gehen“FC-Boss Souque über Investoren-Ausnahme & El Mala

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Martin Schlüter, Stephan Schell und Lionel Souque (v.l.) am 29. März 2026 bei einem Talk über den 1. FC Köln.

Interessanter Talk im Reissdorf am Hahnentor! Mit dabei: Rewe-Boss Lionel Souque (Vorsitzender des Aufsichtsrats beim FC) und FC-Capo Stephan Schell. Sie waren am Sonntag (29. März 2026) zu Gast bei der Liveaufzeichnung des Podcasts „Dreierkette“. Mit am Tisch: Gastgeber Martin Schlüter und Dan Dickopf.
Rewe-Boss Souque saß als FC-Führungsperson auch mit im Gemeinsamen Ausschuss, als gegen Trainer Lukas Kwasniok (44) entschieden wurde und gab Einblicke in den Prozess der Trennung.
Investoren könnten bei einem neuen Stadion für den FC helfen
Er erklärte das Aus des Trainers: „Wir diskutieren seit Dezember, wie es weitergeht. Es gab viele Kriterien. Klar sind die Punkte das Wichtigste, aber auch die Kommunikation intern und extern und die Zusammenarbeit mit den Physios, den Ärzten, den Spielern und den Trainern. Das sind viele Faktoren, die zusammenkommen, weshalb schon seit Monaten diskutiert wird. Es gab viele Varianten. Ob das jetzt eine gute Entscheidung ist, wird man sehen. Wir gehen davon aus.“
In den verbleibenden sieben Spielen soll Co-Trainer René Wagner den FC retten. Souque gestand Fehler ein: „Wir haben nicht alles richtig gemacht. Deswegen mussten wir jetzt handeln. Thomas Kessler hat eine sehr gute Struktur unter sich gebaut. Alle Leute, die gekommen sind, wo die Verantwortung auf mehreren Schultern liegt. Das ist keine One-Man-Show, die es manchmal gab. Auch mit Ulf Sobek ist jemand im Vorstand, der sich gut auskennt.“
Der Rewe-Boss hofft jetzt: „Wichtig, dass wir nicht absteigen und dann Schritt für Schritt weiter nach vorn gehen mit jungen Leuten. Wir haben viele Spieler, die unter 21 Jahre alt sind.“
Souque wurde in der Folge auch mit dem Thema Investoren konfrontiert. Er hat eine klare Meinung: „Der FC ist nicht zu verkaufen. Es gibt auch keinen Grund, Anteile am FC zu kaufen. Auch nicht für Rewe. Wir können nicht die Seele vom FC kaufen. Wir geben gerne Geld und sind Partner und machen Aktionen zusammen. Das ist eine Partnerschaft und ein Sponsoring mit gemeinsamen Werten.“
Doch Investoren können bei einem anderen Thema eine Rolle spielen, so Souque: „Wenn wir eines Tages ein Stadion kaufen und dabei nicht pleitegehen wollen, dann muss man schauen, ob wir uns an einer Firma mit Investoren beteiligen. Dort hätten wir dann mehr zu sagen als jetzt mit der Stadt. Das wäre schon besser, sage ich persönlich.“
Capo Stephan Schell hatte bei diesem Investoren-Thema rund um den FC noch keine Meinung: „Da geht es um die Stadiongesellschaft und nicht um den 1. FC Köln. Das Stadion gehört ja der Stadt beziehungsweise den Sportstätten, KSS. Das ist eine Diskussion, die wir bei uns noch nicht geführt haben. Da habe ich noch keine Ansicht zu und kann dazu noch nichts sagen.“
Souque wurde auch auf seine Zukunft und seine Ambitionen beim FC angesprochen. Er sagte: „Ich habe bei Rewe noch einen Vertrag bis 2028. Danach schauen wir mal. Mein Ziel ist es schon, weiterzumachen. Ich bin nächsten Monat 30 Jahre in der Firma.“
Ob er nach 2028 noch mehr Zeit für den FC haben könnte und sich noch mehr engagieren will? „Das ist Spekulation. Ich hoffe, dass ich bis 2033 bei Rewe bleibe und den FC weiter unterstütze, so viel und gerne, wie ich es jetzt mache. Wir haben jetzt einen guten Vorstand und eine gute Geschäftsführung. Da braucht man mich ohnehin nicht.“
Souque sprach auch über Said El Mala. Er selbst wurde schon von Brighton-Besitzer Tony Bloom kontaktiert, der Interesse an einer Verpflichtung hat. „Ich kenne die Familie El Mala gut. Sie waren vor zwei Wochen bei mir im Büro – Vater, Mutter und die zwei Söhne. Sehr vernünftige Familie. Top-Spieler, ich glaube, dass auch Malek etwas in Zukunft werden kann bei uns. Man wird sehen, was passiert. Ich bin aber nicht der Mann, der entscheidet. Das macht Thomas Kessler als Geschäftsführer“, so Souque.
Sein Wunsch: „Ideal wäre, dass Said bleibt. Er hat erst 1300 Minuten gespielt und ist schon der zweitbeste deutsche Torschütze der Bundesliga. Und er schießt keine Elfmeter. Das ist schon eine Leistung. So ein Spieler ist super. Er ist ein sehr guter Junge. Mich würde es freuen, wenn er länger bei uns bleibt. Ob er das möchte und wir uns das finanziell leisten können, wird man sehen. “
Zuletzt wurde über 35 Millionen Euro Ablöse spekuliert. FC-Fan Schell scherzte: „35 Millionen! Bruder, das ist so krass. Dafür muss ein junger Ultra viel zünden.“ Der FC ist aber wohl erst bei einem Gebot jenseits der 40 Millionen Euro gesprächsbereit.


