Der ehemalige FC-Profi konnte in der Europa League für Benfica Lissabon mit einem Tor und einer Vorlage beim 2:0-Sieg gegen den AC Mailand überzeugen.
Hammer-Auftritt im San SiroBei Ex-FC-Profi platzt plötzlich der Knoten

Copyright: IMAGO/ZUMA Press Wire
Musste nach seinem Wechsel von Köln nach Lissabon eine Menge Kritik einstecken: Jakub Kaminski
Was für eine Antwort auf dem Rasen! Jakub Kaminski hat auf die Kritik der vergangenen Wochen mit einer Top-Leistung reagiert.
Der frühere Profi des 1. FC Köln führte Benfica Lissabon am Mittwochabend zum 2:0-Auswärtssieg beim AC Mailand. Der 24-Jährige erzielte im San Siro ein Tor und bereitete den Führungstreffer vor.
Kaminski bei Benfica im Glück: Form war „ein wenig unten“
Für Kaminski war es der erste Treffer im Trikot der Portugiesen. Und der kam ausgerechnet auf der großen europäischen Bühne. In der Liga hatte Kaminski zuvor kaum Spuren hinterlassen. In Mailand durfte der schnelle Offensivspieler jetzt endlich wieder von Beginn an ran. Und diese Chance nutzte Kaminski eindrucksvoll!
Nach einer knappen Viertelstunde leitete Kaminski den Angriff zum 1:0 ein. Sein Zuspiel fand den ebenfalls früheren Bundesliga-Profi Dodi Lukebakio, der sich auf der rechten Seite durchsetzte und den Ball ins lange Eck schlenzte.
In der 53. Minute war der Pole dann selbst zur Stelle! Souffian El Karouani legte von links zurück, Kaminski vollendete aus kurzer Distanz technisch anspruchsvoll unter die Latte. Benfica gewann mit 2:0 und feierte den ersten Sieg der Vereinsgeschichte gegen den AC Mailand.
„Ein Tor und eine Vorlage, eine ziemlich positive Leistung. Mir hat sein Spiel wirklich gefallen, weiter so“, schrieb ein Fan unter einem X-Post zu Kaminskis Treffer. Ein anderer kommentierte: „Endlich lässt du ihn spielen – und seht, was passiert.“
Die Reaktionen zeigen, wie schnell sich die Stimmung drehen kann. Noch vor wenigen Tagen galt der 17-Millionen-Euro-Zugang in Lissabon als Sorgenfall. In Portugal sahen einige die geringe Berücksichtigung des Nationalspielers kritisch. Andere ziehen den Spieler selbst in die Verantwortung.
Kaminski selbst blieb nach dem Schlusspfiff gelassen. „Wenn ich nicht gut spiele, ist es normal, dass Fans und Journalisten kritisieren“, sagte der Pole sinngemäß bei „SportTV“. Seine Form sei zuletzt „ein wenig unten“ gewesen, körperlich fühle er sich inzwischen aber besser.
Auch Trainer Marco Silva hob die Leistung des früheren Kölners hervor. Spiele wie das Duell mit Milan kämen Kaminski eher entgegen als Partien gegen tief stehende Gegner. Der Offensiv-Profi habe gezeigt, welche Qualitäten er besitzt.
Kaminski verzichtete auf Kölner Offensiv-Trio
Vor seinem San-Siro-Auftritt musste man den Eindruck haben: Kaminski hat sich verwechselt. Kaminski kam in Portugal bislang nur in einem von möglichen sechs Ligaspielen zum Einsatz.
Lediglich in der Qualifikation zur Europa League, in der Trainer Marco Silva bislang auf den zweiten Anzug setzte, durfte Kaminski anfangs noch regelmäßig ran. Doch auch dort sank zuletzt seine Spielzeit rapide. Nach zwei Startelfeinsätzen folgten drei Kurzeinsätze und ein 90-minütiger Bankaufenthalt im entscheidenden Rückspiel gegen Aarhus.
Während er beim FC mit Said El Mala (auf links) und Mikey Moore (im Zentrum) Teil eines der gefährlichsten Offensiv-Trios der Liga hätte werden können, musste er sich zuletzt in Lissabon mit einer kleinen Nebenrolle zufriedengeben.
Finanziell war der Wechsel sicherlich ein Schritt nach vorn, sportlich hat er – auf seine Person bezogen – zuletzt eher zwei Schritte zurückgemacht. Wird nach seinem Auftritt in der Europa League jetzt alles anders?
Ob tatsächlich der Knoten geplatzt ist, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Der Auftritt im San Siro war immerhin ein starkes Signal. Kaminski hat Benfica nicht nur mit einem Tor und einer Vorlage geholfen. Er hat auch seine bislang schärfsten Kritiker daran erinnert, warum der Klub im Sommer 17 Millionen Euro für ihn bezahlt hat.

