Der 1. FC Köln hat beim Pokalsieg eine Achse gefunden, die Mut macht. Tom Krauß und Paul Okon-Engstler spielen dabei eine Schlüsselrolle.
Fast geräuschlosPersoneller Coup: Hat dieser FC-Plan eine Zukunft?
Die entscheidende taktische Weichenstellung beim klaren Pokalerfolg über Union Berlin (5:0) fand fast geräuschlos in der Kölner Defensive statt, als Trainer René Wagner (38) die Berliner mit einer hochflexiblen Dreierkette überraschte.
Selbst Experten wunderten sich nach zehn Spielminuten noch: Was zeigte der FC da auf dem Platz: Fünferkette, Viererkette oder doch eine Dreierkette?
Tom Krauß überragend und Okon-Engstler in seiner Paradedisziplin
Die Schlüsselrolle in diesem beweglichen Geflecht übernahm Tom Krauß, der formell die halblinke Position bekleidete, sich bei eigenem Ballbesitz jedoch immer wieder als zusätzlicher Stratege ins Mittelfeldzentrum einschaltete. Oder als Abfangjäger mit schnellem Umschaltspiel fungierte.
Dieses System harmonierte hervorragend mit Paul Okon-Engstler, der vor der Kette mit hoher Laufintensität die Fäden zog. Durch das geschickte Herausrücken fing der FC die Angriffe der Köpenicker frühzeitig ab und erzwang schnelle Ballgewinne.
Wagner lobte am Freitag (30. Oktober 2026) nach dem Training am Geißbockheim die taktische Reife, die Krauß auf der ungewohnten Position an den Tag legte, da sie dem Trainerteam wertvolle Optionen für die Zukunft verleihen würde. Der Coach skizziert den Wert dieser personellen Flexibilität im Detail: „Ja, das sind personelle Entscheidungen. Ich glaube, an sich hat sich die Art und Weise, Fußball zu spielen, wie wir trainieren, welchen Weg wir gehen wollen, nicht verändert. Personal wird sich immer verändern. Das heißt, da haben wir Tom natürlich eine etwas veränderte Rolle gegeben. Wir haben Paul zum ersten Mal so in seiner Paradedisziplin gesehen als Mittelfeldstratege, was er überragend gemacht hat.“
Hat das System Zukunft? Wird der FC so auch bei Union Berlin antreten (Sonntag, 1. November, 15.30 Uhr/Liveticker auf EXPRESS.de und DAZN)? Wagner hält sich noch bedeckt: „Am Ende müssen wir in der Art und Weise, wie wir Fußball spielen, natürlich auch mal personelle Veränderungen vornehmen. Das werden wir jetzt auch in Berlin machen müssen. Der Weg darf sich aber nicht verändern. Das heißt, jeder Spieler muss wissen, was er zu tun hat. Das hat man gesehen. Ich glaube, Tom wusste in einer anderen Position trotzdem genau, was seine Aufgabe ist. Das ist mir wichtig – ein Spieler, der in einer anderen Position spielt und trotzdem weiß, was zu tun ist.“
Für Krauß gab es dann auch ein Extralob: „Bei Tom ist das natürlich ein besonderes Beispiel, weil er einfach so eine Gabe hat, sich schnell reinzudenken.“ Wagner hob aber auch die mannschaftliche Geschlossenheit hervor, die beim Kantersieg den Unterschied ausmachte: „Auch andere Spieler in anderen Positionen – wenn ich da an Linton Maina und Mikey Moore denke, die defensiv in einer Achterrolle verteidigen mussten, die haben es beide mit ganz viel Leidenschaft getan. Beide sind oft auch defensiv in der Box angekommen und haben Bälle geklärt. Das sind die Momente, die wir brauchen. Said war genauso wie Marius Bülter gegen den Ball massiv, immer dabei, Zweikämpfe zu gewinnen. Und alle, die reingekommen sind, haben Gas gegeben.“ (red)

