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„Ein bisschen mehr Gas geben“Pokalsieg kurbelt FC-Kampf gewaltig an

Nach der 5:0-Gala im DFB-Pokal gegen den 1. FC Union Berlin steht der 1. FC Köln vor der Herausforderung, den Schwung in den Bundesliga-Alltag mitzunehmen.

Never change a winning Team? Bei Kölns Cheftrainer René Wagner (38) gibt es den Leitspruch, niemals ein erfolgreiches Team zu verändern, wohl nicht.

Wer glaubt, der FC-Coach würde nach dem Pokaltriumph über Union Berlin am Sonntag auswärts bei den Köpenickern dieselbe Elf ins Rennen schicken, der irrt sich. Trotz des klaren 5:0-Siegs kündigt Wagner taktisch begründete Anpassungen an und setzt auf den neu entfachten Konkurrenzkampf am Geißbockheim.

Wagner setzt auf Anpassungen beim 1. FC Köln

Weil die Spieler aus der zweiten Reihe im Training vehement Druck ausüben, sieht sich das Trainerteam keineswegs gezwungen, das erfolgreiche System stumpf zu kopieren. Die finale Entscheidung über die Startaufstellung fällt erst nach den abschließenden Eindrücken der Trainingswoche am Samstag (31. Oktober 2026). Nach der Einheit reist der FC-Tross dann per Flieger nach Berlin.

Wagner sagte am Freitag nach dem Training: „Es wird Anpassungen geben für Union, weil wir glauben, dass da ein paar andere Sachen wichtiger sind in dem Spiel. Deswegen haben wir einen klaren Plan. Wir sind noch nicht ganz fertig mit der Startaufstellung.“ Gut möglich etwa, dass Gideon Mensah auf der linken Seite Borna Sosa ersetzen könnte.

Andere wie Joel Schmied dürften dagegen gesetzt sein, wie Wagner durchblicken lässt: „Ich glaube, viele Jungs haben sich das Recht erarbeitet, dass es jetzt schwerer wird, sie rauszunehmen – einfach durch so eine Leistung. Aber das gehört auch dazu. Am Ende haben wir im Training schon wieder gemerkt, dass Spieler, die sich vorher etwas sicherer gefühlt haben, heute ein bisschen mehr Gas geben mussten, weil sie gemerkt haben: Okay, das ist vielleicht ein anderer Spieler in der Position, der auch gut spielt. Und das ist genau der Wettkampf, den wir im Kader brauchen. Wenn alle Jungs Gas geben und alle frisch sind, dann haben wir die Qual der Wahl.“

Während die Fans nach der Pokal-Gala euphorisch aufatmeten, bleibt der Kölner Coach betont sachlich. In der mannschaftsinternen Videoanalyse sparte das Trainerteam die wackligen Phasen der Partie keineswegs aus, um jeden Anflug von Selbstzufriedenheit im Keim zu ersticken. Vor allem die defensive Nachlässigkeit vor dem Führungstreffer, als die Berliner zu einem gefährlichen Kopfball durch Zeno van den Bosch kamen, diente am Geißbockheim als mahnendes Beispiel.

Wagner betont, dass die tägliche Trainingsarbeit unverändert bleibt und der Glaube an den eigenen Prozess die junge Mannschaft stabilisieren muss. Ob er die Spieler erden müsse? „Was heißt erden? Also so, wie wir uns auch öffentlich zu präsentieren versuchen, haben wir das natürlich auch der Mannschaft gezeigt. Ich glaube nicht, dass in dem Spiel jede Phase gut war, sondern es gab genauso Momente, in denen wir das besser machen müssen. Das haben wir der Mannschaft klar und deutlich gezeigt, dass in dem Spiel Momente teilweise entscheiden – der Eckball, wo es dann zum freien Kopfball kommt, kann natürlich alles verändern.“

Wagner fordert die Jungs auf, dranzubleiben: „Dass wir mit guten Gegenpressing-Momenten Tore machen, hat natürlich auch immer mit Willen zu tun. Da durchzulaufen, diese Situation zu erzwingen. Und genauso müssen wir jetzt bei Union Berlin auftreten.“

Wagner blickt differenziert auf die emotionale Achterbahnfahrt der vergangenen Tage zurück: „Ich habe mich gefreut, dass die Jungs sich belohnt haben. Die Arbeit vor Schalke war keine andere als jetzt vor Union. Das heißt, wir sind bei unseren Wegen geblieben, und natürlich freue ich mich ungemein, wenn die Spieler sich in diesen Situationen belohnen. Nur ist Fußball leider kein Wunschkonzert. Das wird nicht immer so funktionieren. Das Allerwichtigste ist, dass die Jungs daran geglaubt haben, dass wir Tore machen können. Wir haben nichts Verrücktes gemacht, nichts riesig verändert. Wir haben an Details gearbeitet, weil uns das am Ende gefehlt hat.“ (red.)