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„Spielt ihnen in die Karten“Ex-FC-Star gibt klare Derby-Prognose ab

Aktualisiert

Alexander Voigt kennt beide Vereine, die sich am Samstag ein Derby um wichtige Punkte im Abstiegskampf liefern werden. Und obwohl der FC in Köln auftritt, sieht der Ex-Profi das Kwasniok-Team mit Nachteilen.

Er gehört zu den ganz wenigen Profis, die in ihrer Karriere sowohl für den 1. FC Köln als auch für den Erzrivalen Borussia Mönchengladbach gespielt haben.

Alexander Voigt, der „Junge aus Ehrenfeld“, war ein Kind des FC. Er absolvierte 208 Spiele mit dem Geißbock auf der Brust und stieg dreimal auf und zweimal ab. Trotz seiner Verbundenheit zum Klub verschlug es ihn 2007 an den Niederrhein, auch mit der Borussia stieg der Verteidiger einmal auf.

Voigt über Derby in Köln: „Sie werden dem FC den Ball überlassen“

Er kennt also beide Vereine und verfolgt die Situationen genau. Nach den Eindrücken der letzten Wochen sagt Voigt über das anstehende Derby: „Es würde mich schwer wundern, wenn es ein Spiel mit Pauken und Trompeten wird. Es geht für beide Mannschaften um sehr viel, weder Gladbach noch der FC sind aus dem Schneider.“

Gladbach habe in den vergangenen Wochen zwar „nicht die Sterne vom Himmel gespielt“, doch immerhin wichtige Dreier eingefahren. Gegen Union und St. Pauli wollte den Fohlen gelingen, was dem FC lange nicht gelungen ist: dreckige Siege.

„Der FC war in den vergangenen Wochen dennoch leistungsmäßig besser unterwegs als Gladbach. Es könnte sein, dass es ein totaler Abnutzungskampf sein wird, mit zwei verkrampften Mannschaften. Bis dann vielleicht im Stadion der Funke überspringt und die Fesseln fallen“, sagt Voigt.

Das wird aus FC-Sicht auch dringend nötig sein. Nicht nur der Klub steht angesichts der inzwischen prekären Tabellensituation mit dem Rücken zur Wand, auch Lukas Kwasniok ist angezählt. Eine Derby-Enttäuschung wird sich der Trainer nicht erlauben können.

Alexander Voigt im Trainer-Dress beim SSV Jan Wellem 05 Bergisch Gladbach

Copyright: Axel Randow

Alexander Voigt ist heute Fußballtrainer im Amateur- und Juniorenbereich sowie als Standortleiter der Tikitaka Fußball Schule. Zuvor war er Trainer beim SSV Jan Wellem 05 Bergisch Gladbach.

„Es klingt abgedroschen, aber Fußball ist ein Ergebnissport. Zwei Siege aus 17 Spielen lassen sich nur ganz schwer verkaufen – Leistung hin oder her. Ich fürchte, wenn das am Wochenende in die Hose geht, wird das eine ganz enge Nummer für den FC“, sagt Voigt.

Und die Gefahr besteht, wie das Hinspiel gezeigt hat. Dort hat Gladbach-Trainer Eugen Polanski sein Gegenüber eiskalt ausgecoacht. Borussia hat sich hinten reingestellt, während Köln nicht wusste, was man mit dem Ball anfangen soll.

Ein ähnliches Szenario fürchtet Voigt, dessen Herz in diesem Spiel für den FC schlägt, auch am Samstag. „Ich denke, dass der Ansatz des Spieles eher Borussia in die Karten spielt. Sie haben mehr Punkte und müssen nicht auf Teufel komm raus auf Sieg spielen. Sie werden dem FC den Ball überlassen – was dabei herauskommt, haben wir im Hinspiel gesehen. Ich fürchte daher, dass Gladbach das machen wird“, sagt das Kölner Urgestein.

Mit dann 31 Punkten wäre die Elf vom Niederrhein wohl endgültig raus aus dem Abstiegskampf. Der FC hat die große Chance, dieses Szenario zu verhindern und den Erzrivalen mit einem Sieg wieder mit in den Strudel zu ziehen.

Gegentor für den 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach.

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