FC-Fanliebling Ex-„Hooligan“ Exslager trägt jetzt Anzug

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Maurice Exslager hat den Anzug über den tätowierten Fußballer-Körper gezogen.

Bocholt – Sowohl bei den Fans des MSV Duisburg als auch beim FC und später der Fortuna war Maurice Exslager (29) beliebt. Der kantige Glatzkopf scheute auf dem Platz keine Konfrontation und war wegen seiner beherzten Spielweise anerkannt. Spitzname: „Hooligan“.

Bittere Verletzungen aber verhinderten eine größere Karriere der Tattoo-übersäten Kampfmaschine. So hat Exe früh den Strafraum an den Schreibtisch verlegt.

Maurice Exslager ist jetzt bei der Deutschen Vermögensberatung

Der frühere FC-Stürmer, der 2014 mit der Truppe von Peter Stöger den Aufstieg schaffte (13 Einsätze), arbeitet bereits jetzt als Finanzberater im Ruhrgebiet – kickt allerdings auch noch bei Oberligist Bocholt mit.

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Im EXPRESS-Gespräch wird deutlich, dass Exslager das frühe Aus der Profi-Karriere nicht bereut.

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Emotionaler Typ: Maurice Exslager

„Das mit der Deutschen Vermögensberatung hat sich spontan ergeben, über die Möglichkeit bin ich sehr dankbar“, beginnt er zu erzählen, „nach dem Urlaub letztes Jahr war mir klar, dass ich mich beruflich verändern möchte.

So hat sich die Chance über einen früheren ehemaligen Fußballer ergeben, in den Job des Finanzberaters einzusteigen. Ich habe täglich mit Menschen Kontakt und kann vielen Leuten etwas zurückgeben, die mich jahrelang auf unterschiedlichste Weise unterstützt haben“

Maurice Exslager: Ich bin mit mir im Reinen

Exslager wohnt derzeit in Bocholt, das Büro ist in Essen. Doch natürlich hat er auch noch Kontakt zu Leuten in Köln. Ob er mit Wehmut zurückblickt?

„Das will ich nicht sagen. Ich habe für Traditionsklubs gespielt und ein DFB-Pokalfinale (2011 beim 0:5 gegen Schalke, Anm. d. Red.) erlebt. Ich bin mit mir im Reinen und auch nicht der Typ, der alles immer auf Pech schieben will.“

Seinem Ex-Coach Peter Stöger macht er überhaupt keinen Vorwurf. „Es war nicht so, dass ich keine Chance bekommen hätte. Die Mannschaft hatte einfach einen Lauf, die Konkurrenz war groß, es war einfach schwer da reinzukommen.“

Hooligan dankt Uwe Koschinat für eine große Geste

Und in Sachen Fortuna denkt er besonders gern an Uwe Koschinat zurück. „Obwohl ich mich gerade schwer am Knie verletzt hatte, hat er sich damals dafür eingesetzt, dass mein Vertrag verlängert wird.

Mir war klar, dass er die Komfortzone verlassen und seinen Weg machen würde. Toll, was er in Sandhausen veranstaltet. Ich freue mich für ihn“, sagt Exslager.

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Bei Fortuna Köln war Maurice Exslager seinem Coach Uwe Koschinat sehr dankbar.

Schicksalhafterweise sieht er seine Entscheidung, aufgehört zu haben, durch die momentane Corona-Krise fast so etwas wie bestätigt. Durch seinen jetzigen Job kann er Menschen in wichtigen Bereichen helfen.

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„Viele Jungs, die ich kenne, gerade in den unteren Ligen, stehen ja jetzt vor einer ungewissen Situation“, weiß er und wirbt: „Gerade für Fußballer ist diese berufliche Perspektive hier sehr interessant. Wir werden in Zukunft sehr stark wachsen und sind auf der Suche nach guten Typen, die auch nach ihrer Karriere weiterhin leidenschaftlich ihrem Beruf nachgehen wollen.“

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Exe und Kevin Wimmer waren Teil des Aufstiegs 2014.

Wenn man ihn auf das Thema Geisterspiele anspricht, muss er etwas schmunzeln.

Exe: Ich hätte keinen Bock auf Geisterspiele!

Exslager: „Wenn mir einer sagen will, dass er da im Kabinengang jetzt die Zähne fletscht und zu den Kollegen brüllt: Die hauen wir jetzt weg, da sag ich, der hat einen Pfeil im Kopf. Ich hätte keinen Bock auf Geisterspiele. Wenn man spielt, dann nur für die Mitarbeiter im Klub. Denn die brauchen das Geld.“

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